Am 1. November ist der 22. Weltvegantag

Rund 1 Million Menschen in Deutschland leben vegan, ermittelte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov. Die Wirtschaft reagiert auf diesen Trend. Anbieter von Lebensmitteln, Konsumgütern und Dienstleistungen stellen sich auf neue Zielgruppen ein und bieten eine immer vielfältiger werdende Produktpalette pflanzlicher Alternativen an.Hier finden Sie Infos und Rezepte zum Weltvegantag am 1. November.

119 Neuveröffentlichungen im Jahr 2015
Die Anzahl derer, die statt tierischer Zutaten lieber Pflanzliches in der Küche verwendet, wächst. Der Buchmarkt spiegelt diese Entwicklung wider. Im Jahr 2011 wurden zwölf vegane Kochbücher veröffentlicht, 2012 waren es 23, 2014 sind 77 neue vegane Kochbücher erschienen und dieses Jahr liegt die Zahl bei 119 Neuveröffentlichungen. Auch für Menschen, die lieber kochen lassen, gibt es Grund zur Freude. Die Infrastruktur für vegan lebende Menschen wird immer besser. "In jeder mittelgroßen deutschen Stadt gibt es mittlerweile vegane Restaurants und Cafés. In Berlin gibt es aktuell rund 40 vegane Gastronomiebetriebe", so VEBU Geschäftsführer Sebastian Zösch.

Warum vegan?
"Die meisten vegan lebenden Menschen wählen diesen Lebensstil aus ethisch-moralischen Gründen", so Dr. Pamela Kerschke-Risch, Leitung einer Onlinebefragung zu den Gründen für eine vegane Ernährung an der Universität Hamburg. "Berichte über Massentierhaltung legen oft den Grundstein der Entscheidung, zukünftig vegan zu leben. Danach folgen als Motive Gründe wie 'Klimaschutz', 'Gesundheit', 'vegan lebende Freunde' und 'Lebensmittelskandale'", sagt Dr. Kerschke-Risch. "Die typischen Veganer sind laut der Untersuchung mit durchschnittlich 31 Jahren jung, weiblich und leben seit ein bis zwei Jahren vegan. Rund 90 Prozent der Befragten gaben an, dass es in den letzten Jahren sehr viel einfacher geworden sei, sich vegan zu ernähren", so Dr. Kerschke-Risch weiter."Die jüngere Generation ist heute offener für Tierschutzthemen und Nachhaltigkeit und lebt diese Werte jeden Tag mit Messer und Gabel", ergänzt Zösch.

Vegane Lebensweise: mehr als nur Ernährung
Die vegane Lebensweise geht meist über die Ernährung hinaus. So nutzen viele vegane Verbraucher tierleidfreie Kosmetik, ziehen lederfreie Mode vor oder fahren in spezielle Veggie-Hotels. "Die Gruppe der Verbraucher, die ihren Konsum kritisch hinterfragt, wird größer. Diese Entwicklung hat direkten Einfluss auf die Wirtschaft, denn schließlich kaufen auch diese Konsumenten ein und wollen nach ihren speziellen Anforderungen bedient werden. Durch die immer besser werdende Infrastruktur in Deutschland, wird es zunehmend leichter, vegan zu leben", sagt Zösch.

Wirtschaft reagiert auf den Trend
Aufgrund des großen Erfolgs pflanzlicher Speisen in den vergangenen zwei Jahren bot das Münchner Oktoberfest seinen Besuchern auch in diesem Jahr viele vegane Gerichte an. Insgesamt 18 vegane Hauptgerichte gab es dieses Jahr auf der Wiesn in München. Vom Gulasch über die ‘Käs‘-Spätzle bis hin zu Semmelknödeln und Holzfällersteaks gab es in diesem Jahr zahlreiche vegane Alternativen zur altbekannten Hausmannskost.
Auch bei der Deutschen Bahn reagiert man auf den Trend hin zur pflanzlichen Küche. Das reguläre Angebot im Bordrestaurant hält stets eine vegane Mahlzeit für die Fahrgäste bereit. "Das spiegelt sehr schön, dass auch die Wirtschaft auf die größer werdende Nachfrage nach pflanzlichen Gerichten reagiert", stellt Zösch fest. Im Lebensmitteleinzelhandel wächst das vegane Angebot rasant. Beim Verkauf von Fleischalternativen im Lebensmitteleinzelhandel ist derzeit ein Umsatzplus von 30 Prozent zu verzeichnen.

