Kochen mit Bio-Produkten immer wichtiger

Bio-Produkte werden immer häufiger zum Kochen herangezogen. Die Menschen möchten sich gesünder ernähren. Das haben natürlich auch längst die Hersteller erkannt und bieten ihre Bio-Kost z.T. bereits bei Discountern an. Doch was ist echt "Bio"? Antworten & Bio-Rezepte gibt es bei uns...

Bio-Kost ist in
32.000 Lebensmittel tragen mittlerweile das staatliche grüne Bio-Siegel. Täglich gelangen rund 20 neue Bio-Produkte in die Regale der Geschäfte. Der Möbelgigant Ikea hat sich ganz auf Bio eingeschossen und bringt jährlich rund 1,5 Millionen Bio-Essen auf den Tisch. Da die Nachfrage beim Endverbraucher so groß ist, wird die grüne Kost inzwischen nicht mehr nur in Naturkostfachgeschäften und Bio-Discountern angeboten, auch herkömmliche Supermärkte und Discounter wie Aldi, Penny und Lidl verkaufen neben Basics wie Kartoffeln, Müslis und Öko-Möhren auch Tiefkühlkost und andere Fertigprodukte, verschiedene Tees und Kaffees, Weine sowie Säfte mit Bio-Label. Wer eine gute Beratung schätzt, wird jedoch auch weiterhin den Naturladen aufsuchen müssen. Dank des Bio-Booms sind aus den verstaubten Öko-Buden von einst exklusive Bio-Fachgeschäfte geworden, in denen man feinste Speisen, erlesene Bio-Weine oder auch das eine oder andere Fläschchen Öko-Schampus findet.

Bio - Was steckt dahinter?
Manche Anbieter verwenden für ihre Produkte Bezeichnungen, die biologisch klingen, es aber nicht sind. Grundsätzlich gilt beim Einkauf die Faustregel: Nur wo "Bio" oder "Öko" draufsteht, ist auch tatsächlich Bio oder Öko drin. Fehlen diese Label und steht anstatt dessen z.B. "aus kontrollierten Anbau", "von staatlich anerkannten Bauernhöfen", "aus integrierter Landwirtschaft" oder "aus alternativer Haltung" auf der Verpackung, sollte man die Ware eher kritisch betrachten. Beträgt der Bio-Anteil unter 95 Prozent, aber mehr als 70 Prozent, darf schon das Wörtchen "Bio" oder "Öko" auf der Verpackung stehen. Im Zutatenverzeichnis muss aber deutlich gemacht werden, welche Zutaten genau aus kontrolliertem Bio-Anbau sind. Außerdem muss angegeben werden, wie hoch der Bio-Anteil ist. Zutaten, die keine Bio-Qualität haben müssen, sind alle Zusatzstoffe, Wasser, Mikroorganismen wie Bakterien und Schimmelpilze, Salz und Hefe. Seit September 2001 sorgt das von der EU ins Leben gerufene Bio-Siegel für mehr Sicherheit beim Einkauf. Lebensmittel, die dieses Güte-Siegel erhalten, erfüllen bestimmte Kriterien der EG-Öko-Verordnung: Sie dürfen z.B. nicht bestrahlt werden, jeglicher Einsatz von gentechnisch verändertem Material ist verboten und es darf weder auf chemisch-synthetischen Mitteln basierter Pflanzenschutz eingesetzt werden, noch dürfen leicht lösliche mineralische Dünger Verwendung finden. Die Landwirte müssen zudem Sorge tragen, dass die Pflanzen gesund bleiben. Dazu gehört, dass sich die Fruchtfolge jährlich ändert. Es werden besonders robuste und auf die Region abgestimmte Pflanzen (und Tiere) eingesetzt, die wenig anfällig für Umwelteinflüsse sind. Ökologisch arbeitende Viehbetriebe müssen ihre Tiere artgerecht halten, und die Tiere dürfen nur mit ökologisch hergestelltem Futter gefüttert werden. Also auch keine Zugabe von Antibiotika im Futtermittel. Regelmäßige Kontrollen bei den Bio-Betrieben sorgen dafür, dass die Vorschriften eingehalten und die Qualität für Bio-Produkte weiterhin gewährleistet werden kann.

Bio im bzw. aus dem Ausland
Wenn man eine Reise tut... möchte man sich evtl. auch gerne "biologisch" gesund ernähren. Oder man kauft auch gerne mal Lebensmittel in Deutschland ein, die definitiv eingeführt wurden. Reis aus Italien, Orangen aus Spanien: Auch hier wird die Qualität von Bio-Produkten sorgfältig überprüft. Es gibt für weltweit importierte und nicht aus der EU stammende Produkte ebenfalls Regelungen. Sechs Drittländer wurden von der EU für den Import von Bio-Lebensmitteln anerkannt. In diesen Ländern wird Öko-Landbau im Sinne der EU betrieben, so dass der Einfuhr der Bio-Produkte nichts im Wege steht. Zu den anerkannten Drittländern zählen Argentinien, Australien, Costa Rica, Israel, Neuseeland und die Schweiz. Bio-Lebensmittel aus Ländern, die nicht auf der Liste stehen, werden nach der EG-Öko-Verordnung entsprechend kontrolliert. Im Kleingedrucktem auf dem Etikett werden die Kontrollen generell vermerkt. So kann man z.B. "Kontrolliert durch DE = OXX-Öko-Kontrollstelle" lesen. Dass DE für Deutschland steht, ist wohl klar. Französischen bzw. österreichischen Produkten wird dann z.B. "FR-AB01" und "AT-N-01-Bio"aufgedruckt. Der Begriff "biologisch" wird natürlich auch von unseren Nachbarn verwendet: So heißt es u.a. in Dänemark "oekologisk", England "organic", Frankreich "biologique", Italien "biologico", Schweden "ekologisk", Tschechien "biologická" und Ungarn "ökotermèk".

ImageBuchtipp zum Thema Bio-Produkte:
"Bio drauf - Bio drin?" von Annette Sabersky: Die Naturkostbranche erlebt dank der häufigen Lebensmittelskandale und dem abnehmenden Vertrauen in die Sicherheit unserer Lebensmittel derzeit einen wahren Bio-Boom. Große Supermarktketten haben diesen Trend erkannt und planen eine Ausweitung ihres Biosortiments - falls sie es nicht schon getan haben. Da fragen sich die Verbraucher nicht zu Unrecht, woher die vielen Biolebensmittel stammen und ob wirklich alles Bio ist, wo Bio drauf steht. Dieser und ähnlichen Fragestellungen geht der vorliegende Verbraucherratgeber nach. Es werden die Lücken der EU-Öko-Verordnung und Prädikate für Produkte aufgedeckt, die Bio vorgaukeln, aber nicht enthalten. Außerdem scheint das von der Bundesregierung eingeführte sechseckige EU-Bio-Label durch Gesetzesänderungen in Gefahr zu sein. Höchste Zeit also, den Verbraucher aufzuklären und ihm einen Leitfaden für den täglichen Einkauf an die Hand zu geben. Erschienen im Südwest Verlag zum Preis von 6,95 Euro (96 Seiten, Broschur, ISBN: 978-3-517-08239-4).

Köstliche Bio-Rezepte für alle

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