Hauptsache dunkel? Mythen zur Sonnenbrille im Check

Trotz diverser Aufklärungs-Kampagnen kennen sich viele Deutsche noch immer nicht optimal mit dem Thema Sonnenschutz aus. Zu den Schutzmaßnahmen gehört die richtige Sonnenbrille genauso wie die passende Sonnencreme. Richtig helfen tut sie aber nur, wenn man sich vor dem Kauf gut informiert hat. Mythen rund um die Sonnenbrille blind zu vertrauen, kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Höchste Zeit, mit einigen aufzuräumen!

<p>Zum Thema Sonnenschutz und UV-Licht kursieren zahlreiche Halbwahrheiten, die teils gesundheitsschädliche Konsequenzen haben können. Fest steht laut dem BfS: Der UV-Anteil im Sonnenlicht nimmt im Rahmen des Klimawandels zu. In den kommenden Jahren wird es daher immer wichtiger werden, Augen und Haut vor UV-Licht zu schützen. Schon allein deshalb, weil auch UV-bedingte Erkrankungen wie Hautkrebs in der jüngeren Vergangenheit zugenommen haben. Nicht nur die Haut, sondern auch die Augen können davon betroffen sein. Dem lässt sich mit Sonnenbrillen in der richtigen Schutzklasse und Passform vorbeugen.

Wir zeigen, was es rund um Sonnenbrillen zu beachten gilt, und räumen mit den bekanntestes Mythen auf:


Mythos 1: Man braucht keine Sonnenbrille, wenn es draußen dicht bewölkt ist


Was zugegebenermaßen logisch klingt, ist in Wirklichkeit ein großer Irrtum. Wie hoch der UV-Anteil im Tageslicht ist, bildet der UV-Index ab. Und der kann auch dann relativ hoch ausfallen, wenn die Sonne überhaupt nicht sichtbar ist. Der Blick auf die Zahlen für Ihre Region verrät, ob Sie an einem bestimmten Tag eine Sonnenbrille tragen sollten. Übrigens: An Tagen mit hohem UV-Index sind die Augen auch im Schatten den unsichtbaren UV-Strahlen ausgesetzt. Die Sonnenbrille behalten Sie also auch dort lieber auf.</p>

Mythos 2: Sonnenbrillen blockieren die positiven Effekte des Tageslichts

Kaum etwas ist so wichtig für die Augen wie Tageslicht. Je weniger davon sie erhalten, desto wahrscheinlicher ist ein ungehemmtes Längenwachstum des Augapfels im Sinne einer Kurzsichtigkeit. Das liegt daran, dass die Netzhaut zum normalen Wachstum den Botenstoff Dopamin benötigt. Die Ausschüttung dieses Hormons wird durch Tageslicht gefördert. Aber diesen positiven Effekt der Lichtexposition blockieren Sonnenbrillen nicht. Sie filtern lediglich ultraviolettes Licht in einem Wellenlängenbereich zwischen 100 und 400 Nanometern. Das für den gesamten Körper wichtige Licht aus dem türkis-blauen Spektrum nehmen Sie auch mit Sonnenbrille auf, weil es zwischen 440 und 480 Nanometer aufweist.

Mythos 3: Sonnenbrillen der Schutzklasse 2 reichen

An diesem Mythos ist ein Fünkchen Wahrheit, wenn es um den Alltag geht. Um zur die Arbeit zu gehen oder sich mit Freunden in der Stadt zu treffen, reicht diese Schutzklasse an einem Durchschnittstag in der Regel aus. Wie hoch die UV-Belastung tatsächlich ist, hängt vom genauen Aufenthaltsort ab. In der Nähe von Wasser und im Gebirge ist der UV-Index wesentlich höher. So wie Wasser das Sonnenlicht reflektiert, steigert die dünne Luft auf dem Berg die Strahlung mit jedem Höhenmeter. Um die Augen davor zu schützen, greifen Sie am See und Meer lieber zu Sonnenbrillen der Schutzklasse 3. Für das Gebirge ist die Schutzklasse 4 die richtige Wahl - vor allem im Winter.

Mythos 4: Die Farbe der Gläser ist bei Sonnenbrillen frei wählbar


Modische SonnenbrilleSonnenbrillen sind zugegebenermaßen nicht nur Sonnenschutz, sondern gelten auch als modisches Accessoire. Trotzdem sollten Sie die Farbe der Gläser nicht ausschließlich auf Ihr Outfit abstimmen.

Theoretisch ist der Mythos wahr: Farblich gesehen ist von braunen bis hin zu grünen Gläsern einiges denkbar. Wichtig ist dabei aber, dass jede Glasfarbe besondere Merkmale mitbringt. Grüne Glastönungen stellen Kontraste und Details besser dar und eignen sich für dunkle Lichtverhältnisse. Graue bewahren die Farben um den Träger herum, wodurch sie zum Autofahren geeignet sind. Blaue Nuancen eignen sich dagegen für Nebel, Schnee und schlechte Lichtverhältnisse.</p>

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