Tropische Früchte: Highlights in der Küche

Auf heimischen Märkten und in Supermärkten hat man sie schon mal gesehen: geheimnisvolle, tropische Früchte oder exotische Obst- und Gemüsearten, Nüsse und Gewürze. Viele trauen sich jedoch immer noch nicht, diese ausländischen Kostbarkeiten in ihrer Küche zu verwenden.

Hübsch sehen sie ja aus, doch wie heißt es so schön: "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht". Ja, diesen Schuh muss sich der eine oder andere von uns wohl anziehen, doch damit ist jetzt Schluss! Springen Sie über Ihren Schatten, greifen Sie zu und ja, fangen Sie an zu genießen, denn viele tropische Früchte oder exotische Obst- und Gemüsearten sind einfach nur köstlich und lassen sich wunderbar in schmackhaften Gerichten verarbeiten. Kleine Auswahl gefällig? Kein Problem, hier kommt sie...

Kaki oder Sharon?
Die Kaki, auch Kakipflaume oder japanische Persimmon genannt, stammt ursprünglich aus Japan und China. Erst um 1800 gelang sie nach Europa und wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts gezielt im Mittelmeerraum angebaut. Die neuere Variante der Kaki, die Sharon, wurde in Israel gezüchtet, entsteht aus unbefruchteten Blüten und ist daher samenlos. Beide gehören zu den Ebenholzgewächsen, werden unreif geerntet und reifen auf dem Transport nach. Daher kann man ruhig noch feste, nicht vollreife Früchte kaufen und sie zu Hause bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Während Kakis jedoch im vollreifen Zustand sehr weich und daher möglichst rasch verwertet werden sollten, bleiben Sharons auch im reifen Zustand noch einigermaßen fest, sollten aber innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Vollreife Früchte bitte möglichst im Kühlschrank aufbewahren, zum Einfrieren sind sie nicht so gut geeignet. Im Gegensatz zur Kaki ist in der Sharon kein Tannin enthalten, so dass sie auch vor der Vollreife und mit Schale verzehrt werden kann. Auch beim Aroma wurde durch die Züchtung der Sharon eine Verbesserung erreicht. Die Kaki hat ein relativ fades, säurearmes Aroma. Die Sharon hat dagegen ein süß-säuerliches, intensiveres Aroma. Vor dem Verzehr müssen die fest sitzenden Kelchblätter am oberen Ende der Früchte entfernt werden. Gesund sind die Früchte ebenfalls! Frisch gepresster Kakisaft hat sich als schleimlösendes Mittel bewährt und stärkt die Abwehrkräfte. Beide Früchte verfügen über einen sehr hohen Gehalt an Provitamin A (vergleichbar mit dem von Möhren). Zusammen mit den anderen enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen, die teilweise in recht ansehnlichen Mengen vorhanden sind, stärken sie die Abwehrkräfte und fördern das Allgemeinbefinden. Außerdem sind sie gut verdaulich, enthalten nicht übermäßig viel Säure und ihr Verzehr ist sowohl für Menschen mit empfindlichen Verdauungsorganen als auch für Kleinkinder gut geeignet.

Rezept: Sharon-Chicorée-Salat
An Zutaten benötigen Sie: 1 Sharon, 2 Chicorée, 1-2 EL Olivenöl, 1 EL Balsamico-Essig, 1 Prise Zucker, frisch gemahlener Pfeffer, Kräutersalz
Und so wird das Gericht zubereitet:
1. Die Sharon waschen, die Kelchblätter mit Ansatz entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden. Den Chicorée waschen, gut abtropfen lassen, jeweils den Strunk ausschneiden und die Blätter quer in Streifen schneiden. Beides miteinander vermischen.
2. Aus Olivenöl, Essig und Gewürzen die Salatsoße zubereiten, abschmecken und den Salat damit anrichten. Sofort servieren.
Tipp: Statt Chicorée können Sie auch Radicchio verwenden.

Karambola, besser bekannt als Sternfrucht
Die kenne ich doch! Die Karambola ist gleichgeschnitten sehr dekorativ, und man findet eine Scheibe daher häufig auf Desserttellern. Doch die ursprünglich aus Malaysia stammende Frucht hat mehr Beachtung verdient als nur zur Zierde. Karambolas werden ebenfalls unreif geerntet und reifen während Transport und Lagerung nach. Die glatte Schale ist wachsartig und kann mitverzehrt werden. Je reifer die Frucht, um so intensiver der Gelbton. Reife Früchte lassen sich gut einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Ein Einfrieren ist jedoch nicht empfehlenswert, da das knackige Fruchtfleisch durch die Eiskristalle zerstört und dadurch weich wird. Außerdem verliert die Frucht dabei den meisten Saft. Das Fruchtfleisch schmeckt säuerlich. Die Früchte verströmen zudem einen deutlichen Jasmingeruch. Während zu Dekozwecken die Schale nicht entfernt wird, sollte bei einer weiteren Verwendung diese jedoch vorsichtig abgezogen werden. Das Fruchtfleisch der Karambola enthält viel organische Säuren, Vitamin B1 und C, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Da auch der Oxalsäuregehalt recht hoch ist, sollte der Verzehr in Maßen geschehen. Der Saft einer frischen Karambola soll zudem fiebersenkend wirken, außerdem erfrischt er und ist durstlöschend. Besonders Diabetiker werden die Karambola häufiger auf ihrem Speiseplan finden, denn die Früchte sind bekannt dafür, dass sie auch den Blutzuckerspiegel senken.

