Pilze sammeln macht Spaß, aber...

... ist nicht ungefährlich. Denn immer wieder passiert es Sammlern, dass sie giftige Pilze in ihren Korb legen und dann auch verzehren. Bei einigen besonders giftigen Exemplaren kann das tödlich ausgehen.

Etwa fünf Menschen sterben in Deutschland Jahr für Jahr allein am Grünen Knollenblätterpilz, der auch "Massenmörder unter den Pilzen" genannt wird. Gemeinerweise Grüner Knollenblätterpilztreten die ersten Symptome frühestens vier bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf. Schwerer Durchfall ist beim Knollenblätterpilz das erste Signal, ein lebensgefährlicher Leberschaden meist die Folge. Oft können die Betroffenen nur durch eine Transplantation gerettet werden.


Weltweit gibt es schätzungsweise über eine Million Pilzarten, nur rund 70.000 davon sind wissenschaftlich beschrieben und nur ein Bruchteil davon ist genießbar. Das macht es auch Ärzten immer schwerer, Patienten mit Pilzvergiftung zu behandeln. Ohne korrekte Diagnose ist Hilfe oft nicht möglich.

Immer wieder bitten Krankenhausärzte Pilzexperten um Hilfe. Die Mediziner saugen den Mageninhalt des Betroffenen ab. Mageninhalt oder übrig gebliebenes Essen werden per Taxi oder Streifenwagen zu den Pilzexperten gebracht. Unter dem Mikroskop versuchen diese festzustellen, was die Vergiftung verursacht hat.


Pilzvergiftungen sind häufig. 25 000 Notrufe erreichen die Vergiftungszentrale des Bonner Uniklinikums in jedem Jahr, etwa 35 000 Anfragen sind es in Berlin. Vor allem verwechseln Sammler immer wieder den giftigen Grünen Knollenblätterpilz mit ähnlich aussehenden, genießbaren Pilzen.

Pilze auf MooseIngrid Koch vom Berliner Giftnotruf warnt vor falschen Bauernregeln. So heißt es etwa, dass Pilze genießbar seien, wenn sich beim Braten ein hinzugegebener Silberlöffel nicht schwarz verfärbt hat: Küchenlatein, das tödlich sein kann.

Auch ist es sinnvoll, immer ein neues Pilzbuch zur Bestimmung zu benutzen, denn nur dort ist man auf dem neuesten Stand der Forschung. Beispiel: Der Kahle Krempling galt früher als harmlos. Der Pilz kann aber eine hyperallergische Reaktion auslösen, die im schlimmsten Fall tödlich endet.
Am besten ist es natürlich, die Ausbeute einem Fachmann vorzulegen. Und was nicht sicher bestimmt werden kann, sollte auch nicht gegessen werden.

Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Giftnotruf-Zentralen in Deutschland gibt es hier.

Bei Pilzfinder.de kann man sich giftige Pilze mit Bild und Beschreibung ansehen.

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