Vitaler, gesünder & leichter in nur 30 Tagen?

Wen quälen nicht mal Kopfschmerzen, Allergien, Akne, Sodbrennen oder Bluthochdruck? Und fast jeder freut sich über ein paar Kilos, die sich zusammen mit dem Rest auf Nimmerwiedersehen in Luft auflösen. Eine Lösung soll das Ernährungsprogramm „WHOLE30®“ sein…

Der Sommer ist fast vorüber und das viele Eis und andere Köstlichkeiten haben ihre Spuren bzw. ihre Pfunde hinterlassen. Der Urlaub hat irgendwie nicht den gewünschten Erholungseffekt verschafft, man fühlt sich immer noch müde, schlapp, leidet unter Migräne und vielen anderen Dingen, die man wirklich nicht gebrauchen kann. Und die Laune ist eh im Keller, wenn man an den Job denkt, der einem wieder viel Stress verschafft, und das kommende nasskalte Wetter, das Schnupfen und Husten garantiert. Während das Ernährungsprogramm „WHOLE30®“ nichts gegen das ggf. schlechte Wetter ausrichten kann, verspricht es jedoch allen braven Teilnehmern in allen anderen Punkten Linderung oder sogar Heilung. Die Amerikaner Dallas und Melissa Hartwig entwickelten ihr Konzept bereits im Jahre 2009 und stellten es auf ihre Internetseite. Seitdem ist viel passiert: Zehntausende Menschen in aller Welt probierten es aus und ernteten nach 30 Tagen den Lohn ihrer Bemühungen: sie waren vitaler, fühlten sich gesünder und beschwerdefreier und nahmen sogar einige Kilos ab. In 2014 erschien dann zum Programm auch ein Buch mit dem Titel „It starts with food“, das jedoch nur auf Englisch erschien. Mit „Alles beginnt mit dem Essen: Das 30-Tage-Programm WHOLE30®“ ist nun der Ratgeber auch in Deutsch erschienen mit ein paar Optimierungen zu seinem englischen Vorgänger.

Darum geht’s bei „WHOLE30®“
Zunächst einmal darf man das Programm nicht als Diät verstehen, sondern als kompaktes Ernährungsprogramm, das auf Dauer angewendet werden soll. Der Ansatz ist folgender: Einige Lebensmittel wie z.B. Zucker, Getreide, Milchprodukte und einzelne Hülsenfrüchte haben einen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit. Lässt man diese 30 Tage lang komplett weg, erlebt man bereits etwas Wunderbares: Der Körper „erholt“ sich in dieser Zeit von den entzündungsfördernden, das Insulin in die Höhe treibenden, kalorienreichen, aber nährstoffarmen Lebensmittel und dies macht sich deutlich bemerkbar mit fehlenden Symptomen. Wiegen soll man sich in dieser Zeit nicht (wer das wohl schafft?), denn es geht zunächst überhaupt nicht um das Gewicht, das sich aber automatisch auch verändert und zwar abwärts. Natürlich soll der Plan sein, nicht nach 30 Tagen wieder in sein altes Essverhalten zurückzufallen, denn dann kommen auch alle Beschwerden (und die Kilos) wieder…

Welche Nahrungsmittel sind erlaubt und welche nicht?
Starten wir mit den Lebensmitteln, die nicht erlaubt sind, denn es sind eine ganze Menge: Tabu sind Zucker in sämtlichen Darreichungsformen (also auch Fruchtzucker, was bekanntermaßen in Obst enthalten ist, Honig, Agavennektar, Ahornsirup und natürlich die Zuckerersatzstoffe wie z.B. Stevia, Sorbit, Saccharin oder Xylit), alle Getreidesorten (Gluten), Hülsenfrüchte wie verschiedene Bohnenarten oder Linsen (außer grüne Bohnen und Erbsen), Milchprodukte (Kuh-, Ziegen- & Schafmilch, aber auch Sahne, Joghurt, Quark, Käse usw.) und Geschmacksverstärker. Und auch von industriell verarbeiteten Lebensmitteln, wie z.B. Gewürzmischungen, Aufschnitt und selbstverständlich Fast Food sollte man die Finger lassen. Erlaubt sind dagegen tierisches Eiweiß – also Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse in großen Mengen, sicherlich alles am besten in Bio-Qualität und wenige Hülsenfrüchte wie grüne Bohnen oder Erbsen. Damit orientiert sich „WHOLE30®“ stark an den Lehren der bekannten Steinzeiternährung (Paläo-Diät).

