Gemeinsam mit Kindern basteln…

…das bringt furchtbar viel Spaß und ist jetzt in den Ferien doch eine tolle Sache, wenn doch mal wieder ein Regentag auftaucht. Wir haben ein paar wirklich schöne Bastelbücher gefunden, die wunderbar ansprechende Ideen präsentieren, die ganz prima gemeinsam zu bewältigen sind.

Feuerwehr
Du brauchst: eine Pappschachtel (24 x 11 x 9 cm), blauen und schwarzen Tonkarton, Spiegelkarton, vier weiße Flaschendeckel, zwei blaue Flaschendeckel, zwei blaue Trinkhalme; rote Fingerfarbe, Pinsel, Klebstoff, Heißkleber, Schere

So geht’s:
1. Die Pappschachtel vorbereiten: Entweder fertige, unbedruckte Pappschachteln verwenden oder Alltagsverpackungen wie Müsli- oder Teeschachteln umarbeiten: Einfach die jeweilige Verpackung an der geklebten Faltstelle vorsichtig auseinandertrennen (am besten mit einem Messer), die Innenseite nach außen falten und die Schachtel wieder zusammen kleben. Dann diese mit roter Fingerfarbe bemalen und trocknen lassen. Die Papiere wie abgebildet zuschneiden. Die Flaschendeckel und die Trinkhalme bereitlegen.
2. Von den schwarzen Quadraten (Räder) alle Ecken abschneiden. An einer langen Seite des Spiegelkartonrechtecks (Fenster) zwei Ecken abschneiden. Den blauen Streifen in sechs Teile schneiden (Leitersprossen). Die Trinkhalme (Leiter) unterhalb der Knickstelle abschneiden.
3. Die weißen Flaschendeckel als Radfelgen mit Heißkleber auf den Rädern anbringen.
4. Die Räder und das Fenster mit Klebstoff auf der bemalten Pappschachtel anbringen. Die Leitersprossen wie abgebildet aufkleben und die beiden Trinkhalme ergänzen. Die blauen Flaschendeckel als Blinklichter mit Heißkleber befestigen.

Aus „Mein allererstes Bastelbuch mit Papier“. Buntes Papier, Schere, Klebstoff und Haushaltsmaterialien, wie Flaschenverschlüsse, Schachteln und Trinkhalme: Das ist alles, was die Kleinen zum Basteln benötigen. Damit können sie experimentieren und ausprobieren. Sie haben viel Fantasie, sind wissbegierig und interessiert an allem Neuen. Aber sie brauchen Anregungen, damit sie ihre Kreativität und ihr Potenzial entfalten können. In diesem Buch stellen Eva Danner und Beate Vogel viele schöne Bastel-Ideen vor, die sich an der Lebenswelt kleiner Kinder orientieren, wie zum Beispiel Bagger, Prinzessin, Engel und Polizist. Alle Beispiele wurden in der Kitapraxis erprobt. Die Kleinen werden gefordert, aber nicht überfordert, haben Spaß und Freude beim Ausprobieren und schnelle Erfolgserlebnisse. Fazit: Süße Sachen, die bereits mit etwas Hilfe von Kindern ab 2 Jahren umgesetzt werden können. Sehr schön! 64 Seiten, Hardcover, Christophorus Verlag, ISBN 978-3-8388-3550-1, 9,99 Euro.

Dreidel
Ab 7 Jahre, 2 oder mehr Spieler

Der Dreidel ist ein Kreisel, dessen vier Seiten jeweils mit einem anderen hebräischen Buchstaben beschriftet sind. Jüdische Kinder spielen das Dreidelspiel zu Chanukka, dem jüdischen Lichterfest, das acht Tage dauert. Der Legende nach diente das Spiel in früheren Zeiten, als den Juden das Studium der heiligen Schriften verboten war, als Tarnung: Kinder, die sich trotz des Verbots mit Lehrern zum Studium der Tora trafen, trugen immer einen Dreidel bei sich. Sobald eine Patrouille erschien, um die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren, begannen sie mit dem Dreidelspiel und taten so, als hatten sie sich bloß zum Spielen getroffen. Wahrscheinlich geht der Dreidel aber auf ein deutsches Kinderspiel aus dem 16. Jahrhundert zurück. Die vier Zeichen auf dem Kreisel sind die Buchstaben נ (Nun), ג (Gimel), ה (He) und ש (Schin), die für den hebräischen Satz נס גדול היה שם stehen. Das bedeutet: „Ein großes Wunder ist dort geschehen“, und ist eine Anspielung auf das Wunder von Chanukka, das im Jahr 164 v. Chr. Stattgefunden haben soll. Dieser Geschichte nach reichte ein kleiner Krug Öl aus, um im Tempel von Jerusalem die Menora, den siebenarmigen Leuchter, acht Tage am Stück brennen zu lassen.

