Halloween: Die Geschichte

In vielen Ländern wird Halloween gefeiert. Auch bei uns wird es immer beliebter. Aber wissen Sie eigentlich, wem wir dieses Fest zu verdanken haben? Wir klären Sie auf - mit einem kleinen Ausflug in die Geschichte.

Halloween wird allmählich auch bei uns zu einer festen Institution. Jedenfalls ist es bei den Kindern schon wichtiger als das Erntedankfest, denn es ist ihnen näher. Welches Kind weiß heute noch über Landwirtschaft Bescheid? Aber in der so genannten "Zwischenwelt", in der sich ja bekanntlich Hexen, Zauberer sowie allerlei Geister rumtreiben, kennen sie sich bestens aus.


Wie ist Halloween entstanden?


Foto: S. Berg, PixelioDer Halloween-Brauch stammt ursprünglich aus dem keltischen Raum: In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November verabschiedeten sich die Druiden vom Sommer und feierten Samhain. Im keltischen Kalender symbolisiert dieser Tag den Jahreswechsel. Es war die Nacht außerhalb der Zeit, die Zugang zum Land der Toten ermöglichte. Denn die Kelten glaubten an ein Weiterleben nach dem Tod. Man glaubte, dass die Trennwand zwischen der Welt der Toten und der der Lebenden an diesem Abend besonders dünn sei und man daher besonders einfach mit den Toten in Kontakt treten könne.

Um diesen Kontakt besonders einfach herstellen zu können, wurde gefeiert und den Toten allerlei Leckereien angeboten (Parallele zum heutigen Süßigkeiten sammeln), auf dass sie gerne und für kurze Zeit auf die Erde zurückkehren sollten. So wollte man auch nach dem Tod von Verwandten den Kontakt zu ihnen aufrechterhalten.

Es war ein großes Fest, mit Lagerfeuer und Festmahl. Am keltischen Jahreswechsel wurde meditiert, es wurden Voraussagungen für das nächste Jahr gemacht: Es ging um Krieg, Frieden, Politik, Ernten und Krankheiten.

Die Iren haben diesen Halloween-Brauch etwas abgewandelt. Sie haben sich in dieser Nacht möglichst schrecklich angezogen und verkleidet, damit die Toten und Geister an ihnen vorbeigehen und sie nicht als Lebende erkennen. Die Masken und Verkleidungen dienten zur Abschreckung.

Halloween und die Kirche

Mittlerweile ist Allerheiligen ein christlicher Brauch geworden. Bis dahin war es allerdings ein langer, harter Weg. Die Menschen waren zwar relativ leicht davon zu überzeugen, die damals neue Religion, das Christentum, anzunehmen, allerdings haben Sie oft an Ihren alten heidnischen Bräuchen und Traditionen festgehalten. Um die Gläubigen vor Sünden zu bewahren, wurden die alten Bräuche einfach christianisiert.

Im Jahre 837 verfügte Papst Gregor IV, dass an Samhain ebenfalls die Toten geehrt werden sollten. So setzte man für den 1. November Allerheiligen an und am darauf folgenden Tag Allerseelen. Die Menschen behielten ihren Toten-Feiertag, die Kirche konnte behaupten, man habe erfolgreich die heidnischen Bräuche bekämpft.

Im keltischen Raum ließ sich allerdings die Feier im ursprünglichen - heidnischen - Sinne nicht vertreiben. Im 16. Jahrhundert entstand der eigentliche Name Halloween. Die protestantische Kirche führte den Namen All Hallowed Evening ein. Bis zu diesem Zeitpunkt war die eigentliche Halloween-Nacht noch nicht christlich, aber durch diese spezielle Betitelung war der Brauch endgültig christianisiert.

Das Süßigkeiten sammeln hat neben dem keltischen noch einen christlichen Ursprung: Im 9. Jahrhundert n. Chr. wanderten frühe Christen am 2. November, dem Seelenfest, von Dorf zu Dorf und erbettelten so genannte Seelenkuchen. Als Ausgleich für diese Gabe versprachen sie entsprechend hingebungsvoll für die Spender zu beten. Das Beten galt als Vereinfachung des Weges der Toten in den Himmel.


Foto: Hexe110, PixelioHalloween in Amerika


In Amerika kehrte man zum alten Brauchtum von Halloween zurück. Bis es seine jetztige Form angenommen hatte: ein herzlich wenig christliches Fest, bei dem heidnischen Bräuchen gefrönt wird. Kinder ziehen verkleidet durch die Straßen und bitten um Süßigkeiten. Mit dem typischen Spruch "Trick or Treat" (Streiche oder Süßes) auf den Lippen. Gibts nichts Süßes, wird den Hausbesitzern ein Streich gespielt.


Warum ist der Kürbis so wichtig?

Viele Kinder - und ihre Eltern - basteln zu Halloween eine Kürbislaterne. Ein Kürbis wird ausgehöhlt, ein Gesicht hinein geschnitzt und dann mit einer Kerze von innen beleuchtet. So ein Kürbis-Gesicht wird "Jack O'Lantern" genannt und soll böse Geister fernhalten. Damit man das vom Aushöhlen übrig gebliebene Kürbisfleisch nicht wegwerfen muss, gibt es traditionell viele Kürbis-Rezepte.