Woher stammt der Begriff 'vegan'?
Der Begriff 'vegan' entstand aus dem englischen Begriff 'vegetarian' (vegetarisch). Durch das Weglassen der mittleren fünf Buchstaben entsteht so das Wort 'vegan'. Vegan lebende Menschen ernähren sich rein pflanzlich. Statt tierischer Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Honig werden pflanzliche Alternativen verwendet.

Rezept "Veganes Mett"
Das vegane Mett lässt sich schnell und unkompliziert zubereiten. Gekühlt hält der Brotaufstrich etwa drei Tage.
Zutaten (für 8 halbe Brötchen)

• 100 g Reiswaffeln
• 100 ml Pflanzenöl
• 200 ml Wasser
• 2 Tomaten
• 3 EL Tomatenmark
• 1 mittelgroße Zwiebel
• 1 TL Salz und Pfeffer
• Nach Bedarf etwas Chilipulver

Zubereitung
1. Die Reiswaffeln zerbröseln und in eine große Schüssel geben. Nach und nach 200 ml (kaltes) Wasser hinzugeben, damit sich die Reiswaffeln vollsaugen können. Es sollte aber nicht zu wässrig werden.

2. Zwiebel und Tomaten in feine Würfel schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. Für die richtige Farbe ausreichend Tomatenmark untermengen und mit Öl, Salz und Pfeffer würzen.

3. Die Masse gut mit den Händen durchkneten. Wer es etwas pikanter mag, kann das Mett noch mit Chilipulver abschmecken.

Das Mett schmeckt am besten, wenn es noch für ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen kann.

Alternativen zu Milch- und Milchprodukten
Milch: z. B. Soja-, Hafer-, Mandel-, Reismilch
Kochsahne: z. B. Soja-, Hafer- oder Mandelsahne, Kokosmilch, Cashewsahne
Schlagsahne: aufschlagbare Pflanzensahne
Butter: reine Pflanzenmargarine
Joghurt: Sojajoghurt, in zahlreichen Sorten erhältlich: Natur, Erdbeere, Kirsche, Pfirsich, Waldbeere, Heidelbeere, Zitrone, Vanille, Schoko, Kaffee etc.
Quark: pürierter Tofu mit Pflanzensahne, Seidentofu
Schnittkäse/Frischkäse: vegane (Frisch-)Käsesorten, meist auf Basis pflanzlicher Fette, Stärke und Soja
Käse zum Überbacken: veganer Reibekäse, schmelzende pflanzliche Käsesorten, Hefeflocken mit Pflanzensahne
Käsesoßen: Hefeflocken machen z. B. helle Soßen käsig
Eis: z. B. Lupinen-, Soja-, Reismilcheis oder Fruchtsorbets
Schokolade: Zartbitter-, Reismilchschokolade und viele weitere

Alternativen zu Eiern
(folgende Angaben ersetzen jeweils ein Ei)
Zum Binden: fertiger Ei-Ersatz; 50 g Seidentofu/Sojajoghurt; 50 g Apfelmus oder 1/2 Banane; 1 EL gemahlene Leinsamen + 3 EL Wasser
Zum Lockern: fertiger Ei-Ersatz; 1 EL Sojamehl + 3 EL Wasser; 50 g Sojajoghurt/Seidentofu; 1 TL Backpulver + 1 EL Stärke + 3 EL Mineralwasser
Rührei: Zerhackte Zwiebeln in einer beschichteten Pfanne mit etwas Olivenöl anbraten. Seidentofu mit der Hand zerkrümeln und zu den Zwiebeln hinzugeben. Mit Kurkuma, Salz und Pfeffer abschmecken

Honig: Agavendicksaft, Ahornsirup, Zuckerrübensirup
Der VEBU empfiehlt: Veggie-Schnupperkurs mit Ernährungs-Coach
Kostenfrei und unverbindlich steht der Veggie-Online-Coach über dreißig Tage zur Seite und sendet jeden Tag eine E-Mail mit Rezepten und Informationen zur vegan- vegetarischen Lebensweise.
www.veggie-schnupperkurs.de

VeggieHotels: www.veggie-hotels.de

Quellen und Bildrechte:

  • Quellen: YouGov Deutschland AG, Studie "Wer will's schon vegan?" (2014); Onlinebefragung Universität Hamburg "Geschlechtsspezifische Aspekte bei der Lebensmittelwahl", Dr. Pamela Kerschke-Risch (2014)
  • VEBU, www.vebu.de
  • Fotos: VEBU