Rückblick 2019: Was uns krank macht

Sehr viel Negatives, nur wenig Positives können Wissenschaftler beim Jahresrückblick melden: Schon relativ alltägliche Umwelteinflüsse wie Lärm oder Luftverschmutzung können schwerwiegende Krankheiten auslösen. Wenn dann noch ein ungesunder Lebenswandel hinzukommt, sind die Folgen für Körper und Psyche noch dramatischer. Auch der Klimawandel bedroht nicht nur Flora und Fauna, sondern auch uns. Wenistens im Kampf gegen Krebs gibt es Positives zu berichten.

Lärm und schlechte Luft

Wenn es gilt herauszufinden, was Menschen krank macht, haben Wissenschaftler im vergangenen Jahr gleich mehrere Übeltäter identifiziert. So stellten sie etwa eindeutig fest, dass eine langfristige Belastung mit Lärm wie durch Flugzeuge, Autos oder Züge zu Entzündungen, Schädigungen der Blutgefäße und Herzerkrankungen führt (siehe: http://pte.com/news/20191127027).

Ähnlich schlimme Folgen wurden auch in Zusammenhang mit hoher Luftverschmutzung und Feinstaubbelastung konstatiert. Dieser sollten sich vor allem Schwangere nicht ausgesetzen, um nicht zu riskieren, dass sich die Herzfrequenzvariabilität Ihres Kindes reduziert, die als Risikofaktor für eine ganze Reihe von Krankheiten gilt. Mehr hier.

Keine gute Idee ist es offenbar auch, Trinkwasser mit Fluoriden zu versetzen, um Zähne vor Karies zu schützen - eine gängige Praxis in den USA. Wie eine Studie des Mount Sinai Hospitals aufzeigte, mindern Fluoridverbindungen nämlich die Nieren- und Leberfunktion. Das trifft insbesondere jüngere Menschen, die nur 45 Prozent der Salzstoffe wieder über den Urin ausscheiden Mehr hier Diese Zielgruppe ist es auch, die möglichst von Pestiziden ferngehalten werden sollte. Denn die Chemikalien, die in der modernen Landwirtschaft großflächig eingesetzt werden, erhöhen bei unter 14-Jährigen das Risiko, an Depressionen zu erkranken. Mehr hier.

Schlafmangel und E-Zigaretten

Natürlich spielt auch der Lebenswandel eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes-Typ 2 und Herz-Kreislauf-Beschwerden sollten zum Beispiel mindestens sechs Stunden am Tag schlafen, da sonst das Risiko, an Krebs zu erkranken oder plötzlich zu sterben, steigt. Mehr hier. In Bezug auf erhöhtes Krebsrisiko sollte man übrigens auch die eigene Mundhygiene sehr ernst nehmen und beim Friseur keine permanenten Haarfärbemittel oder chemische Haarglätter zu verlangen.

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, ist hingegen keine neue Erkenntnis. Nikotin-Liebhaber laufen nicht nur Gefahr, schwerwiegende Erkrankungen wie Lungenkrebs, Herzkrankheiten oder Emphyseme zu entwickeln, sie müssen oft auch mit einem zu hohen Blutdruck leben. Mehr hier.

E-ZigaretteWer aber glaubt, ein Umstieg auf die mittlerweile weitverbreiteten E-Zigaretten bringe gravierende gesundheitliche Vorteile, wird durch neueste Studien eines Besseren belehrt. Diese zeigen, dass die beliebten Verdampfer die neuronalen Stammzellen im Gehirn schädigen und sogar absterben lassen können. Populäre Produkte in den USA sind zudem oft mit Giften von Bakterien und Pilzen verunreinigt.

Klimawandel und Artensterben

Was die Gesundheit betrifft, kommt man auch 2019 nicht an einem Thema vorbei: dem Klimawandel. Während immer mehr und vor allem junge Menschen auf Demonstrationen, Social-Media-Portalen oder mit Schulstreiks ihre Sorgen und Forderungen zur weltweiten Klimapolitik laut und öffentlich artikulieren, konnten Wissenschaftler erstmals nachweisen, dass die fortschreitende Erderwärmung, daraus resultierende Hitzeperioden und durch Asthma bedingte Todesfälle unmittelbar zusammenhängen. In den USA gehört die gefürchtete Lungenkrankheit mit 20 Mio. Patienten und über 5.000 Todesfällen pro Jahr inzwischen zu den am meisten verbreiteten Pathologien.

Leider gab es in Bezug auf die Klimakrise in diesem Jahr nicht wirklich viel Positives zu berichten. So stellten etwa Forscher der Universität Wien fest, dass die Natur mitunter nicht mehr in der Lage ist, mit den steigenden Temperaturen Schritt zu halten. Das gilt insbesondere für Arten und Landschaften in höheren Lagen wie den Alpen, wo das Aussterben ganzer Populationen droht. Mehr hier. Auch vom größten Gletscher der Alpen, dem Aletschgletscher, sollen bis zum Ende dieses Jahrhunderts im ungünstigsten Fall nur noch ein paar kleine Eisfelder übrigbleiben, wie Experten der ETH Zürich anhand eines neues Prognosemodells errechnet haben.

Erfolge in der Krebsforschung

Deutlich vielversprechender in die Zukunft blicken lässt sich hingegen in Anbetracht zahlreicher neuer Erkenntnisse und Erfolge im Bereich der Krebsforschung. Wissenschaftler der Oregon State University vermeldeten etwa Anfang August, dass sie einen Ansatz für Krebstherapien gefunden hätten, die nicht die derzeit bekannten Nebenwirkungen mit sich bringen (siehe: ). Kollegen der University of Michigan haben zudem eine Methode zur Krebsfrühdiagnose entwickelt, die riskante invasive Biopsien ersetzt und dabei gleichzeitig die Kontrolle der Effektivität von Therapien verbessert.

Auf großes Interesse stieß eine Studie aus Australien, bei der ein neuer, auf Goldpartikeln basierender Wirkstoff getestet wurde. Dieser soll nicht nur die Nebenwirkungen reduzieren, sondern auch Krebszellen 24 Mal effektiver töten als das häufig eingesetzte Präparat Cisplatin. Mehr hier. Mithilfe speziell behandelter Nanopartikel aus Gold ist es außerdem Forschern an der Icahn School of Medicine im Rahmen von Experimenten gelungen, Prostatakrebs zu besiegen.

Doch auch andere Durchbrüche geben Anlass zur Hoffnung. Bestes Beispiel hierfür ist ein einfacher Urintest zum Nachweis von Prostatakrebs, der sich sich mit Proben durchführen lässt, die zu Hause gesammelt werden.

Vielversprechend ist auch ein neues Medikamenten-Abgabesystem, das Chemotherapeutika als Fett tarnt, um Tumore auszutricksen und zu zerstören. Krebszellen, die besonders schwer kleinzukriegen sind, könnten in Zukunft mittels Blutplättchen behandelt werden. Bei einer vorklinischen Studie fanden Forscher nämlich heraus, dass sie sich in der Umgebung von Tumoren ansammeln. Basierend auf diesen Erkenntnissen, wird nun ein völlig neues Chemotherapeutikum entwickelt.

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