Rezept: Geschnetzeltes mit Karambola
Für 4 Portionen benötigen Sie: 500 g Puten- oder Hähnchenfleisch, 2 Karambolas, 1 große Zwiebel, 200 g Sahne, 1/8 l Gemüsebrühe, Ingwerpulver, Salz, Pfeffer
Und so wird das Gericht zubereitet:
2. Das Fleisch aus der Pfanne nehmen, mit Salz und Pfeffer würzen und zur Seite stellen.
3. Die Karambolas klein schneiden, einige Sterne als Garnitur aufbewahren.
4. Die Karambolastückchen in etwas Öl in der Pfanne glasig dünsten und dann die Gemüsebrühe angießen. Das Fleisch zufügen, mit der Sahne aufgießen und mit Ingwer, Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren mit den restlichen Karambolasternen verzieren. Hierzu passt am besten Reis.
Variante: Anstatt Karambolas kann man auch Kiwis verwenden.

Dattel - älteste Kulturfrucht der Welt
Auch Datteln findet man häufig in den Supermärkten, doch noch immer werden sie skeptisch beäugt, geschweige denn gekauft. Völlig grundlos, denn sie sind köstlich! Sie werden meist roh verzehrt, dabei wird der schmale Kern im Inneren der Frucht, der noch von einem hauchdünnen, silbrigen Häutchen umgeben ist, nicht mitgegessen. Geschmacklich sind sie vergleichbar mit Marzipan und verfügen daher auch über eine entsprechend sättigende Wirkung. Auch die dünne Schale kann mitverzehrt werden, bei der Zubereitung von Gebäck oder Desserts sollte man sie aber vorher abziehen. Als wichtigstes Grundnahrungsmittel mit einem hohen Nährwert (Kalium, Kalzium, Phosphor, Vitamin A, B und D) wurde die Dattel auf langen Schiffsreisen als Proviant der arabischen Seefahrer mitgenommen und verdankt daher ihre weite Verbreitung. Die Dattelpalme ist heute eine typische Pflanze der Randtropen. Frische Datteln sollten beim Kauf eine glatte und pralle Schale besitzen. Im Kühlschrank lassen sie sich noch ein bis zwei Monate aufbewahren. Wenn die Schale anfängt, faltig zu werden, sollten sie verbraucht werden. Getrocknete Datteln halten sich dagegen bei kühler, trockener Lagerung in einem dicht schließenden Behälter sechs bis zwölf Monate. In Kombination mit Schokolade, Marzipan, Nougat, Mandeln oder Pistazien lassen sich Mandeln zu feinem Konfekt verarbeiten. Wer es lieber pikant mag, kann sie mit Käse oder geräuchertem Schinken kombinieren. Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass Datteln ein wirkungsvolles Mittel gegen Erkältungen sind. Hierzu werden ein Dutzend Datteln heiß überbrüht. Nach einer halben Stunde wird das Wasser abgegossen und getrunken und die Früchte werden anschließend verzehrt. Sie wirken außerdem aufbauend auf den gesamten Organismus, regen bei anstrengender geistiger Arbeit an und üben eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem aus.

Rezept: Bratäpfel mit Dattelfüllung
Für 4 Portionen benötigen Sie: 4 Äpfel, 12 frische Datteln, 50 g Haselnüsse, Ahornsirup
Und so wird das Gericht zubereitet:
1. Die Äpfel waschen, das Kerngehäuse ausstechen und noch etwas Fruchtfleisch aus der Mitte entfernen.
2. Die Datteln entkernen und fein zerkleinern.
3. Die Haselnüsse fein hacken und mit den Datteln vermischen.
4. Die Dattel-Hasselnuss-Mischung in die Äpfel füllen. Mit etwas Ahornsirup beträufeln.
5. Die Äpfel in eine Auflaufform setzen, die mit etwas Wasser gefüllt ist. Im Backofen bei 250 Grad etwa 30 Minuten backen.

ImageInfos und alle Rezepte stammen aus "Exotische Früchte: Obst, Gemüse, Nüsse" von Gabriele Lehari. Auf heimischen Märkten und in Supermärkten werden immer mehr exotische Obst- und Gemüsearten, Nüsse und Gewürze angeboten - oft unter verschiedenen Namen. Dieses Buch bringt Ordnung in die verwirrende Vielfalt der exotischen Kostbarkeiten. Außerdem enthält es Informationen über außergewöhnliche Inhaltsstoffe, gesundheitliche Wirkung und sonstige Verwendungsmöglichkeiten der Früchte. In dem Ratgeber werden 130 Arten von Obst, Gemüse, Gewürzen und Nüssen aus aller Welt vorgestellt. Das Buch informiert über den Geschmack, die Konsistenz und die Verwendung zahlreicher exotischer Arten und gibt Tipps zu Lagerung und gesundheitlicher Wirkung. Für die Information auf einen Blick gibt es eine Liste der vorgestellten Früchte in alphabetischer Reihenfolge mit Synonymen, wissenschaftlichem Namen, essbaren Pflanzenteilen und Verzehrart. Ausgewählte Rezepte und Spezialseiten zu Themen wie der Papaya als Apotheke der Tropen oder Beautytipps für Haut, Haar und Seele mit exotischen Früchten runden den Ratgeber ab. Erschienen im Verlag Eugen Ulmer zum Preis von Euro (144 S., Broschur, ISBN 978-3-8338-1852-3).

Exotische Früchte: lecker und vitaminreich

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