Christi Himmelfahrt - und Vatertag

Für viele Menschen in Deutschland ist dieser offizielle Feiertag einzig und allein ein geschenkter Urlaubstag und die wenigsten wissen um seine genaue Bedeutung. Warum wir Christi Himmelfahrt feiern und uns über die geschenkte Zeit mit der Familie freuen dürfen - in Coronazeiten nicht ganz so toll wie sonst - das erfahren Sie hier.

Schon die Schulkinder freuen sich über Himmelfahrt. Schließlich beschert der stets auf einen Donnerstag fallende Feiertag ihnen mit dem Freitag meist einen Brückentag und somit ein verlängertes Wochenende. Ganz ehrlich: Bevor Sie Ihre Urlaubsplanung für das Jahr bei Ihrem Arbeitgeber abgeben, schauen Sie da auch nach, mit welchen Feiertags-Kombinationen man am meisten Urlaub am Stück gewinnen kann? Dafür brauchen Sie sich nicht zu schämen, Sie sind in bester Gesellschaft. Auch was die Erklärung angeht, was dieser christliche Feiertag bdeutet. Ein Zustand, den es gilt, zu verändern...

Christi Himmelfahrt - Bedeutung & lieb gewonnene Bräuche

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei diesem christlichen Fest um die Rückkehr des auferstandenen Jesus Christus in den Himmel zur Rechten Gottes. In der Apostelgeschichte (Apg 1, 9-11) heißt es, dass Christus 40 Tage nach dem Osterfest mit seinen Jüngern beisammen war. Vor ihren Augen wurde er emporgehoben, eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn den Blicken der Jünger. Christi Himmelfahrt wird daher immer am 40. Tag nach dem Ostersonntag gefeiert und ist also immer ein Donnerstag.

Erste Überlieferungen des Festes sind aus dem 4. Jahrhundert bekannt; davor feierten die Christen die Himmelfahrt Christi am Pfingstfest. In Deutschland, der Schweiz, Österreich, Finnland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Belgien, Frankreich, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Grönland, Haiti, Indonesien, Island, Kolumbien, Madagaskar und Namibia ist Christi Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag. In manchen Ländern, so in Italien, Polen und Ungarn, wurde das Fest jedoch bereits als gesetzlicher Feiertag abgeschafft und wird dort am anschließenden Sonntag kirchlich gefeiert.

Kirchliche Bräuche

Früher blies man an diesem Tag die Osterkerze aus, die in der Osternacht entzündet und geweiht worden war, da Christus nicht mehr leibhaftig unter den Jüngern ist. Mancherorts sieht es der Brauch immer noch vor, eine Figur des auferstandenen Christus im Chorraum der Kirche emporzuziehen und ggf. in einer Öffnung im Dachgeschoss verschwinden zu lassen. Dass es dann im Anschluss Oblaten, Rosinen und Mandeln "regnet", wird man jedoch nicht mehr erleben dürfen. Auch von einer brennenden Strohpuppe in Gestalt des Teufels, die dann von den Jugendlichen in Fetzen gerissen wird, hat die Kirche mittlerweile Abstand genommen. Und dass die Gläubigen die Kränze und Blumen plündern, die die Altäre schmücken, um sie in Haus und Stall aufzuhängen, wird so ebenfalls nicht mehr passieren.

Und was ist mit dem Vatertag?

Für viele ist Christi Himmelfahrt und Vatertag ein und dasselbe. Doch das ist ein Irrtum, beide werden nur am gleichen Tag gefeiert. Das volkstümliche Fest wird seit Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland gefeiert und ist vor allem in Ostdeutschland besser bekannt unter dem Begriff Herrenpartie. Noch immer werden - vor allem von jüngeren Männern - Bräuche gepflegt, die einher gehen mit dem übermäßigen Konsum von Alkohol. So wird man nicht selten kleineren oder auch größeren Grüppchen an diesem Tage begegnen, unterwegs mit Bollerwagen, Kutschen, Schubkarren, Traktoren samt Anhängern u.a. Gefährten, die meist hübsch mit Flieder und Birkenzweigen geschmückt sind.

Stets dabei Hochprozentiges und gute Laune, die leider manchmal, wie es bei Massenbesäufnissen üblich ist, auch ins Gegenteil umschlagen kann. Nach einem Brauch müssen die Junggesellen das Bier mitbringen und transportieren, während es sich die gestandenen Väter an diesem Tage gut gehen lassen dürfen. Der Trend zeigt jedoch, dass der Vatertag zunehmend als Familienfest gefeiert wird und darum in der Urlaubsplanung hoch im Kurs steht. Doch auch ein Tagesausflug auf dem Drahtesel ist eine immer wieder gern genommene Variante...

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