Kleine Sünden sind nicht erlaubt & die Waage macht Pause
Wer einmal schwach wird, darf von vorne anfangen, denn „WHOLE30®“ ist streng und verlangt eine radikale Ernährungsumstellung ohne Schummeleien. Die Begründung: Bereits winzige Mengen der entzündlichen Stoffe unterbrechen den Heilungsprozess des Körpers und führen nicht zu den Resultaten. Der im Buch erwähnte Reset-Knopf wird blockiert und zwingt den Sünder automatisch dazu, von vorne zu beginnen.
Während dieser 30 Tage darf/soll man sich nicht auf die Waage stellen oder seine Körpermaße abmessen. Die Erfinder sehen „WHOLE30®“ als Sprungbrett zu lebenslang gesunden Essgewohnheiten. Die mögliche Gewichtsabnahme oder Umfangreduktion ist dann der Bonus, der sich ganz automatisch einstellen soll/wird.

Klappt es oder nicht?
Bei so vielen Menschen, die das Programm ausprobiert, gelebt und für großartig empfunden haben, kann man sich schlecht hinstellen und behaupten, das ist alles Käse. Vielen Menschen fällt die Ernährungsumstellung bestimmt sehr schwer: Kein Brötchen mehr zum Frühstück, kein Obst zwischendurch, viele Eier und Gemüse und vor allem der extreme Zuckerentzug ist nicht ohne und wird ggf. zunächst sogar mit Nebenwirkungen (Kopfschmerzen u.a.) einhergehen. Denn Zucker ist quasi in fast allen abgepackten Lebensmitteln, die wir im Supermarkt finden können. Glauben Sie nicht? Na, dann schauen Sie mal auf die Inhaltsstoffe Ihrer Salami. Fast jede Wurst wird mit Zuckerersatzstoffen angeboten. Die Industrie hat uns alle zu echten Zucker-Junkies erzogen. Ist einem dies erst einmal bewusst, fällt die Entscheidung, das Ganze einfach mal 30 Tage lang auszuprobieren bestimmt nicht mehr ganz so schwer. Was verlieren Sie schon? Was sind 30 Tage eines Lebens? Und laut Dallas und Melissa Hartwig werden Sie sogar am Ende etwas Magisches erleben. Kleiner Tipp von unserer Seite, wenn Sie auch noch Pfunde verlieren wollen: Achten Sie darauf, dass das Fleisch, das Sie auswählen, eher mager ist (z.B. Hähnchen), nehmen Sie große Portionen Gemüse in großer Vielfalt zu sich, denn das macht satt und ist zudem nach wie vor sehr gesund. Genießen Sie Salate und passen Sie auf, welches Dressing Sie nehmen, denn da wird auch Zucker drin sein (also lieber Selbermachen) und trinken Sie viel, am besten natürlich Wasser, keine Schorlen (Fruchtzucker!), geschweige denn Light-Getränke (Zuckerersatzstoffe und viel Chemie, dass nun auch keiner braucht). Wer Geschmack im Wasser braucht, kann sich Zitronenscheiben, Ingwer oder Gurkenscheiben reinschnippeln. Doch genug davon, ran an den Speck und hoffentlich bye-bye Migräne & Co.!

Buchtipp: „Alles beginnt mit dem Essen – Das 30-Tage-Programm WHOLE30®“ von Dallas und Melissa Hartwig (riva Verlag, ISBN 978-3-86883-664-6, 19,99 Euro)

Quellen und Bildrechte:

  • 1. Pixabay