Der Granatapfel - das Geschenk des Paris

Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um den Granatapfel. So war vermutlich der Apfel der Erkenntnis im Paradies und auch der Apfel, den Paris der Göttin Venus anbot, ein Granatapfel. Erfahren Sie bei uns mehr über diese orientalische Frucht - einschließlich schmackhafter Rezepte!

Anbau, Einkauf und Lagerung

Der ursprünglich aus Persien stammende Granatapfel (Punica granatum) wird mittlerweile in fast allen tropischen und subtropischen Ländern der Erde angebaut. Die lederartige Schale kann grün, gelblich, hellbraun oder rot gefärbt sein. Letzteres findet man normalerweise in den Verkaufsregalen europäischer Supermärkte. Granatäpfel benötigen eine kühle Lagerung und können im 0 Grad-Fach im Kühlschrank bei hoher Luftfeuchtigkeit bis zu drei Monate frisch bleiben, jedoch nur, wenn die feste Schale unversehrt ist. Sobald diese beschädigt ist, muss die Frucht sogleich verwertet werden, da sie sonst im Innern schnell verderben kann.

Granatäpfel: die Zubereitung

Bevor Sie die Frucht bearbeiten, sollten Sie Ihre Kleidung gut vor dem roten Saft des Granatapfels schützen und Gummihandschuhe anziehen. Denn er hinterlässt auf Textilien hässliche braune Flecken, die nur schwer zu entfernen sind. Wenn Sie den Granatapfel halbieren, sehen Sie, dass das Innere in fünf bis sechs Kammern unterteilt ist, in denen die Kerne eingebettet sind. Die Kerne sind von dem roten, durchsichtigen und sehr saftigen Fruchtfleisch ummantelt, das erfrischend säuerlich ist. Man kann es frisch verzehren oder zu Saucen oder Gelee verarbeiten, es eignet sich jedoch nicht zum Einfrieren.

Die Kerne können vorsichtig herausgelöffelt werden, den Saft kann man am einfachsten gewinnen, indem man den noch unversehrten Granatapfel mit der Handfläche kräftig über eine harte Oberfläche rollt, bis man im Innern das Fruchtfleisch knacken hört. Sind die meisten Kammern zerplatzt, schneidet man ein Loch in die Schale und drückt den Saft vorsichtig aus oder trinkt ihn direkt mit einem Trinkhalm.

Leckeres aus der Küche

Granatäpfel werden häufig für Desserts verwendet, wo deren Kerne einen herrlich leicht säuerlichen Kontrast zu besonders süßen Speisen bieten. Aber auch als Topping auf einem Salat machen sie sich gut - oder im Gläschen Sekt!

Für alle Hobbyköche hier ein leckeres Rezept *:

Sesamkrokant-Parfait mit Granatapfelsauce

Zutaten für 6 Personen: 50 g Sesamsamen, 125 g Zucker, Öl fürs Backblech, 1 Vanilleschote, 1/8 l Milch, 1 Ei, 1 Eigelb, 2 EL Honig, 3 EL Zitronen- oder Limettensaft, 125 g Sahne, 2 Granatäpfel, 1/8 l Apfelsaft, 1 TL Speisestärke.

Zubereitung: Den Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten und herausnehmen. Dann 50 g Zucker in der Pfanne goldbraun schmelzen lassen. Den Sesam darin bei mittlerer Hitze wenden, bis er vom Karamel überzogen ist. Den Sesam auf ein geöltes Backblech gießen und mit dem Spatel verteilen. Erkalten lassen. Dann den Krokant in einen Plastikbeutel füllen und mit der Teigrolle fein zerdrücken.

Die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark herauskratzen und in der Milch aufkochen lassen. Inzwischen in einer Schüssel das Ei, das Eigelb und 30 g Zucker cremig verrühren. Den Honig und die heiße Vanillemilch unter ständigem Rühren dazugießen. Die Masse im heißen Wasserbad oder im Topf bei milder Hitze weiterschlagen, bis sie dicklich ist. Danach im kalten Wasserbad etwa 5 Minuten kalt schlagen. Mit dem Zitronen- oder Limettensaft würzen.
Die Sahne steif schlagen, mit dem Krokant unter die Eigelbcreme heben. Die Parfaitmasse in eine Kastenform (3/4 l Inhalt) füllen und etwa 6 Stunden gefrieren lassen, dabei häufig durchrühren, damit sich der Krokant nicht absetzt.

