Wespennest auf dem Grundstück: Was tun?

Die meisten Wespen leben als Einzelgänger, nur wenige Arten leben in Nestern zusammen. Wer so ein Wespennest am eigenen Balkon, im Gartenschuppen oder in der Nähe der Terrasse entdeckt, ist beunruhigt - besonders wenn Kinder in der Nähe sind. Corinna Hölzel, Gartenexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt, wie Sie mit einem Wespennest umgehen können.

Nur zwei der heimischen Wespenarten lassen sich von unseren Lebensmitteln anlocken: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Hier hift es schon, die Tiere beispielsweise mit einem überreifen Stück Obst vom Tisch wegzulocken.

Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren. Heftige Bewegungen und Wegpusten reizen die Tiere. Auch Parfüm kann sie aggressiv machen. Speisen und Süßgetränke sollten Sie abdecken und nach dem Essen gleich abräumen. Wischen Sie kleinen Kindern sen Mund ab.

Wenn es doch mal zum Stich kommt, kann man eine Zwiebel bereithalten oder, wenn vorhanden, einen batteriebetriebenen Stichheiler. Mit einer Sprühflasche mit Wasser können einzelne Tiere vertrieben werden.

Die meisten Wespen werden nur angriffslustig, wenn sie ihr Nest bedroht sehen. Beispiele für solche Arten sind die Feldwespe, die Mittlere Wespe und die Sächsische Wespe.

Corinna Hölzel: „Wespen bauen ihre faszinierenden Nester auf unterschiedliche Weise. Die Nester der harmlosen Arten sind meist grau, hängen frei und können die Größe eines Fußballs erreichen.

Wespe auf dem WespenbauDie Nester der Gemeinen und der Deutschen Wespe sind in der Regel unterirdisch im Boden, man sieht nur das Einflugsloch. Das sollte zum Schutz von Menschen und Wespen vor Betreten geschützt werden."

Alle Wespenarten sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Denn Wespen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Ökosysteme. Sie bestäuben unsere Pflanzen, beseitigen Aas und ernähren sich von Insekten wie Blattläusen. Wespennester dürfen deshalb auch nur in besonderen Fällen und nur von Fachleuten entfernt werden.

Wespen-Umsiedlung in Ausnahmefällen

Hölzel: „In den allermeisten Fällen ist eine friedliche Nachbarschaft mit Wespen möglich. Wenn das tatsächlich nicht geht, können Wespennester in Ausnahmefällen umgesiedelt werden. Dazu erkundigen Sie sich am besten bei der Umweltbehörde oder dem Naturschutzamt in Ihrer Region.

Experten und Expertinnen kümmern sich dann um eine giftfreie Umsiedlung. Dazu werden umherfliegende Tiere in einen Fangkasten eingesaugt, das Nest abgeschnitten und beides zusammen in einem Nistkasten weit entfernt wieder zusammenführt, sodass die Entwicklung dort so gut wie ungestört weitergehen kann.“

So weit muss es aber nicht kommen: Wenn die Wespen im Wohnbereich ein Nest gebaut haben, kann eine Blende als Sichtschutz angebracht werden. Diese sollte mit etwa zehn Zentimeter Abstand unter dem Nest befestigt werden, sodass die Wespen keine menschlichen Bewegungen sehen. Dann fühlen sie sich nicht bedroht und bleiben ruhig. Ein altes Bettlaken oder eine Tischdecke, mit Klebeband fixiert, eignet sich dafür gut. Achten Sie darauf, den Wespen nicht die Flugbahn abzuschneiden und die Wespen nicht einzusperren.

Übrigens besiedeln Wespen keine verlassenen Nester erneut und bauen auch keine neuen in unmittelbarer Nähe eines alten Nestes. Daher ist es sinnvoll, verlassene Wespennester an Ort und Stelle zu belassen, damit dort nicht wieder Wespen siedeln.

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