Osterbräuche in anderen Ländern

Jedes Land hat zu Ostern seine eigenen Bräuche und Traditionen. Die meisten haben ihren Ursprung im Altertum und wurden dann vom Christentum übernommen. Wie man wo feiert, lesen Sie hier.

Eier zum Beispiel sollen schon bei den Frühlingsfesten im alten Ägypten, Persien, Griechenland und Rom meist rot gefärbt als Fruchtbarkeitssymbole verschenkt und gegessen worden sein. Auch heute noch sind Ostereier nicht nur in Deutschland ein wichtiges Symbol.
Doch jedes Land hat darüber hinaus noch seine eigenen Osterbräuche. Ein paar haben wir hier zusammengestellt.

In Griechenland fährt man zu Ostern aufs Land - in die alte Heimat. Dort kochen die Frauen die Eier und färben sie rot , schmücken das Haus mit Schleifen, backen das Osterbrot und bereiten die traditionelle Ostersuppe "Mageiritsa" mit Innereien vom Lamm zu. Am Ostersonntag und -montag wird auf dem Dorfplatz getanzt und gefeiert - Gäste sind willkommen.

In der Bretagne sät man zu Ostern Veilchen aus, das sind die Blumen der griechischen Göttin Persephone.

In Finnland wird es am Ostersonntag laut: Dann ziehen die Kinder mit allem, was Krach macht, durch die Straßen und beenden damit die "stille Woche".

In Frankreich suchen die Kinder auch Ostereier - aber erst am Ostermontag! Die Kirchenglocken schweigen von Karfreitag bis Ostermontag als Zeichen der Trauer um den gekreuzigten Jesus.

In Italien veranstalten die Familien am Ostermontag ein großes Picknick mit ganz bestimmten Speisen: die Ostertaube, eine Art Guglhupf, und die Torta di Pasquetta, ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, müssen immer dabei sein. In Sorrent gibt es jedes Jahr am Karfreitag ab 2.30 Uhr die weiße und die schwarze Prozession. Dann tragen Gläubige in weißen Gewändern und Kapuzen die Madonna zum Gesang eines Chores durch die dunklen Straßen.

Das Ostermahl in Spanien besteht traditionell aus Stockfisch und Tomaten. Auf Mallorca sind besonders Panades beleibt, mit Fleisch oder Fisch gefüllte Teigtaschen. Auch in Spanien gibt es in fast jedem Ort Oster-Prozessionen - einige sogar mitten in der Nacht.

In Amerika lädt der Präsident am Ostersonntag Kinder und deren Eltern zum "Easter Egg Roll" in den Garten des Weißen Hauses. Dort sind Tausende von Eiern versteckt, nach denen die Gäste suchen müssen.
In New York findet am Ostersonntag auf der 5th Avenue die traditionelle Easter Parade statt. Blumengeschmückte Festwagen und Menschen in prächtigen und extravaganten Hüten ziehen durch Manhattans Prachtboulevard.

In Luxemburg ziehen die Kinder am Karfreitag singend und klappernd mit Schlehdornsträuchern, die mit bunten Bändern und Papierblumen geschmückt sind, durch die Straßen. Am Abend werden die Sträußchen traditionell verbrannt.

Ostern in Ungarn ist für die Mädchen eine feuchte Angelegenheit: Sie werden mit Wasser begossen!

In den Alpen werden riesige Feuerräder aus Reisig mit Hilfe von Balancierstangen von den Bergen ins Tal gerollt.

Die Österreicher lassen am Ostersonntag in der Kirche Speisen weihen.

In Schweden gibt es Ostern noch keine grünen Zweige, deshalb werden an den kahlen Zweigen bunte Federn befestigt. Der deutsche Brauch, bunte bemalte Eier an den Strauß zu hängen, ist in Schweden unbekannt. Aber Ostereier für die Kinder gibt es auch. Sie werden aber nicht vom Osterhasen, sondern vom Osterküken gebracht. Mit Feuerwerkskörpern, Lärm und Osterfeuer werden die "bösen" Osterhexen verjagt.

In Mexiko gibt es ein großes Volksfest, das fast zwei Wochen dauert. Berühmt sind die Ostertänze. Über den Straßen hängen Girlanden aus buntem Toiletten- und Krepppapier. Es finden zwei Karfreitagsprozessionen statt. Am Vormittag wird farbenfroh nachgestellt, wie römische Soldaten hoch zu Ross Jesus zum Kreuzigungsplatz bringen. Am Nachmittag folgt dann die schwarze, schweigende Kreuzigungsprozession.

Quellen und Bildrechte:

  • Foto 1: Angieconscious, Foto 2: Gänseblümchen, beide www.pixelio.de
  • Foto 3: Eric Draper

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