Die Gefahren des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Medikamenten. Sie wirken gegen bakterielle Infektionen, verhindern die Ausbreitung von Krankheiten und reduzieren Komplikationen bei Behandlungen. Leider wirken einige Antibiotika, die früher das Richtige bei bakteriellen Infektionen waren, jetzt nicht mehr optimal. Wenn ein Antibiotikum einige Bakterienstämme nicht mehr wirksam bekämpfen kann, spricht man von einer Antibiotikaresistenz - eines der dringendsten Gesundheitsprobleme unserer Zeit.

Wie kam es dazu? Der übermäßige Gebrauch und Missbrauch von Antibiotika ist hier ein Schlüsselfaktor. Hier erfahren Sie, was Antibiotikaresistenz so gefährlich macht und wie Sie durch die korrekte Anwendung dieser Medikamente dazu beitragen können, dass das Problem nicht noch größer wird.

Was verursacht Antibiotikaresistenzen?

Bakterien gelingt es manchmal, resistent gegen ein Medikament zu werden, wenn sie sich genetisch verändern. Die Veränderung kann die Bakterien vor den Wirkungen des Medikaments schützen oder den Zugang des Medikaments zu ihnen einschränken.

Bakterien, die eine Antibiotikabehandlung überleben, vermehren sich und können resistente Eigenschaften weitergeben. Außerdem können einige Bakterien Informationen an andere Bakterien weiterleiten, die diese widerstandsfähiger gegen ein Medikament machen.

Die Art und Weise, wie Medikamente verwendet werden, beeinflusst, wie schnell und in welchem Ausmaß Resistenzen auftreten.

Übermäßiger Gebrauch von Antibiotika

Der übermäßige Gebrauch von Antibiotika, besonders wenn sie nicht die richtige Behandlung bei einer Ekrankung sind, fördert die Antibiotikaresistenz. Nach Angaben der amerikanischen Gesundheitsagentur CDC ist etwa ein Drittel der Anwendungen von Antibiotika bei Menschen unnötig.

Antibiotika behandeln Infektionen durch Bakterien. Sie wirken nicht gegen Virusinfektionen.
Häufige Virusinfektionen, die nicht durch den Einsatz von Antibiotika behandelt werden sollten, sind:

  • Junge putzt seine NaseSchnupfen
  • Grippe
  • Bronchitis
  • Reizhusten
  • Nebenhöhlenentzündungen
  • Darmgrippe
  • Corona

Bei allen diesen Krankheiten können Antibiotika die Infektion nicht heilen oder ihre Weitergabe verhindern. Ihr Einsatz fördert jedoch die Antibiotikaresistenz von Bakterien.

Wenn Sie bei einer Virusinfektion ein Antibiotikum einnehmen, greift das Antibiotikum Bakterien in Ihrem Körper an. Das sind nützliche Bakterien oder solche, die wenigstens keine Krankheiten verursachen. Die falsche Behandlung kann bei harmlosen Bakterien antibiotikaresistente Eigenschaften fördern, die mit anderen Bakterien geteilt werden können. Oder die falsche Behandlung gibt potenziell schädlichen Bakterien die Möglichkeit, die harmlosen zu ersetzen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika

Sie geraten vielleicht in Versuchung, ein Antibiotikum abzusetzen, wenn Sie sich am Ende einer Behandlung besser fühlen, aber Sie müssen jede Behandlung vollständig durchführen, um möglichst alle krankheitsverursachenden Bakterien abzutöten. Wenn Sie ein Antibiotikum nicht wie verschrieben einnehmen, müssen Sie die Behandlung möglicherweise später wiederholen. Vor allem kann ein zu frühes Ende einer Behandlung mit einem Antibiotikum die Ausbreitung antibiotikaresistenter Eigenschaften unter schädlichen Bakterien fördern.

Auswirkungen der Antibiotikaresistenz

In den letzten Jahren hat die schnelle Zunahme der Resistenz gegen Antibiotika zu einer wachsenden Zahl von Gesundheitsproblemen geführt.

Alleine in Deutschland erkranken in jedem Jahr über 54.000 Menschen an Infektionen durch Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind. Etwa 2.400 von ihnen sterben daran.

Der „Super-Tripper“

Im Jahr 2020 machten in den sozialen Medien Meldungen über Gonorrhoe verursachende Bakterien die Runde, die ein hohes Maß an Resistenz gegen die Antibiotika entwickelt hatten, die üblicherweise gegen diese Infektion verwendet werden. Normalerweise können Sie nach der Konsultation eines Arztes Cefixim kaufen und die Infektion effektiv behandeln, wodurch das Problem gelöst ist.

Sehr viel schlimmer ist die Lage der wenigen Menschen, die sich mit einem Antibiotika-resistenten Gonorrhoe-Erreger infizieren. Diese Erreger sind glücklicherweise sehr selten, aber auch sehr gefährlich. Sie gehören zu den von der WHO dokumentierten Superbugs. Die Medizin hat momentan keine Möglichkeiten, Infektionen mit diesen Erregern zu behandeln.

Was Sie tun können

Auch Sie können dazu beitragen, die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen zu reduzieren, indem Sie im Zweifelsfall nicht auf der Verschreibung eines Antibiotikums bestehen, Infektionen durch Vorbeugung (etwa regelmäßiges Händewaschen mit Seife) verhindern, sofort alle Wunden reinigen und sich gegen bakterielle Infektionen wie Diphterie und Keuchhusten impfen lassen.

Niemals sollten Sie Antibiotikareste für eine spätere Erkrankung aufbewahren, weil es sich bei dem Präparat vielleicht um das falsche Antibiotikum handelt und eine angebrochene Packung keine vollständige Behandlung ermöglicht.

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