Warum erkranken Frauen häufiger als Männer an einer Blasenerkältung?

Eine Blasenentzündung ist schmerzhaft und äußerst unangenehm. Frauen sind im Vergleich zu Männern deutlich häufiger davon betroffen. Welche Gründe es dafür gibt und woran sich eine Blasenentzündung leicht erkennen lässt, erklärt der folgender Beitrag.

Typische Symptome einer Blasenentzündung

Die Symptome einer Blasenentzündung sind vielfältig und können einzeln oder auch zusammen auftreten. Folgende kommen dabei am häufigsten vor:

  • häufiger Harndrang, es kommen aber nur wenige Tropfen
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Blut im Urin, evtl. auffälliger Geruch
  • krampfartige Unterbauchschmerzen
  • Druckempfindlichkeit
  • Rücken- und Flankenschmerzen bei Nierenbeteiligung
  • Evtl. Fieber


Nicht zu verwechseln ist die Blasenentzündung mit der Blasenschwäche, die bei Frauen ebenfalls häufiger auftritt, zum Beispiel nach Geburten oder Gebärmuttererkrankungen. Ständiger Harndrang und Inkontinenz sind hier oft die einzigen Symptome.


Sie sind nicht sicher, ob eine Blasenentzündung hinter den Beschwerden steckt? Eine schnelle Online-Beratung durch einen Arzt kann Klarheit schaffen.

Die Gründe, warum Frauen häufiger betroffen sind

Fast jede Frau hatte schon mal eine Blasenentzündung, vor allem in der Schwangerschaft und auch kurz nach der Geburt tritt diese häufiger auf.


1. Kürzere Harnröhre

Frau drückt ihre Hände auf den schmerzenden BauchDer wichtigste Grund, warum Frauen häufiger als Männer unter einer Blasenentzündung leiden, ist ihre kürzere Harnröhre. Diese ist mit zwei bis vier Zentimetern deutlich kürzer als bei Männern und damit auch anfälliger für eindringende Keime. Bakterien müssen hier nur einen kurzen Weg in die Blase zurücklegen und lösen dort schneller Entzündungen aus. Die Harnröhre befindet sich bei Frauen zudem auch näher am Anus als bei Männern, bei denen diese im Penis verläuft und dadurch seltener mit Keimen in Kontakt kommt.

2. Menstruation

Der Östrogenspiegel schwankt bei Frauen während der Menstruation. In dieser Zeit sind sie daher anfälliger als sonst für eine Blasenentzündung, weil sich das Scheidenmilieu verändert und Bakterien leichter vermehren können. Eine gute Körperhygiene sollte zu jeder Zeit selbstverständlich sein, in der Zeit der Menstruation aber noch sorgfältiger ausfallen.

3. Schwangerschaft

Auch eine Schwangerschaft verändert den Hormonhaushalt. Dadurch haben es Keime ebenfalls leichter, zu den Harnwegen zu finden und Blasenentzündungen mit allen Symptomen auszulösen. Nicht zu verwechseln ist dies allerdings mit einer Inkontinenz in der Schwangerschaft, die durch den hohen Druck der vergrößerten Gebärmutter auf die Blase verursacht wird. Dagegen helfen am besten Beckenboden-Übungen zur Stärkung der entsprechenden Muskeln.

4. Häufiger Geschlechtsverkehr

Wer sehr häufig Sex hat, beansprucht die Schleimhäute durch die verstärkte mechanische Reizung. Das macht es den Darmbakterien leichter, in den Harntrakt aufzusteigen. Da Frauen zudem eine kürzere Harnröhre haben, macht sich das vermehrt bei ihnen bemerkbar. Bei dieser Ursache wird daher oft auch von „Honeymoon-Cystitis" gesprochen. Um die Gefahr zu reduzieren, sollten Frauen nach dem Geschlechtsverkehr direkt auf die Toilette gehen, um mögliche Keime beim Wasserlassen wegzuspülen.

5. Wechseljahre

Auch in den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt der Frau, unter anderem kommt es zu einem deutlichen Abfall des Östrogenspiegels. Das hat zur Folge, dass die Schleimhaut der Harnröhre empfindlicher wird, sodass Keime leichter eindringen können.

6. Folge einer Bestrahlung

Frauen sind häufiger von Krebserkrankungen des Unterleibs betroffen, zum Beispiel von Gebärmutterhalskrebs, Eierstockkrebs oder Vaginalkrebs. Wenn dann als Krebstherapie eine Bestrahlung eingesetzt wird, kann es zur sogenannten Strahlenzystitis kommen.

7. Falsche Intimhygiene

Wer es übertreibt mit der Intimhygiene, tut sich nichts Gutes. Viele Frauen waschen sich im Intimbereich zu häufig und dann auch noch mit den falschen Produkten. Zu viel Seife kann die Schleimhäute empfindlicher machen, Keime können sich dann leichter vermehren.

8. Zu wenig Flüssigkeit

Wer zu wenig trinkt, muss auch nur selten auf die Toilette. Da die Harnwege dann aber nicht regelmäßig gespült werden, vermehren sich Keime leichter. Frauen neigen dazu, weniger zu trinken als Männer, da das Durstgefühl oft weniger ausgeprägt ist.

9. Blasen-Katheter

Bei einem Blasen-Katheter wird ein Schlauch über die Harnröhre in die Harnblase geführt, zum Beispiel zu medizinischen Zwecken oder bei einer Inkontinenz. Auch hier sind Frauen im Nachteil, da Keime wegen der kurzen Harnröhre besonders schnell am Katheter-Schlauch entlang in die Blase gelangen. Die Blase wird zudem auch durch den Katheter mechanisch gereizt, was sie noch anfälliger macht.

Welche Gründe gibt es noch?

Weitere Gründe, die nicht nur Frauen betreffen, sind zum Beispiel folgende:

10. Erreger

Escherichia coli sind Darmbakterien und können eine Blasenentzündung verursachen, wenn sie durch mangelnde Hygiene oder durch Sexualkontakte in die Harnröhre gelangen. Auch Staphylokokken, Gonokokken, Hefepilze oder Chlamydien können Infektionen auslösen.

11. Fehlbildungen

Wer von Geburt an oder durch Verletzungen unter einer Fehlbildung des Harntrakts leidet, ist oft empfindlicher dafür, eine Blasenentzündung zu bekommen. Das betrifft zum Beispiel Menschen mit einer sehr kurzen oder zu engen Harnröhre. Vor allem, wenn der Urin nicht richtig abfließt, kann es wegen Harnstaus immer wieder zu Infektionen kommen.

12. Geschwächtes Immunsystem

Wer ein geschwächtes Immunsystem hat, neigt generell zu mehr Infekten. Geschwächt ist das Immunsystem zum Beispiel bei Stress, Diabetes oder bei einer HIV-Erkrankung.

13. Absteigende Infektion

Manchmal liegt die Ursache auch in anderen Organen. Wer unter einer Nierenentzündung leidet, bekommt eventuell durch die absteigenden Keime eine sekundäre Blasenentzündung.

Quellen und Bildrechte:

  • Foto 1: Unknownuserpananma, Foto 2: Nastya Gap, beide www.pixabay.com
  • Link 1: Werbe-Link

Ähnliche oder weiterführende Artikel