An Material benötigst du: Dünner, weißer Karton, Papier in 4 Farben, Schere, Bleistift, Lineal, Bunt- oder Filzstifte in Schwarz und 4 weiteren Farben, Klebstoff, kurzer Bleistift

Und so wird gebastelt:
Zuerst kopierst du die Vorlage für den Dreidel an einem Kopierer auf ein Blatt Papier.
Dann schneidest du sie entlang der Kontur aus und legst sie auf den Karton. Du fährst mit dem Bleistift die Umrisslinien der Vorlage nach und überträgst die gestrichelten Falzlinien (am besten mit einem Lineal) und den Kreis für die Öffnung, in die später der Griff gesteckt wird. Anschließend bemalst du die vier Seiten des Dreidels in unterschiedlichen Farben. Oder
du überträgst die Seiten noch einmal einzeln auf verschiedenfarbige Papiere, schneidest sie
aus und klebst sie auf die zusammenhängende Grundform. Danach schreibst du die hebräischen Buchstaben ה ,ג ,נ und ש auf die vier Seiten des Dreidels. Wenn du willst, kannst du außerdem noch die Wörter „nichts“, „ganz“, „halb“ und „lege hinein“ dazuschreiben. Dann faltest du die Grundform an den Falzlinien. Trage etwas Klebstoff auf die Klebeflächen auf und drücke sie leicht auf den gegenüberliegenden Innenseiten an. Zum Schluss steckst du einen kurzen Bleistift als Griff durch die Oberseite deines Dreidels.

Die Klebezeichnung findest Du hier!

Spielanleitung
Spielbeginn: Mit dem Dreidel spielen zwei oder mehr Mitspieler um einen kleinen Einsatz wie Süßigkeiten, 1-Cent-Münzen oder Ähnliches. Jeder Spieler hat davon zehn Stück und gibt zwei in die Kasse in der Mitte. Dann wird ausgelost, wer anfängt.
Spielverlauf: Der erste Spieler dreht den Dreidel. Nun kommt es darauf an, welche Seite nach oben zeigt, wenn der Dreidel aufhört, sich zu drehen. Folgende Möglichkeiten gibt es:
/ Nichts: Der Spieler verliert nichts und gewinnt nichts.
ג / Ganz: Der Spieler gewinnt den gesamten Kasseninhalt, der in der Mitte liegt; anschließend legt jeder Spieler wieder ein Stück in die Kasse.
ה / Halb: Der Spieler darf sich die Hälfte des Kasseninhalts nehmen und zusätzlich ein Stück, falls es sich um eine ungerade Anzahl handelt.
ש / Lege hinein: Der Spieler muss zwei Stück in die Kasse legen.
Wer etwas in die Kasse legen muss, aber keinen Einsatz mehr übrig hat, scheidet aus.
Spielende: Es werden zehn Runden gespielt (oder so lange, bis alle Spieler außer einem ausgeschieden sind). Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Süßigkeiten, Münzen etc..

Aus „Carrom Kreisel Murmelbrücke“ von Eva Hauck. Spiele fördern das Gedächtnis und die Geschicklichkeit, lassen Stärken erkennen und Freundschaften entstehen. Sie gehören seit Jahrtausenden zum menschlichen Kulturgut und bringen Freude und Zeitvertreib in jeden Teil der Erde. In diesem Buch werden 50 Spielideen aus aller Welt in anschaulichen Bastel- und Spielanleitungen vorgestellt. In sechs Kapiteln präsentiert die Autorin Brett- und Geduldsspiele, Bewegungs- und Glücksspiele, Spiele für drinnen und draußen aus Afrika, Asien, Australien und Ozeanien, Europa, Mittel- und Südamerika sowie Nordamerika und zeigt auf wie die Spielbretter, Spielsteine und Spielgeräte selbst hergestellt werden können. Reich bebilderte Einführungen in kulturelle Zusammenhänge sowie eine Weltkarte verdeutlichen darüber hinaus Tradition und Entstehung der Kinderspiele rund um den Globus. Neben Mitarbeitern des Ethnologischen Museums Berlin haben bei der Entstehung des Buchs viele Kinder mitgeholfen und darauf geachtet, dass alle Projekte kindgerecht und nachzuarbeiten sind. Fazit: Spannend, spaßig und einfach grandios! 240 Seiten, Klappenbroschur, Haupt Verlag, ISBN 978-3-258-60098-7, 24,90 Euro.

Tiger-Piñata
Mit so einer aufregenden Piñata wird die nächste Party garantiert ein Riesenerfolg!

