Buchtipps: Absolut lesenswert

Gute Bücher bieten mehr als nur fesselnde Unterhaltung. Sie regen zum Nachdenken an, erzeugen Stimmungen, lassen sich oft in Beziehung zum eigenen Leben setzen und sie sind zeitlos, auch wenn sie ihre Zeit spiegeln.

ImageDas System
Bislang lief bei Mark Helius alles blendend: Seine Softwarefirma in Hamburg entwickelte die Weltneuheit DINA, das erste intelligente Kommunikationssystem. Doch während DINA den Investoren vorgestellt wurde, traten unerklärliche Fehler auf und die Präsentation geriet zum Fiasko. Plötzlich steht Mark vor den Trümmern seiner Existenz. Die Investoren wollen ihn feuern, er ist privat und geschäftlich völlig überschuldet und seine verwöhnte Frau verlässt ihn. Und dann wird auch noch sein Freund und Mitgründer Ludger Hamacher ermordet - alle Indizien belasten Mark. Während er verzweifelt versucht, seine Unschuld zu beweisen, spielen überall auf der Welt die Computer verrückt. Hat jemand die DINA-Software in einen hoch gefährlichen Virus verwandelt? Stecken Cyber-Terroristen hinter dem Mord? Oder hat das Datennetz ein Eigenleben entwickelt? Zusammen mit Lisa Hogert, einer ehemaligen Programmiererin der Firma, stellt Mark sich einem gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod.

Beklemmend realistisch schildert Autor Karl Olsberg ein Alptraum-Szenario: Was wäre, wenn wir eines Tages die Kontrolle verlieren über eine Technik, von der wir uns selbst immer abhängiger gemacht haben? "Das System" verändert den Blick auf unsere Welt. Man kann das Buch nicht mehr weglegen, bevor man es nicht zu Ende gelesen hat - und das gilt nicht nur für Computerfreaks.
"Das System" von Karl Olsberg ist im Aufbau Taschenbuch Verlag zum Preis von 9,95 Euro erschienen. www.system-dasbuch.de

ImageMein fast perfektes Leben

Ein Haus im Grünen, eine wunderbare Frau, eine erfolgreiche Zeitungskolumne: Doug Parkers Leben könnte eigentlich perfekt sein. Doch als Dougs Frau Hailey bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt, bricht für Doug eine Welt zusammen. Obwohl er mit einer chaotischen, aber unglaublich liebenswerten Familie gesegnet ist, die ihn mit allen Mitteln versucht aus seiner Lethargie zu reißen, kapselt Doug sich ein Jahr völlig ab, verbringt fortan seine Tage mit Trauern und ergießt sich in Alkohol und Selbstmitleid. Selbst als Haileys pubertierender Sohn aus erster Ehe auf die schiefe Bahn gerät, bleibt Doug zunächst teilnahmslos und das, obwohl er weiß, dass der Junge keine andere Bezugsperson außer ihm hat. Dougs scharfzüngige und einfühlsame Zwillingsschwester Claire beschließt, dass es nun der Trauer genug sei, zieht kurzerhand bei ihm ein und liest ihm liebevoll aber direkt die Leviten. Außerdem versucht sie, eine neue Frau für ihren Bruder zu finden. Die Hausfrauen der Nachbarschaft beginnen, den attraktiven Witwer zu umschwärmen wie hungrige Haie. Nein, das Schicksal fasst Doug nicht mit Samthandschuhen an - aber genau das ist es, was ihm schließlich den Tritt in die richtige Richtung gibt: zurück ins fast perfekte Leben.

Diese oftmals rabenschwarze Tragikromanze ist mit viel Herz geschrieben. Viele Gedankengänge der Protagonisten, allen voran Dougs, rühren zu Tränen, um gleich darauf wieder zum Lachen zu bringen, wenn Dougs zynischer Humor für kurze Momente die Oberhand gewinnt. Die Alltagssituationen eines Witwers, die Autor Jonathan Tropper seinen Protagonisten durchleben und durchleiden lässt, sind sehr realistisch beschrieben und regen zum Nachdenken an. Es ist ein gekonnt tiefgründiges Buch über Trauer und Trauerbewältigung.
"Mein fast perfektes Leben" von Jonathan Tropper ist bei Knaur HC zum Preis von 19,90 Euro erschienen. www.mein-fast-perfektes-leben.de

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