Die Tradition des Adventskalenders

Die Deutschen lieben ihre Traditionen. Eine ganz besonderer Brauch in der Vorweihnachtszeit ist der Adventskalender, der nicht nur Kindern hilft, die lange Zeitspanne vom 1. Dezember bis zum Heiligabend zu überbrücken. Sicherlich gibt es auch bei Ihnen in der Familie bestimmte Traditionen um den Adventskalender. Doch vorher stammt dieser Brauch eigentlich?

In keinem anderen Land verschenken die Menschen so viele Adventskalender wie in Deutschland. Zwar ist der Trend schon lange im Ausland angekommen, jedoch halten in erster Linie die Deutschen an dieser alten Tradition fest und bereiten ihren Lieben jeden Dezember eine große Freude.

Der Ursprung des Adventskalenders

Die Tradition des Adventskalenders reicht zurück bis ins 20. Jahrhundert. Als eine der Ursprungsideen gilt die Sitte bei armen Familien, dass 24 Kreidestriche am Türrahmen für die Tage bis zum Heiligabend standen. Jeden Tag durften die Kinder einen Strich wegwischen. Oder es wurden 24 Bilder an die Wand gehängt – jeden Tag ein neues. Auch der Adventskranz mit seinen vier Lichtern ist so ein Symbol der Vorfreude. Die Idee dazu hatte 1839 der evangelisch-lutherische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808–1881).

Als erster gedruckter Adventskalender gilt eine Weihnachtsuhr aus Hamburg, die 1902 allerdings nur die Zahlen von 13 bis 24 aufwies. Wohl der erste komplette Adventskalender aus Papier stammt von dem Verleger Gerhard Lange. 1908 verkaufte er bunte Bildchen, die Kinder auf eine Pappe mit 24 Feldern kleben konnten. 1920 folgte dann der erste Adventskalender mit Türchen, hinter denen sich kleine Bildchen oder Bibelverse verbargen.

Gerhard Lang kam auch auf die Idee, ein Christkindleinhaus anzubieten, das man mit Schokolade füllen konnte. Die ersten schon mit Schokolade gefüllten Adventskalender gibt es seit den 1950er Jahren. Seit dieser Zeit wird er in Massen produziert und ist aus den Wohn- und Kinderzimmern in der Adventszeit nicht mehr wegzudenken.

Mit der Zeit haben sich viele Formen entwickelt, ganz egal, ob gekauft oder selbst gebastelt, mit Schokolade oder Spielzeug – die Fangemeinde ist riesig und wächst mit jeder Generation. Es werden sogar die Fassaden von Gebäuden in der Weihnachtszeit zu Adventskalendern. Berühmt ist zum Beispiel das Wiener Rathaus oder der sogenannte schönste Adventskalender der Welt in der fränkischen Stadt Forchheim, der durch festliche Bilder in Pforte und Fenstern des Fachwerk-Rathauses dargestellt wird.

Moderne Adventskalender: die große Vielfalt

In mehr als 65 Jahren hat sich einiges getan. So gibt es heute eine Vielzahl an unterschiedlichen Adventskalendern: zum Aufstellen oder Anhängen, selbstgebastelt, mit bunten Päckchen oder kleinen Jute-Säckchen gestaltet, Kalender für zwei, mit verschiedenen Tees oder mit Spielzeug gefüllt.
Auch Bücher mit 24 Kapiteln, die man jeweils erst öffnen muss, oder Hörbücher mit 24 Geschichten erfreuen sich großer Beliebtheit.

Ebenso hat der Trend zu personalisierten Geschenken hier Einzug gehalten. So können Sie im Internet ganz einfach Adventskalender mit eigenen Motiven, Fotos, Bildern und Namen versehen lassen und so Ihren Lieben eine ganz besondere Freude machen!

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