Oktoberfest-Schmankerl für jedermann

Die Wiesn lockt normalerweise jedes Jahr Millionen Menschen aus aller Welt nach München. Doch jetzt heißt es schon zum zweiten Mal: Das Oktoberfest ist abgesagt. Also müssen alle Fans die Tracht zuhause hervorholen, dort ihr Maß trinken und die typischen Schmankerln selbst zubereiten. Wir haben die passenden Rezepte für Sie!

Seit 1810, der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese, findet alljährlich das Münchener Oktoberfest auf der Theresienwiese statt. Sechs Millionen Besucher pilgern jedes Jahr auf die sogenannte Wiesn, jetzt fällt dies schon das zweite Mal wegen Corona aus. Wer will, kann mit den Tipps von Ticketbis alles selber für eine zünftiges Oktoberfest zuhause vorbereiten, einschließlich des passenden Outfits. Und natürlich geht es beim Feiern auf der Wiesn - und zuhause - auch um das gute Maß und natürlich viele leckere Schmankerln.

Eine Tracht muss sein

Zur traditionellen bayrischen Tracht für den Mann gehört unbedingt eine Lederhose. Hierbei gibt es kleine, aber durchaus feine Unterschiede. Für den Buam muss es eine handgefertigte Lederhose aus Hirschleder sein. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gibt es noch das Charivari. Das Charivari besteht aus einer silbernen Kette, die vorne rechts und links an den Knöpfen der Lederhose befestigt wird. Zu der Lederhose und dem Charivari trägt Mann ein rot, blau oder grün kariertes Hemd, das ordentlich in der Hose verstaut wird.

Bei den Damen ist natürlich das Dirndl mit Schürze und Bluse ein Muss. Das Dirndl, ursprünglich die Arbeitskleidung der Mägde, gibt es heute in zig Versionen: von schlicht und traditionell bis zu sexy oder edel.

Der frühe Vogel

Der absolute Obergau: Morgens bereits um 04:30 Uhr am Zelt anzustehen, um ja noch einen freien Platz zu bekommen. Besser: Das entfällt schon mal bei der heimischen Feier!

Must have: Die ultimativen Wiesn-Gadgets

Ein “musthave” für die Wiesn ist die von Top-Ingenieuren entworfene Bierbanklehne. Sie ist einfach an der Bierbank zu befestigen und garantiert ein hartes Sitzfleisch bis zum Abend. Wenn man den Tag zünftig auf den Wiesn verbracht hat, ist es teilweise von großem Nutzen zu wissen, wie viel Promille man intus hat. Ein kleines Gerät, anzuschließen an seinem Handy, misst den Promillegehalt, nachdem hineingepustet wurde.

Wer diese drei Tipps beachtet, ist für das Oktoberfest gut gerüstet. Dabei sollten die folgenden Stolperfallen nicht außer Acht gelassen werden:

Der Dirndl sieht nicht nur schön aus, es zeigt auch den aktuellen Beziehungsstatus an: Ist die Trägerin Single, wird die Schürze links gebunden. In dem Falle ist das Flirten ausdrücklich erwünscht. Wenn die Schürze rechts gebunden ist, ist die Dame vergeben. Eine zurückgebundene Schleife signalisiert den Witwenstatus, vorne hingegen bedeutet “Jungfrau”.

2. Nur ein Bazi bestellt ein Bier

Eine der Grundregeln auf den Wiesn lautet: Es gibt Maß, kein Bier. Einige Bedienungen reagieren nicht, wenn ein handelsübliches Bier bestellt wird. Besucher sollten daher ihren Wortschatz der bayerischen Wiesn-Tradition anpassen, um nicht auf dem Trockenen zu sitzen.

3. Der Maßkrug, ein schönes Souvenir?

Ein Andenken von den Wiesn mitnehmen – warum nicht? Wenn es dann auch noch einer der begehrten Maßkrüge ist, Jackpot. Aber Obacht: Betreiber von Festzelten engagieren extra Security-Personal, um solch einen Diebstahl zu unterbinden. Zudem ist das Mitnehmen von Maßkrügen kein Kavaliersdelikt. Es wird als Diebstahl geahndet und mit einer Anzeige bestraft. Also, Finger weg vom Maßklau!

Und hier die Rezepte für Ihr eigenes Oktoberfest!

