Nichtraucher werden: So klappts...

Ein Nichtraucher zu werden, ist harte Arbeit und erfordert viel Einsatz! Besonders dann, wenn der Zustand auch dauerhaft sein soll, denn der Mensch neigt nun einmal zur Ungeduld. Wir haben für Sie einige Anti-Raucher-Tipps, die Ihnen die Raucherentwöhnung leichter machen sollen...

Wer über viele Jahre zur Zigarette greift, nimmt schwere gesundheitliche Risiken auf sich. Die Spur der Tabakgifte zieht sich von Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt, Raucherbein und Schlaganfall - besonders bei Raucherinnen, die die Pille nehmen - bis hin zu Impotenz und Unfruchtbarkeit. Vor allem aber sind im Tabakrauch über 40 nachweislich krebserzeugende Stoffe enthalten. Bis zu neun von zehn Lungenkrebskranken sind Raucher. Erhöht ist auch das Risiko, an Kehlkopf-, Mund- und Zungenkrebs sowie Magen-, Blasen-, Nieren- und Gebärmutterkrebs zu erkranken. Fakt ist: In Deutschland führt die Zigarettensucht jährlich 140.000 Menschen vorzeitig in den Tod.

Und nicht nur die Gesundheit der Raucher leidet, auch den Passivrauchern geht es bekanntermaßen an den Kragen. Bereits Kinder entwickeln durch Zigarettenrauch Ablagerungen in den Blutgefäßen, die im Erwachsenenalter das Herzinfarktrisiko erhöhen, berichtet das Apothekenmagazin "BABY und Familie". Herausgefunden haben dies Wissenschaftler der Universität Ulm und des Landesgesundheitsamtes in Stuttgart bei Routinechecks von 383 Viertklässlern. Noch einen Grund für den Rauchstopp liefert eine US-Studie: Hören die Eltern auf zu qualmen, fangen ihrer Kinder oft gar nicht erst an.

Die Möglichkeiten der Raucherentwöhnung sind vielfältig. Zahlreiche RaucherInnen versuchen tagtäglich mit Hilfe von Akupunktur, Nikotinpflaster, Büchern, Seminaren, Pillen und Hypnose von der Nikotinsucht loszukommen. Doch wirklich wichtig ist vor allem eins: ein mächtig starker Willen! Für welchen Weg Sie sich letztendlich entscheiden, bleibt Ihnen selbstverständlich selbst überlassen. Wir bieten ein wenig Entscheidungshilfe an, indem wir Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen:

Reine Willenskraft
Viele Raucher versuchen, mit reiner Willenskraft das Rauchen zu beenden. Ab einem bestimmten Tag oder sogar von heute auf morgen rauchen sie nicht mehr. Noch vorhandene Zigarettenvorräte werden vernichtet, das Feuerzeug verschenkt. Überraschenderweise ist diese Methode die erfolgreichste. Die meisten ehemaligen Raucher haben so aufgehört.

Pflaster, Kaugummis und Sprays
Wer viel raucht, ist meist auch stark nikotinsüchtig. Wenn von heute auf morgen das Rauchen eingestellt wird, gibt es Entzugserscheinungen wie Gereiztheit oder Müdigkeit. Um dies zu vermeiden, können in der ersten Zeit möglicherweise Nikotinpflaster oder -kaugummis helfen, die dem Körper das reine Nikotin ohne die anderen Giftstoffe der Zigarette zuführen. Wenn der Ex-Raucher erst einmal festgestellt hat, dass ein Tag ohne Zigaretten viel ungestörter ablaufen kann, wird er die Nikotinzufuhr langsam verringern und sich so auch der körperlichen Sucht entledigen. Allerdings sollte man den Nikotinprodukten mindestens acht Wochen Zeit geben, um einen Erfolg zu erreichen. Alle Mittel sind rezeptfrei in jeder Apotheke zu bekommen.

Die Anti-Raucher-Pille
Ja, auch die gibt es schon. Inhaltsstoffe wie Bupropion (Handelsname Zyban®) bzw. Vareniclin (Handelsname Champix®) mildern hier die Entzugserscheinungen. Rezeptfrei ist sie jedoch nicht zu bekommen. Der Besuch bei einem Arzt, der die Anti-Raucher-Pille verschreibt, den Raucherentwöhnungswilligen natürlich vorher noch untersucht und über mögliche Nebenwirkungen aufklärt, ist erforderlich! Ein Gutes kommt dazu: Die Wirksamkeit der Pillen ist wissenschaftlich belegt.

Gemeinsam aufhören
In der Gruppe geht es oft leichter: Gleichgesinnte unterstützen sich bei der Raucherentwöhnung und können nützliche Tipps geben, die das Aufhören erleichtern. Der Gruppenzwang tut oft sein Übriges. Natürlich kosten solche Seminare meist Geld, was jedoch durch die Kosteneinsparungen beim Nichtrauchen ausgeglichen wird. Lernziele sind: Das Suchtverhalten zu verändern, Verhaltenautomatismen zu erkennen und zu beherrschen sowie - bei einem Rückfall - den schnellsten Weg in den Wiederausstieg zu finden.

Hypnose und Akupunktur
Dank Hypnose und anderen gezielten Entspannungsübungen "erlernt" der Ex-Raucher, wie man auch unter Stress ohne die nächste Nikotindosis auskommen kann, wie man sich also ohne die chemische Nikotinkeule entspannen kann. Die Hypnose kann zudem dem künftigen Ex-Raucher unterbewusst suggerieren, dass er den Rauch seiner Zigaretten eklig findet. Auch Akupunktur wird mittlerweile zur Raucherentwöhnung angeboten. Dabei werden die Nadeln in die "Anti-Suchtpunkte", die sich meistens am Ohr befinden, gesetzt. Leider sind die Erfolgsaussichten nicht so eindeutig wie erhofft. Studien belegen sogar, dass die Methoden nicht signifikant erfolgreicher sind als der reine Entschluss, das Rauchen zu beenden...

Website-Tipps:
Rauchfrei-Kampagne
IRT
Rauchfrei.de - Das NichtraucherPortal
Nichtraucher.de - Deutschlands größtes Nichtraucher-Portal
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Quellen und Bildrechte:

  • Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.
  • Foto: Pixabay