Lebensgefahr durch Blutvergiftung: Fünf Fakten, die jeder kennen sollte
Achtung, gefährlich: Die Blutvergiftung (Sepsis) gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland, wird aber oft zu spät erkannt. Es handelt sich dabei um eine schwere Infektion, die unbehandelt zum Tod führt. Es ist deshalb sehr wichtig, dass jeder Mensch die Symptome einer Blutvergiftung erkennen kann und im Notfall schnell handelt.
Jährlich erleiden rund 230.000 Menschen in Deutschland eine Sepsis, über 85.000 sterben daran – das sind mehr Todesfälle als durch Herzinfarkt, Brust- oder Darmkrebs. Die Dunkelziffer ist wohl noch höher, da viele Fälle nicht korrekt erfasst werden.
Erfahren Sie, wie eine Blutvergiftung entstehen kann, was Sie im Gefahrenfall tun müssen und wie Sie vorbeugen können.
Fakt 1: Eine Sepsis entsteht nicht nur durch große Verletzungen
Es ist ein Irrglaube, dass nur schwere, tiefe Wunden zu einer Blutvergiftung führen. Tatsächlich entsteht eine Sepsis aber häufig nach harmlosen Hautverletzungen, entzündeten Zahnfleischtaschen oder sogar durch scheinbar harmlose Erkältungskrankheiten. Jede nicht ausreichend behandelte Infektion dazu führen.
Fakt 2: Die oft genannten „roten Streifen“ sind kein sicheres Warnsignal
Viele glauben, ein „roter Streifen“ unter der Haut sei ein eindeutiges Zeichen. Dieses Symptom tritt jedoch äußerst selten auf und deutet auf eine Entzündung der Lymphbahnen durch eine Wunddesinfektion hin. Meist äußert sich eine Sepsis durch allgemeine Beschwerden wie plötzliches hohes Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwäche, Herzrasen, Atemnot und Verwirrtheit. Hier finden Sie eine Liste der möglichen Symptome.
Fakt 3: Frühzeitige Behandlung rettet Leben
Bei Verdacht auf Blutvergiftung müssen Sie sofort reagieren! Bei einer Sepsis richtet sich die Immunabwehr nicht mehr nur gegen die Erreger, sondern schädigt den eigenen Körper. Binnen kürzester Zeit können innere Organe Schaden nehmen. Bereits bei ersten Anzeichen einer schweren Infektion, insbesondere in Verbindung mit Fieber und Kreislaufbeschwerden, ist ein Arztbesuch dringend ratsam. Frühe medizinische Hilfe kann die Ausbreitung der Infektion auf den ganzen Körper verhindern, vermeidet Folgeschäden und verbessert die Überlebenschancen erheblich.
Fakt 4: Impfschutz und Hygiene sind zentrale Vorsorgemaßnahmen
Regelmäßige Impfungen wie gegen Grippe, Pneumokokken oder bakterielle Erreger können das Risiko einer Sepsis reduzieren, besonders für ältere Menschen und chronisch Kranke. Gute Hygienestandards – regelmäßiges Händewaschen, Wunddesinfektion und eine rasche Versorgung kleinerer Verletzungen – sind einfache, aber sehr wirksame Schutzmaßnahmen.
Fakt 5: Spätfolgen und Nachsorge – die Bedeutung eines langen Atems
Viele Menschen überleben heute eine Sepsis dank moderner Medizin, doch die Erkrankung hat oft Nachwirkungen. Rund die Hälfte der Erkrankten kämpft noch Monate oder Jahre später mit körperlichen, kognitiven oder psychischen Folgen. Zu den sogenannten Post-Sepsis-Syndromen gehören zum Beispiel Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schmerzen, Bewegungs-einschränkungen im Alltag oder Depressionen. Eine gezielte Nachsorge und Rehabilitation sind wichtig, um Lebensqualität und Selbstständigkeit zurückzugewinnen.
Wenn der Körper glüht, ist dies zugleich ein gutes Zeichen, dass die Abwehr aktiv ist, aber auch ein klarer Hinweis, dass es Zeit ist, sich zu schonen. Kinder haben häufiger Fieber als Erwachsene. Die Ursache ist meist unklar und reicht von harmlosen Infektionen bis zu ernsten Erkrankungen.
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