Habe ich eine Salmonelleninfektion?

Ferrero musste Kinder-Produkte wegen der Gefahr einer Salmonellenbelastung zurückrufen. Aber was genau ist eine Salmonelleninfektion, woran erkennt man sie und wie gefährlich ist sie? Hier bekommen sie die Antworten - natürlich auch darauf, wie man eine Infektion verhindern kann.

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien aus der Familie der Enterobakterien. Sie können beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen auslösen, was sich meist mit Durchfall bemerkbar macht. Meist gelangen die Bakterien durch Lebensmittel oder auch durch verunreinigte Schneidebretter in den Verdauungstrakt.

Am häufigsten geschieht dies durch Eier oder Eiprodukte, die nicht ganz durchgegart sind, aber auch durch Speiseeis (besonders wenn Ei enthalten ist) oder rohes Fleisch. Pflanzliche Lebensmittel können ebenfalls von Salmonellen besiedelt sein. „Vor allem, wenn auf Schneidebrettern rohes Fleisch bearbeitet wird und anschließend Gemüse auf dem gleichen Brett geschnitten wird“, erklärt Dr. PD Irit Nachtigall, Helios Fachgruppenleiterin Infektiologie.

HändewaschenSchmierinfektion von Mensch zu Mensch aufgrund von mangelnder Hygiene können ebenfalls zu einer Infektion führen. Dies geschieht dann über die Hände in den Mund.

Eher selten kommt es zu einer Übertragung durch Tierkot – was man aber durch sorgfältige Hygiene verhinden kann. Vor allem Reptilien können Salmonellen ausscheiden und sind deswegen für Haushalte mit Kleinkindern nicht geeignet.

Wie sind die Symptome einer Salmonelleninfektion?

Meist macht sich die Erkrankung durch plötzlichen Durchfall, Bauchschmerzen, Unwohlsein und manchmal auch durch Erbrechen bemerkbar. Oft haben Erkrankte auch erhöhte Temperatur. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Blutstrominfektion, einer Sepsis, mit schwerem Krankheitsverlauf kommen.

„Nach Aufnahme der Erreger bricht die Erkrankung relativ schnell aus: nach sechs bis 72 Stunden, meistens jedoch nach 12 bis 36 Stunden. Aber auch danach scheiden Erkrankte noch eine ganze Weile Salmonellen aus, in Einzelfällen bis zu mehrere Monate“, sagt Dr. PD Irit Nachtigall.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders sehr kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdet. Dabei ist vor allem der Verlust an Flüssigkeit und Salzen gefährlich für den Kreislauf. Deswegen ist das Ersetzen der verlorenen Nährstoffe besonders wichtig. Erkrankte sollten auf eine ausreichende Salz- und Flüssigkeitszufuhr achten. Hierfür gibt es in den Apotheken Elektrolytlösungen. Dauert die Durchfallerkrankung länger an und geht mit starkem Erbrechen und Fieber einher, sollten vor allem anfällige Menschen ärztliche Hilfe suchen.

Salmonellen vermeiden: Darauf sollten Sie achten

Wichtig ist, immer auf eine gute Hygiene zu achten. Denn:

  • Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet
  • Bei Temperaturen zwischen 10 und 47°C Grad Celsius fühlen sie sich besonders wohl
  • rohes Fleisch und Eier sowie Produkte mit rohen Eiern wie Mayonnaise immer lückenlos kühlen und nie in der Sonne stehen lassen
  • Schneidebretter zwischen den unterschiedlichen Zutaten gut reinigen
  • Speiseeis nicht wieder einfrieren
  • Auf ausreichende Garzeiten bei Temperaturen über 70 Grad achten
  • Wasser für Säuglingsnahrung immer auf mindestens 70°C erhitzen
  • Erkrankte sollten kein Essen für andere zubereiten, bis sicher ist, dass sie keine Salmonellen mehr ausscheiden

Aber noch wichtiger ist eine gute Händehygiene. Dazu regelmäßig Hände waschen:

  • Nach dem Toilettengang
  • Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln
  • Nach der Verarbeitung von rohen Tierprodukten

Quellen und Bildrechte:

  • Über Helios
  • Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 125.000 Mitarbeitenden. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika und die Eugin-Gruppe mit einem globalen Netzwerk von Reproduktionskliniken.
  • In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, rund 130 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 17 arbeitsmedizinische Zentren.
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