Die Granatäpfel quer halbieren und auf der Zitruspresse vorsichtig auspressen. 2 Esslöffel Kerne abnehmen, von den anhängenden weißlichen Trennwänden befreien. Den Saft durch ein Sieb gießen, dann mit 3 Esslöffel Zucker, dem Saft und der Speisestärke verrühren und bei starker Hitze etwa 2 Minuten köcheln lassen. Abkühlen lassen.

Das Parfait kurz unter kaltes Wasser halten, dann auf eine Platte stürzen. In Scheiben schneiden und auf Teller verteilen. Die Sauce und die Granatapfelkerne ringsherum anrichten.

Zubereitungszeit: etwa 1 Stunde (dazu etwa 6 Stunden Gefrierzeit)
Pro Portion etwa 1100 kJ/260 kcal

Granatäpfel für die Gesundheit

Granatäpfel sind reich an Fruchtsäuren, Zucker und Kalium. Der Saft ist nicht nur ein erfrischender Durstlöscher, der die Magen-Darm-Funktion reguliert und eine leicht stopfende Wirkung hat. Zahlreiche Studien belegen zudem positive Wirkungen auf Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose oder chronische Entzündungsprozesse, weiß die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V..

Dabei scheinen vor allem die polyphenolischen Inhaltsstoffe für die gesundheitsförderlichen Wirkungen verantwortlich zu sein. Polyphenole wie Flavonoide, Catechine und Phenolsäuren können die arterielle Verkalkung der menschlichen Gefäße hemmen, zur Blutdrucksenkung beitragen, das Immunsystem stimulieren sowie die Oxidation des schädlichen LDL-Cholesterins einschränken. Es gibt auch eine direkte Beziehung zwischen der Entstehung von Alzheimer-Demenz und dem Verzehr von Granatapfelsaft: Dieser reduziert demnach die Ablagerung des Glykoproteinkomplex Beta-Amyloid im Gehirn, was im Krankheitsfall am peripheren Nervensystem zu Ausfällen und Funktionsverlusten führt. Weitere Infos: www.fet-ev.eu.

Der eigene Granatapfelbaum

Der Granatapfelbaum ist die ideale Kübelpflanze für daheim, denn er ist recht unempfindlich gegen Krankheiten und lässt sich problemlos überwintern. Die Pflanze wächst als buschiger Baum und kann beachtliche vier bis fünf Meter hoch werden.

Wer sich seinen eigenen "Baum der Versuchung" züchten will, sollte so vorgehen: Die Kerne eines Granatapfels gründlich von sämtlichem Fruchtfleisch befreien und anschließend mit warmem Wasser reinigen. Danach die gesäuberten Kerne in Anzuchterde setzen und etwa 1 cm dick mit Substrat bedecken. Die ideale Keimtemperatur liegt bei 21 Grad Celsius. Das Substrat muss immer gut feucht sein. Die Keimung erfolgt nach zwei bis drei Monaten. Die Sämlinge sollten dann einen warmen und hellen Standort erhalten. Nach vier Wochen können sie in normale Blumenerde gesetzt werden. Achten Sie darauf, dass die Erde nie ganz austrocknet. Je kräftiger die Pflanze wird, umso eher kann sie an einem sonnigen Ort nach draußen gestellt werden. Wenn der Granatapfelbaum das ganze Jahr über bei gleichbleibenden Temperaturen gehalten wird, findet kein Laubfall statt.

Weitere Tipps: In den Sommermonaten alle 14 Tage düngen, während des Wachstums regelmäßig gießen, aber unbedingt darauf achten, dass keine Staunässe entsteht.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos 1, 2 und 3: Pixabay
  • * GU-Ratgeber von Martina Kittler "Desserts - So gelingt's" - leider nur noch gebraucht zu bekommen

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