Läuse: Was tun? Erste Hilfe bei Kopflausbefall

Sie genießen bei Weitem nicht den besten Ruf und sind vor allem in Kindergärten und Schulen von Familien gefürchtet – Kopfläuse. Verständlicherweise kommt da schnell die Frage auf: Was tun bei Läusen? Muss ich einen Lausbefall melden und welche Sofortmaßnahmen kann ich ergreifen, um ihn zu behandeln?

Meldepflicht – ja oder nein?

Vermutlich fragen Sie sich, ob Sie einen Läusebefall, wie einige andere Erkrankungen auch, melden müssen. Für Sie als Elternteil besteht gegenüber dem Gesundheitsamt zwar keine Meldepflicht, aber die Einrichtung ist natürlich bestrebt, eine Ausbreitung zu vermeiden. Deshalb sollten Sie dort unbedingt Bescheid geben und Ihr Kind vorerst zu Hause behalten.

Schulen und Kitas müssen beim Gesundheitsamt den Läusebefall melden. Das kann anonym ohne Angabe persönlicher Daten Kleine Mädchenerfolgen. Außerdem haben sie die Pflicht, die Eltern darüber zu informieren, dass Läuse aufgetreten sind. Nur so ist gewährleistet, dass die Kinder und Erzieher der betroffenen Gruppe gegebenenfalls ebenso mit einer Erstbehandlung beginnen können.

Sofortmaßnahmen: Was sollten Sie bei Läusen als Erstes tun?

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind Läuse hat, dann sollten Sie auch daran denken, die Einrichtung, also Kita oder Schule, darüber zu informieren. Ihr Kind sollte zu Hause bleiben und möglichst zeitnah eine Behandlung beginnen. Diese können Sie mit entsprechenden Mitteln gegen Läuse durchführen.

Da die Krabbeltiere anfangs schnell übersehen oder fälschlicherweise als Schuppen wahrgenommen werden können, bemerken viele einen Befall nicht sofort. Erst wenn aus den Eiern nach circa sechs bis zehn Tagen die Larven schlüpfen, sind sie leichter zu erkennen. Gut zu wissen: In diesem Stadium sind die Läuse noch nicht ansteckend! Um vom Kopf des Wirtes auf einen anderen überzusiedeln, müssen sie erst die Geschlechtsreife erlangen.

Wie funktioniert die Behandlung von Läusen?

Ist Ihr Kind von Läusen betroffen, dann können Sie zunächst mit einem speziellen Läuseshampoo oder einer dafür vorgesehenen Trockenanwendung Erleichterung verschaffen. Das lindert nicht nur den Juckreiz, sondern entfaltet bereits die so wichtige Wirkung, eine weitere Ausbreitung der Läuse zu verhindern.

Zusätzlich empfiehlt es sich, mit einem Läuse- und Nissenkamm das Haar gründlich zu kämmen, um wirklich alle Läuse sowie deren Rückstände zu eliminieren und den Lausbefall zu behandeln. Über diese erfolgreiche Erstbehandlung sollte auch die Tageseinrichtung Bescheid wissen, denn dann besteht für andere Kinder keine Ansteckungsgefahr mehr und Ihr Nachwuchs darf die Einrichtung wieder besuchen.

Läusealarm in der Familie – Sofortmaßnahmen im Überblick

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt einige grundlegende Schritte bei der Läuse-Behandlung:

  • Zu Beginn ist die Verwendung eines Insektizids, also eines Läuseshampoos, zusammen mit dem anschließenden (nassen) Auskämmen der Haare wichtig.
  • Nach etwa fünf Tagen sollten Sie das nasse Auskämmen wiederholen, die Behandlung mit dem Läusemittel nach acht bis zehn Tagen. Damit stellen Sie sicher, dass auch zu einem späteren Zeitpunkt geschlüpfte Larven abgetötet werden.
  • Den Erfolg der Therapie sollten Sie dann mittels nassen Auskämmens noch einmal am 13. Tag und letztmalig am 17. Tag kontrollieren.
  • Wichtig ist auch, dass während der gesamten Behandlungsdauer neben der Nutzung eines Insektizids der Läusekamm zum Einsatz kommt. Grund hierfür ist, dass die Rückstände des Befalls erst damit entfernt werden können. Alleiniges Haarewaschen ist in diesem Fall leider nicht ausreichend.

Läuse bei Kindern verlieren so ein Stück weit ihren Schrecken, wenn Sie wissen, wie Sie einen Lausbefall behandeln und welche Ansteckungswege zu Kopfläusen führen können.

Übertragung: Mythen und Irrglaube

Tatsachen: Die kleinen Ektoparasiten – auch Pediculus humanus capitis genannt – besiedeln ausschließlich den Kopf des Menschen. Das geschieht per Haar-zu-Haar-Übertragung. Daher kommt auch ihre Vorliebe für Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Spielgruppen und Schulen, da Kinder beim Spielen öfter mal ihre Köpfe zusammenstecken. Tiere hingegen laufen keine Gefahr, von Kopfläusen befallen zu werden.

Irrglaube: Die Meinung ist zwar weit verbreitet, dass Läuse von Kopf zu Kopf springen oder sogar fliegen können, dabei handelt es sich aber schlichtweg um einen Mythos. Läuse sind lediglich in der Lage, bei Kontakt von Haar zu Haar auf einen anderen Kopf zu krabbeln. Und keine Angst: Auch wenn viele fälschlicherweise davon ausgehen, dass Läuse etwas mit mangelnder Hygiene zu tun haben, ist auch das ein Irrglaube. Die kleinen Parasiten können jeden treffen.

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