Aufgeschmolzene Brotsuppe

Sie benötigen: 300 g Bauernbrot, 100 g Pfifferlinge, 1 Frühlingszwiebel (in feine Ringe geschnitten), 5 Schalotten (in Ringe geschnitten), 1 Zweig Thymian (gezupft), 1 Salbeiblatt, 2 Zweige Majoran, 1 Liter Rinderconsommé, 200 ml Butter (geklärt), 1 EL Butterschmalz, Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Und so wird die Suppe zubereitet:

  1. Das Bauernbrot in gleichmäßige Würfel schneiden, in 150 g geklärter Butter goldbraun anrösten und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  2. Die Kräuter fein hacken und in einer Pfanne mit der restlichen Butter und den Schalottenringen anschwitzen. Die Pfifferlinge putzen und im Butterschmalz anschwitzen.
  3. Die Brotwürfel, die Frühlingszwiebeln und die Schalotten mit den Pfifferlingen mischen, in Suppentellern anrichten und mit der heißen Consommé übergießen.

Tipp: Vor den Majoran- und Thymianblättchen einige zurückhalten, denn diese eignen sich sehr schön zum Garnieren.

Aus Gerd Käfers Wiesn-Schmankerl. Das Oktoberfest im München ist die Party schlechthin mit Millionen Fans im In- und Ausland. Und das mittlerweile nicht nur in München, in zahlreichen anderen Städten wird ebenfalls im Herbst ein Oktoberfest gefeiert! Nicht zu vergessen die vielen privaten Partys à la Oktoberfest. Getreu dem Motto "Es gibt nix Besseres als was Guads!" serviert "Gourmet-Papst" Gerd Käfer die besten Schmankerl seiner über 40-jährigen Wiesn-Erfahrung, amüsant gewürzt mit den besten Anekdoten und zahlreichen Tipps und Tricks rund um die perfekte Party. Klassiker wie das Wiesn-Hendl, Kalbshaxen oder Schwammerlsuppe dürfen dabei nicht fehlen. Genauso wenig wie vegetarische Kasspatzn, Saure Lüngerl oder Bayrisch Creme – denn auch diese Leckereien gehören zu einem zünftigen Oktoberfest einfach dazu. Dazu gibt es Deko-Tipps, aktuelle Infos und Historisches zum Schmunzeln und Weitererzählen. Wiesn privat, das geht natürlich auch mal ganz intim zu zweit. Wenn Sie’s aber richtig krachen lassen wollen – man muss ja nicht gleich auf den Biertischen tanzen -, dann gehen Sie es mit Herzenslust an und verzaubern Sie Ihre Gäste weiß-blau. Denn das Oktoberfest ist Lebensfreude, Gaudi und Gemütlichkeit – und für Gerd Käfer eine ganz besondere Herzensangelegenheit. Fazit: Hier stimmt die Mischung! Erschienen im Heel Verlag zum Preis von 9,99 Euro (80 Seiten, 185x185 mm, gebunden, ISBN 978-3-86852-958-6).

Weiße-Bete-„Cordon bleu“ vom Blauschimmelkäse

Sie benötigen: 1 TL ganzer Kümmel, 2 kleine Knollen Weiße Bete (oder Rote bzw. Gelbe Bete oder 1 kleiner Knollensellerie), 100 g Blauschimmelkäse (z.B. Bavaria blu), 3 Eier, 100 g Wiener Grießler (doppelgriffiges Mehl), 150 g Semmelbrösel, 250 ml Öl zum Braten

Und so wird es zubereitet:

  1. Ausreichend Wasser in einem Topf erhitzen und Kümmel zugeben. Die Weißen Bete darin ca. 15 Minuten gar kochen und schälen. Sobald die Knollen abgekühlt sind, in insgesamt 8 gleichmäßig dicke Scheiben schneiden.
  2. Den Blauschimmelkäse ebenfalls in Scheiben schneiden. 4 Scheiben der Weißen Bete mit Blauschimmelkäse belegen, die übrigen Scheiben darauflegen.
  3. Die Eier in einem tiefen Teller verquirlen. Die Weiße-Bete-„Cordons bleus“ in Mehl wenden und dabei das überschüssige Mehl abklopfen. Danach durch das Ei ziehen und beiden Seiten in den Semmelbröseln wälzen.
  4. Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Die panierte Weiße Bete zuerst auf einer Seite goldbraun backen, dann wenden und auch die andere Seite goldbraun backen. Aus der Pfanne nehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und leicht salzen
  5. Zubereitungszeit: 45 Min.

