So stärken Sie sich gegen den seelischen Lockdown

Auch wenn die Corona-Pandemie für Familien sehr anstrengend ist: Sie müssen diese schweren Zeiten nicht alleine stemmen. Wer aber alleine wohnt, wie Student*innen, Singles und Alleinlebende, für den werden die Tage und Wochen lang und oft auch einsam. Wir geben Tipps, wie Sie ausgeglichen durch den Lockdown kommen.

Wählen Sie einen „Kuschelkontakt“

Der Stillstand des gesellschaftlichen Lebens und das dunkle Herbstwetter müssen nicht zwangsläufig auch die Stimmung trüben: „Erneut mit den Beschränkungen und den Bedrohungen konfrontiert zu werden, und das auch noch in der dunklen Jahreszeit, ist eine belastende Kombination. Hilfreich ist es deshalb, die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was unser Leben trotz der Pandemie erfüllt”, schlägt Psychologin Patrizia Thamm von der prononva BKK vor. „Wer alleine lebt, könnte sich einen Kontakt aussuchen, mit dem man sich über die Lockdown-Zeit trifft. Wird das auf der Gegenseite genauso gehandhabt, bleibt das Infektionsrisiko überschaubar. Bei unseren belgischen Nachbarn nennt man das “Knuffelcontact” – übersetzt Kuschelkontakt.”

Denn auch wenn man zu seinen restlichen Freunden und Verwandten über Textnachrichten, Anrufe und Videokonferenzen Kontakt hält, ersetzt das auf Dauer kein persönliches Treffen. Mit dieser einen Kontaktperson kann man einen festen Wochentag zum gemeinsamen Kochen, Spielen oder Spazieren gehen verabreden, das gibt Struktur.


Weihnachtliche Stimmung und Sonnenlicht

Sport und Bewegung können Glückshormone freisetzen und auch das Sonnenlicht und die Aufnahme von Vitamin D sorgen für Wohlbefinden. „Der Corona-Stress stellt Aktivierungsenergie im Körper bereit, die durch Sport sehr gut abgebaut werden kann. Da es schon früh dunkel wird, bietet es sich an, die Mittagspause für einen Spaziergang oder eine Jogging-Runde zu nutzen.”

Frau am Fenster trinkt TeeAbends kann die eigene Wohnung oder der Balkon dann mit Fitnessbändern oder Online-Workouts zum Trainingsstudio werden. „Überhaupt kommt den eigenen vier Wänden aktuell eine größere Bedeutung zu, denn wir verbringen einfach viel mehr Zeit zuhause”, erklärt Thamm. „Nehmen Sie sich ein Beispiel an unseren Nachbarn im Norden und machen Sie es sich ‘hyggelig’. Schaffen Sie sich zuhause eine Wohlfühl-Atmosphäre und sorgen Sie für möglichst viel Licht. Holen Sie die Weihnachtsdekoration vielleicht schon jetzt aus dem Keller, schaffen Sie Atmosphäre mit Lichterketten und Kerzen und dem Duft nach winterlichen Gewürzen – z. B. in einer heißen Tasse Tee.”

Achtsam bleiben

Alle Menschen sind von der Corona-Pandemie betroffen. Einige können sich mit den Einschränkungen besser arrangieren – andere sind vielleicht durch Jobverlust, Kurzarbeit, Quarantäne oder Vereinsamung härter getroffen: „In der aktuellen Zeit ist es besonders wichtig, dass wir auf uns, aber auch auf andere achten”, warnt die Psychologin. „Nehmen wir deutliche Veränderungen an uns oder unseren Mitmenschen wahr, die z. B. auf eine Depression hinweisen, sollten wir psychologische Unterstützungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen.” Ein erster guter Ansprechpartner ist in diesem Fall etwa die Hausarztpraxis.

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