Pfingsten – Was sich dahinter verbirgt, Bräuche & mehr

"To Pingsten, ach wie scheun, - wenn de Natur so greun..." zumindest im norddeutschen Raum kennt man dieses witzige Gedicht eines Pfingstausfluges, der im Chaos endet, von Hein Köllisch (1857-1901). Doch Ausflüge, Familientreffen, Grillabende genießt jeder gern an diesem langen Wochenende im Frühling. Und wieso haben wir da einen zusätzlichen freien Tag?

ImageWörtlich übersetzt bedeutet Pfingsten (stammt vom griechischen Wort "pentekoste") "fünfzigster" und erklärt damit gleich, dass das christliche Fest am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert wird. Im Judentum feiert man an diesem Tag das "Wochenfest" (Schawuot), was nicht nur an den Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai erinnern soll, sondern ebenso ein Erntedankfest darstellt. Da laut der biblischen Apostelgeschichte (Apg. 2,1 ff) am Schawuot die "Ausgießung des Heiligen Geistes" (auf die Jünger Jesu) erfolgte, wurde im Christentum das jüdische Wochenfest zum Pfingstfest, was zudem auch den Beginn des öffentlichen Wirkens der Kirche ("Geburtstag der Kirche") und das Ende der österlichen Festzeit darstellt.

Das in der Apostelgeschichte erwähnte "Pfingstwunder" erzählt, wie die Jünger Jesu "mit Heiligem Geist erfüllt wurden und begannen, mit anderen Zungen zu reden". Was soviel bedeutet wie: Die Verkündung der Botschaft von Jesus Christus ist sprachübergreifend für die ganze Welt, soll also alle Menschen unabhängig ihrer Nationalität ansprechen.

Der Pfingstmontag ist in Deutschland, Österreich und auch in den meisten Regionen der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag. Doch gab es in den vergangenen Jahren immer wieder heftige Diskussionen darüber, ob er abgeschafft werden sollte. Bei unseren Nachbarn schaut es da anders aus: In Italien z.B. gibt es den Pfingstmontag als gesetzlichen Feiertag zwar schon seit Jahren nicht mehr, es gibt aber Pläne, ihn wieder einzuführen. In Schweden wurde der Pfingstmontag für den schwedischen Nationalfeiertag "geopfert", was für die Nordeuropäer natürlich auch ein gesetzlicher und arbeitsfreier Feiertag ist.

Kirchliche und andere Bräuche: Der Heilige Geist wird innerhalb der Kirche als Taube dargestellt. Deswegen gab es den Brauch, eine geschnitzte Taube aus dem Kirchengewölbe herabzulassen. Gern baten an Pfingsten die Priester und die Gemeinde um eine gute Ernte. Da dem Pfingstwasser genau wie dem Osterwasser besondere Heil- und Segenskraft nachgesagt wurde, wurden z.B. die Brunnen schön geschmückt. Ansonsten erzählen frz. und dt. Ritterromane von glanzvollen Pfingstfesten des sagenhaften Königs Artus zu Glamorgan (5./6. Jh.). Überliefert sind auch Tanzveranstaltungen und Pfingstspiele von Friedrich I. Barbarossa in Mainz (1184). Von regelrechten Pfingstgelagen mit reichlich Pfingstbier ist die Rede.

Die Pfingstbräuche entwickelten sich regional verschieden: So legten z.B. in Böhmen am Pfingst(vor)abend Kinder Huflattichblätter vor die Tür, auf denen sie morgens eine Pfingstbrezel fanden. Vereinzelt wird noch heute der Brauchtum des Pfingstochsen gepflegt. Ein besonders schön geschmücktes Tier führt dabei das Vieh in einer Prozession durch den Ort und dann das erste Mal auf die Weide. Bis ins 19. Jh. war es üblich, den Pfingstochsen für das anschließende Pfingstessen zu schlachten. Immer noch beliebt ist das Aufstellen von Pfingstbäumen und Stecken von Pfingstmaien. Nicht zu vergessen: Die wunderschönen Pfingstrosen, die jeder Blumenhändler zu Pfingsten für die Fans der duftenden Prachtstücke bereithält...

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