Aus „Bayrische Tapas“. „O’zapft is“ und Bühne frei für die bayrischen Spezialitäten im Mini-Format! Die typisch bayrische Weißwurst, das süffige Weißbier und der gemütliche Biergarten stehen genau wie die spanischen Tapas für Geselligkeit, Lebensfreude und Genuss. Der Koch des Restaurants "Moarwirt" und Autor Florian Lechner verbindet beide Traditionen und interpretiert mit Tanja Timme die klassischen Rezepte der Alpenregion neu. Kalte und pikante Tapas wie Birnen-Apfel-Obazda und würziger Mini-Wurstsalat bereichern das Picknick im Grünen, warme und herzhaft gefüllte Gänseblümchen-Gnocchi füllen den Magen von Last-Minute-Gästen und süße Tapas wie Panna Cotta von Heu und Kamille beeindrucken nicht nur mit einer kurzen Vorbereitungszeit. Passende Getränketipps, clevere Menüvorschläge und ein Wörterbuch „Bayrisch – Hochdeutsch“ komplettieren das Buch über die kleinen Gaumenfreuden. An Guadn! Fazit: Außergewöhnliche Rezeptideen – leicht nachzukochen. Feines Buch! Erschienen im BLV Buchverlag zum Preis von 14,99 Euro (128 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8354-1067-1).

Steckerlfische

Für 4 Portionen benötigen Sie: 4 küchenfertige ganze Fische (z.B. Renken oder Makrelen), ½ Knoblauchzehe, 8 EL Öl, Salz, Pfeffer, 2 EL edelsüßes Paprikapulver

Und so werden sie zubereitet:
1. 4 Holzspieße gut wässern. Fische waschen und trocken tupfen. Knoblauch schälen und in das Öl drücken. Fische mit dem Knoblauchöl bepinseln und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver innen und außen würzen.
2. Die Fische auf lange Holzspieße stecken. Das Holzkohlebecken eines Rundgrilles mit Grill-Briketts füllen, Briketts anzünden und warten, bis die Kohle weiß ist, Dann die Steckerl schräg seitlich in die Grillkohle stecken (aufpassen, dass die Holzspieße nicht verbrennen). Die Fische langsam grillen, bis die Haut knusprig ist. Mehrmals zwischendurch mit Öl bepinseln.
Zubereitungszeit: ca. 20 Min. (+ Grillzeit), pro Portion ca. 272 kcal

Aus „War das lecker! – Unsere Lieblingsgerichte aus Bayern“. Die Erinnerung an noch warme Laugenbrezn, eine Brotzeit im Freien, einen saftigen Schweinebraten mit Semmelknödeln am Sonntag oder den Duft der frisch gebackenen Apfelkücherl der Mutter – das prägt ein Leben lang! Die in diesem wunderschön gestalteten Kochbuch zusammengetragenen traditionsreichen Rezepte lassen den Duft der Lieblingsgerichte aus der bayerischen Heimat wieder durch die Küche wehen – von Obazda bis Ochsenmaulsalat, von Biersuppe bis Pichelsteiner, von Saibling bis Steckerlfisch, von Leberkäse bis Schweinshaxe und von Dampfnudeln bis Bayerischer Creme. Fazit: Kulinarische Entdeckungsreise ins Land der Maßkrüge mit zahlreichen historischen Fotografien und mit appetitanregenden Texten rund um die bayrische Küche. Top! Erschienen im Komet Verlag zum Preis von 7,99 Euro (144 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-86941-369-3).

Auszogne

Für ca. 10 Stück benötigen Sie: 1 Würfel Hefe, ¼ l lauwarme Milch, 500 g Mehl, 40 g Butter, 1 Prise Salz, 60 g Zucker, 2 Eier, Fett zum Ausbacken, Puderzucker oder Zimtzucker

Und so werden sie zubereitet:
Hefe und lauwarme Milch vermischen. In das Mehl eine Mulde drücken, die Hefemischung hineingeben und alles einige Minuten gehen lassen. Die restlichen Zutaten hinzufügen und einen glatten Teig daraus kneten, anschließend an einem warmen Ort ½ Stunde gehen lassen. Dann auf der Arbeitsfläche ausrollen und Kreise von ca. 10 cm Durchmesser ausstechen. Den Teig in der Mitte auseinanderziehen, so dass er in der Mitte dünner ist, aber ohne dass ein Loch entsteht. Außen soll ein dickerer Rand bleiben. Die Küchlein schwimmend in heißes Ausbackfett geben und von beiden Seiten goldbraun backen. Nach dem Abtropfen mit Puderzucker oder mit Zimtzucker bestreuen.

Aus „Iss doch Wurscht!“ aus der Reihe „Der kleine Küchenfreund“. München ist nicht nur wegen des Bieres bekannt! Die bayrische Hauptstadt hat von Obatzda bis Leberkäs allerhand vielfältige Gaumenfreuden zu bieten. Der kleine Küchenfreund ist über die Wiesn flaniert und hat die besten Rezepte zusammengetragen. Auf geht's!An Guadn! Fazit: Kleine kulinarische Fibel mit dem Nötigsten ohne Fotos oder anderem Schnickschnack. Erschienen im Hölker Verlag zum Preis von 2,95 Euro (dieses Buch ist nur noch gebraucht zu haben).

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