Warum Frauen öfter Kopfschmerzen haben

Frauen leiden dreimal häufiger unter Migräne und auch öfter unter Spannungskopfschmerzen als Männer. Den Grund dafür hat jetzt Deutschlands führender Kopfschmerzexperte Prof. Hartmut Göbel herausgefunden.

"Das männliche Sexualhormon Testosteron scheint die Schmerzempfindlichkeit zu verringern", sagt der Chefarzt der Schmerzklinik Kiel in der Zeitschrift VITAL. "Dagegen blockieren Östrogene offenbar die Mechanismen, die den Schmerz hemmen und lassen ihn so ansteigen." Zugleich wird bei Frauen die Gefühlszentrale stärker aktiviert wird als bei Männern. Für Frauen steht nämlich nicht der Schmerz an erster Stelle, sondern die Befürchtung, nicht mehr ausreichend für die Familie sorgen zu können.

Prof. Göbel hat ein neues Fünf-Punkte-Programm speziell für Frauen entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Bewegung, denn sie ist ein wichtiger Schlüssel gegen quälendes Kopfweh. Das bestätigt auch der Sportmediziner Prof. Dr. Klaus Völker von der Uni Münster. "Bei körperlicher Anstrengung werden Stoffe wie Endorphin oder Serotonin ausgeschüttet, die unsere Schmerzwahrnehmung verringern."

Hilfreich sind Sportarten, die die Muskelverspannung lindern, wie Chi Gong, Yoga oder Stretching.

Wichtig ist auch ein Stundenplan gegen Stress. "Ein selbst bestimmter Tagesablauf mit ausreichend Pausen ist gerade für Frauen eine entscheidende Maßnahme, um Kopfschmerzen vorzubeugen", betont Prof. Göbel. Ein weiterer Teil des Programms ist die Muskelentspannung. Besonders leicht erlernbar und effektiv ist das Muskelrelaxationstraining nach Jacobson. Auch die richtige Ernährung ist wichtig. Verzichten sollte man auf Süßstoffe, Geschmacksverstärker und nitrithaltige Nahrungsmittel wie Wurst, da sie Auslöser für Kopfschmerzen sein können. Wichtig ist daher eine kohlenhydrathaltige Küche mit viel Obst und Gemüse und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei bis drei Litern Wasser täglich.

Und schließlich sollte man im Notfall nicht auf Kopfschmerztabletten verzichten. "Schmerzmittel schützen das Nervensystem im Akutfall vor einer übermäßigen Schmerzstimulation und Stress", betont Prof. Göbel.

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