Krippenkunst schafft Weihnachtszauber

Krippen gehören zu Weihnachten wie der Osterhase zu Ostern. Und hinter beiden gibt es eine Tradition. Natürlich hat die Krippe ihren Ursprung im christlichen Glauben - schließlich ist ein Teil der Weihnachtsgeschichte dargestellt. Erfahren Sie mehr über die interessante Geschichte der Krippen!

Doch wird die Geschichte von Christi Geburt so in der Bibel beschrieben? Nicht ganz. Aber wer weiß heute so genau, daß im Heiligen Buch nie von einem Stall die Rede war?

Der Evangelist Lukas erzählt in seiner Weihnachtsgeschichte, wie Maria ihr neugeborenes Kind in eine Futterkrippe legte. Erst im Laufe der Zeit dichteten die Menschen Kuh und Esel dazu. Auch von Engeln, Hirten und reichen Geschenken für das Kind steht im Lukas-Evangelium nichts.
Doch in der Phantasie der Künstler wurde die Szene immer mehr ausgeschmückt.

Ihren Höhepunkt erreichte diese Kunst in Neapel im 18. Jahrhundert, wo adelige Mäzene den Bau von Krippenszenen in Auftrag gaben. In den prächtigen italienischen Werken tragen Sklaven bildschöne Prinzessinnen in Sänften zum Bethlehemer Stall, ziehen Musikanten mit glänzenden Trompeten zum Jesuskind und stolzieren Kamele bepackt mit Weidenkörben, Silbertruhen und Amphoren hinterher. Maler, Holzschnitzer und Bildhauer arbeiteten meist gemeinsam an den bis zu 400 Figuren umfassenden Darstellungen.

Bei sogenannten Jahreskrippen konnten es sogar bis zu 4000 Figuren sein. Berühmtes Beispiel ist die "Salonkrippe" im Brixener Museum in Südtirol aus dem 18. Jahrhundert.
Jahreskrippen zeigten neben der Weihnachtsgeschichte im Wechsel auch andere Episoden des Kirchenjahres: den Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl oder die Kreuzigung Jesu.
Die älteste heute noch vorhandene Kirchenkrippe Deutschlands ist die Domkrippe in Augsburg aus dem Jahre 1590.

Ab dem 18. Jahrhundert gab es auch Krippen in den Wohnstuben. Die bürgerlichen Familien konnten sich zwar keine kostbaren Kunstwerke leisten, doch dafür kamen einfache Holzfiguren und sogar Papierkrippen immer mehr in Mode. In Bayern und Österreich ersetzte die Krippe bis zum Ersten Weltkrieg sogar den Tannenbaum.

Europas größte Krippe steht in Holland

Heute ist sicher der Tannenbaum das wichtigste Weihnachtssymbol. Doch auch Krippen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Es gibt sogar jede Menge Krippenvereine, in denen sich die Mitglieder zum Basteln treffen, Kurse veranstalten und ihre Krippe, die oft das ganze Jahr aufgestellt ist, pflegen. Europas größte Krippe steht allerdings in Holland.

KrippeUnd keines dieser Kunstwerke gleicht einem anderen. Einige Klassiker sind zum Beispiel die orientalische Krippe ("echte" morgenländische Landschaft), die Höhlenkrippe (Jesus nicht im Stall sondern einer Felshöhle) oder die heimatliche Weihnachtskrippe (die Figuren in den Trachten der jeweiligen Region).

Krippen-Liebhaber gibt es auf der ganzen Welt. Und jedes Land hat seine eigene Vorstellung, wie eine Krippe aussieht. In Asien können sie aus Bambus sein, in Peru sind sie farbenfroh wie die Kleidung ihrer Bewohner, in Österreich dürfen die adretten Tiroler Häuser nicht fehlen.
Doch egal wie die Krippe gestaltet ist - sie vermittelt dem Betrachter Weihnachtsfreude und führt zurück auf den eigentlichen Anlass des Weihnachtsfestes.

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