Allergien erfolgreich mit TCM behandeln

Statt Allergien mit Antihistaminika, Kortison oder einer langen Desensibilisierung zu behandeln, arbeitet die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit Akupunktur und Kräutertherapie.


Allergien zählen in Deutschland inzwischen zu den Volkskrankheiten - fast jeder Dritte leidet darunter. Betroffene zeigen zum Beispiel heftige Abwehrreaktionen auf normalerweise harmlose Umweltstoffe wie Pollen, Tierhaare oder Nüsse und reagieren mit juckenden Augen, triefender Nase oder Hautausschlägen.

Zu den Ursachen allergischer Erkrankungen zählen genetische und Umweltfaktoren sowie veränderte Lebensgewohnheiten. Auch die sogenannte Hygienehypothese erklärt den Anstieg der Häufigkeit von Allergien. Experten vermuten, dass übertriebene Hygienemaßnahmen das Immunsystem unterfordern und es deshalb anfälliger ist. Bei der Behandlung von Allergien gehört zur schulmedizinischen Standardtherapie die Verschreibung von Antihistaminika oder auch Kortison, bei deren Einnahme allerdings unerwünschte Nebenwirkungen wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und Einlagerung von Wasser auftreten können.

Anders als die westlichen Medizin beschränkt sich die über 3000 Jahre alte Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) nicht auf wenige Parameter, sondern sieht Beschwerden und Befunde im Zusammenhang der gesamten Regulation des Körpers. Krankheiten entstehen aus chinesischer Sicht, wenn der Energiefluss gestört oder sogar unterbrochen ist. Alle Heilmethoden der TCM zielen darauf ab, den natürlichen Energiefluss eines Menschen wieder in sein Gleichgewicht und in eine Gradläufigkeit zu bringen.

Außerdem zeigt jeder Mensch eine individuelle körperliche Reaktion auf äußere und innere Krankheitsursachen. "Ein Beispiel ist die Reaktion auf Stress", erklärt Dr. Sven Schröder, Ärztlicher Geschäftsführer des HanseMerkur Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und fügt hinzu, "der eine bekommt Magenschmerzen, ein anderer schläft schlecht und der Dritte wird reizbar". Diesen individuellen Reaktionen des Körpers trägt die Traditionelle Chinesische Medizin Rechnung. Patienten erhalten also bei gleicher Erkrankung unterschiedliche Behandlungen.

"Die Behandlung von Allergien mit Akupunktur verbunden mit Chinesischer Kräutertherapie ist vielversprechend. Man geht davon aus, dass durch die Akupunktur eine gezielte Modulation des Immunsystems möglich ist. Dadurch können im Verlauf der Behandlung häufig Medikamente wie Antihistaminika und Kortison abgesetzt oder reduziert werden", so Schröder weiter.

Bei dem bekanntesten Verfahren aus dem Reich der Mitte, der Akupunktur, werden spezifische Heilreflexe über Reizpunkte auf der Haut, die sogenannten Akupunkturpunkte, ausgelöst. Eng verbunden mit der klassischen Akupunktur ist die Moxibustion, bei der durch Abbrennen getrockneter Blätter des Beifußkrautes (Moxa) dem Körper Wärme zugeführt wird. In der Regel umfasst eine Behandlungsserie fünf bis zehn Akupunktursitzungen.

Die chinesische Arzneitherapie ist die wichtigste therapeutische Methode der TCM. Es gibt über 3.000 Arzneimittel, die überwiegend pflanzlicher Natur sind, aber auch aus mineralischen und tierischen Produkten bestehen. Üblicherweise werden diese Arzneien in Teeform verabreicht. Weitere Darreichungsformen sind Kapseln, Pulver und Tropfenextrakte sowie Salben und Pasten bei Hauterkrankungen.

Die Therapie kann parallel zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden und eignet sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Leider übernehmen die Krankenkassen in Deutschland diese Behandlungen bisher nicht.

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  • Alle anderen Fotos mit freundlicher Genehmigung des HanseMerkur Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin

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