Das brauchst du: Schere, Cutter und Schneidematte (nach Belieben), 2 große Stücke Pappe (122 x 183 cm), Malerkrepp, Heißklebepistole und Klebestäbchen, Découpage-Kleber, Schaumstoffpinsel, weißes Seidenpapier, Karton in Schwarz, Orange, Weiß und Pink (oder Farben eigener Wahl), Schnur, Süßigkeiten oder kleine Geschenke zum Füllen

So wird gebastelt:
1. Mit einer Schere oder einem Cutter auf einer Schneidematte aus der Pappe die folgenden Teile zuschneiden (siehe Zeichnung A):
- zwei Kreise (61 cm) für das Gesicht
- vier Ohren (Vorlagen von Seite 126 fotokopieren, ausschneiden und übertragen)
- zwei rechteckige Streifen (mindestens 41 cm x 9 cm) für die Seiten der Ohren
- einen rechteckigen Streifen von mindestens 190 cm x 15 cm (kann aus mehreren Stücken
zusammengeklebt werden)
- einen Kreis (5 cm) zum Aufhängen
2. Für den Kopf den langen, rechteckigen Streifen mit Malerkrepp rechtwinklig an den äußeren Rand eines Pappkreises kleben (B). Den zweiten Pappkreis an der anderen Seite des Streifens festkleben. So entsteht eine runde Box.
3. Einen der kleineren Streifen mit Malerkrepp rechtwinklig an den äußeren Rand eines Ohrs kleben. Ein zweites Ohr an die andere Seite des Streifens kleben. Die beiden restlichen Ohren und den zweiten Streifen ebenso zusammensetzen.
4. Die Ohren mit Heißkleber am Kopf befestigen (C).
5. Mit dem Pinsel Découpage-Kleber auf Kopf und Ohren streichen und alles mit weißem
Seidenpapier bekleben (D). Gut trocknen lassen.
6. Die Vorlagen für das Gesicht (hier zum Download) mit einem Fotokopierer oder Scanner und Drucker auf 200 % vergrößern. Die Formen ausschneiden und auf Karton übertragen. Die Farben sind auf dem Foto zu erkennen. Die Teile für das Gesicht ausschneiden.
7. Wenn der Kopf ganz trocken ist, die ausgeschnittenen Teile auf Gesicht und Ohren kleben. Die Positionen sind auf dem Foto und auf Zeichnung E zu erkennen. Trocknen lassen.
8. Unten in den Tigerkopf eine kleine Klappe schneiden. Die Klappe nicht abschneiden – sie wird später wieder zugeklebt.
9. Mit einer Schere oder einem Cutter ein Loch in die Mitte des kleinen Pappkreises stechen. Ein zweites Loch in der Mitte zwischen den Ohren in den Tigerkopf stechen.
10. Ins Ende der Schnur einen Knoten binden. Das andere Ende durch das Loch in der Pappscheibe fädeln. Die Scheibe bis zum Knoten schieben.
11. Die Schnur mit der Scheibe durch die Klappe im unteren Teil in den Kopf stecken. Die Schnur durch das Loch zwischen den Ohren fädeln. Die Pappscheibe liegt nun im Inneren des Kopfes. Die Schnur in der gewünschten Länge abschneiden.
12. Durch die Klappe in der Unterseite Süßigkeiten oder kleine Geschenke in die Piñata füllen, dann die Klappe zukleben. Sie kann nun noch mit Découpage-Kleber bestrichen und mit Seidenpapier überklebt werden. Trocknen lassen. Bei der nächsten Feier kann die Tiger-Piñata aufgehängt und kräftig verdroschen werden!

Die Zeichnungen findest Du hier!

Aus „Spielzeit“. Schluss mit Langeweile! In diesem Buch zeigt Ihnen die erfahrene Mutter Merrilee Liddiard, wie Sie für und mit Ihrem Kind zusammen in kreative Welten eintauchen können: Basteln Sie wilde Tiermasken oder nähen Sie ein Wams für edle Ritter. Sammeln Sie Zweige für eine Waldelfen-Krone oder bauen Sie ein tolles Puppenhaus aus Karton. Gestalten Sie eine fantasievolle Spielstadt oder ein tierisches Mobile für die ganz Kleinen. Aber auch ganz praktische Dinge wie die lustigen Stiftehalter oder eine kunterbunte Mappe für die gesammelten Kunstwerke Ihres Nachwuchses finden sich in diesem Band. Viele der benötigten Materialien sind dabei bereits in den meisten Haushalten vorhanden oder kostengünstig und unproblematisch zu erwerben. Und schon kann's losgehen! Fazit: Lustiges Buch mit witzigen Ideen, die wirklich gezielt das bastelige Miteinander von Kind und Eltern fördert. Sie werden gemeinsam sehr viel Spaß haben! 144 Seiten, Broschur, Christophorus Verlag, ISBN 978-3-8388-3573-0, 14,99 Euro.

Quellen und Bildrechte:

  • 1. Dreidel aus „Carrom, Kreisel, Murmelbrücke“ (siehe Buchtipp)
  • Restliche Fotos aus den entsprechenden Bastelbüchern