Die Geschichte von Jack und seiner unheimlichen Laterne

Vor langer, langer Zeit lebte ein Farmer namens Jack. Er war eigentlich kein unsympathischer Bursche, gehörte aber zu der Sorte von Leuten, die ehrliche Arbeit scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Jack war groß und schlaksig, hatte ein schiefes Lächeln und ihm fehlte ein Zahn. Aber er hatte ein nettes Lachen - eines, dass tief aus dem Bauch kam und schneller durch die Scheune tanzte als ein Fiedler mit der Geige in der Hand. Sein Haar war schütter und sein Gesicht zerknittert - ja, so war unser Jack.

Eines schönen Tages war es dem Teufel furchtbar langweilig. Die reichen Leute in Versuchung zu führen war vie zu einfach geworden, also machte er sich auf die Suche nach einem weniger begüterten Opfer. Der alte Teufel entdeckte also Jack, wie der gerade unter der großen alten Eiche im Garten ein Nickerchen machte.

"Jack", sagte der Teufel, "ich bin gekommen, um deine Seele zu holen."
"Wenn du es schaffst, bis oben auf die Spitze von diesem Eichbaum zu klettern, kannst du sie haben", antwortete Jack. "Dann solls mir egal sein."

Natürlich gab es niemanden im ganzen Land, der bis auf die Spitze dieses riesigen alten Baumes klettern konnte, das wusste Jack nur zu gut. Also kletterte der Teufel auf den Baum, aber er blieb im Geäst stecken und konnte weder vor noch zurück.

"Jack, hilf mir runter", sagte er.
"Das hättest du wohl gerne!", sagte Jack. "Wenn ich dich herunter lasse, holst du dir meine Seele. Aber wenn du auf dem Baum bleibst, kannst du mich nicht kriegen."

Der Teufel überlegte hin und her und sagte schließlich: "Wenn du mir herunter hilfst, erfülle ich dir jeden Wunsch. Brauchst ihn nur zu nennen."

Jack spazierte um den Baum herum und schaute sich den Teufel aus verschiedenen Blickwinkeln an. Er kratzte sich am Bart, hob herausfordernd den Kopf und sagte: "Okay, wenn ich dir vom Baum helfe, musst du mir versprechen, dass du mich niemals in die Hölle hereinlässt."
"Abgemacht!", sagte der Teufel und Jack half ihm herunter.
"Na", sagte sich Jack, "das ist ja toll. Jetzt kann ich alles tun, wozu ich Lust habe!" und so machte er es auch.

Armer Jack! Niemand glaubte ihm seine Geschichte. Also fing er an zu saufen und zu spielen, stahl einem Nachbarn die Frau, brannte anschließend mit einer anderen durch - und noch viel mehr schlimme Dinge soll er angestellt haben, aber genau weiß ich es nicht. Jedenfalls kam schließlich der Tag, an dem Jacks letztes Stündlein schlug.

Da ging er hinauf in den Himmel, stand vor der perlengeschmückten Pforte und der Engel, der dort wachte, sagte zu Jack: "Du kannst hier nicht herein. Bei uns ist nur Platz für anständige Leute. Und Jack, ganz unter uns, du bist unten auf Erden alles andere als anständig gewesen. Ich fürchte, du musst hinunter in die andere Abteilung."

Also klopfte Jack an das Tor zur Hölle, doch der Dämon, der dort Dienst schob, sagte: "Tut mir leid, Jack. Du kannst hier nicht rein. Du hast einen Handel mit dem Teufel abgeschlossen. Hier ist kein Platz für dich, es sei denn, du kannst deine Seele gegen die Seele eines anderen eintauschen."
"Aber es ist hier so dunkel und ich kann nichts sehen", sagte Jack. "Wie soll ich da jemanden finden, der meinen Platz einnimmt?"
"Hier", sagte der Dämon und warf Jack ein glühendes Stück Kohle zu.

Da nahm Jack eine Rübe aus dem Garten, höhlte sie aus und legte das heiße Kohlestück hinein, damit er etwas sehen konnte, denn in der Zwischenwelt ist es ziemlich dunkel. In der Halloween-Nacht, wenn der Schleier zwischen dieser anderen Welt und unserer Welt sehr dünn ist, kann man Jack und sein kleines Licht sehen, wie er damit durch Wiesen und Wälder streift und jemanden sucht, der seinen Platz einnimmt.

Wer sich also selbst eine Rübe oder einen Kürbis aushöhlt und eine Kerze hineinsteckt, den wird Jack für eine ebenfalls verlorene Seele halten und ihn in Ruhe lassen. Schließlich war Jack nie ein besonders cleverer Bursche.

Hier finden Sie Leckere Kürbis-Rezepte von Michael Thal.

Quellen und Bildrechte:

  • Foto 1: Pixabay, Foto 2: Aconant, Foto 3: S. Berg, beide Morguefile,
  • Fotos 4 und 5: Familien-Welt

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