Skilaufen im Kaiserwinkl

Der Zahme und der Wilde Kaiser, beides beeindruckende Berge mit zackigen Gipfeln, gaben dem Kaiserwinkel seinen Namen. Hier kann man wunderbar Langlauf machen, aber auch die Abfahrtsläufer kommen auf ihre Kosten. Heinrich Rohne hat sich dort gut erholt.

Der Kaiserwinkl ist eine der reizvollsten Landschaften Tirols. Eingebettet zwischen den eher sanften Chiemgauer Alpen im Norden und den schroffen Kalkfelsen des Kaisergebirges im Süden ist es ein beliebtes Ferienland vor allem für Sommerurlauber, die den Walchsee als Badesee nutzen. Weniger bekannt ist der Kaiserwinkl als Winterurlaubsgebiet, denn es verfügt nicht über einen zusammenhängenden Skizirkus wie das nur ein halbe Autostunde entfernte Kitzbühel. Gerade deshalb aber bietet es beste Voraussetzungen für einen geruhsamen Aufenthalt.

Die nahen Felsbastionen von Zahmen und Wilden Kaiser sind die Namensgeber für den werbewirksamen Begriff Kaiserwinkl. Die felsigen Zacken bilden die großartige Kulisse des Hochtals zwischen Walchsee und Kössen, das in erster Linie durch seine weitläufigen Loipen bekannt ist, aber auch für Skifahrer lohnende Abfahrten bereithält.

Wer auf Kössen zufährt, kann das Unterberghorn kaum übersehen: Ein mächtiger und isoliert stehender Berg, über dessen Gipfel meist eine große Traube Gleitschirmflieger hängt. Sowohl Drachen- als auch Gleitschirmflieger nutzen die idealen thermischen Verhältnisse des Unterbergs, während Skifahrer die schneesichere Nordflanke, die gleichmäßig wie ein Pult abfällt, zu schätzen wissen. In den vergangenen Jahren wurde in diesem Skigebiet vieles modernisiert und verbessert, so dass das Unterberghorn jetzt auch in Sachen Komfort auf dem neuesten Stand ist.

Mit einer Sechsergondelbahn erreicht man bequem und schnell die obersten, etwas flacheren Hänge, auf denen eine Doppelsesselbahn bis zum höchsten Punkt führt. Eine breite Piste und nicht zu steile Hänge sind ideal für weite Schwünge und zum Carven. Nach dem beschaulichen Auftakt kippt das „Pult“ und zieht deutlich rasanter bis ins Tal. Nur in einer kurzen Steilstufe verengt sich die Piste zum schmalen Ziehweg. Anschließend führen wieder breite Hänge zügig bis zur Talstation. Eine zweite Abfahrt führt vom höchsten Punkt des Skigebietes aus zur Unterbergalm. Von hier aus kann man entweder auf einem Ziehweg zur normalen Talabfahrt queren, oder sich von einer Doppelsesselbahn wieder zurück zum Gipfel bringen lassen. Ein Blickfang bei der Bergstation der Gondelbahn ist übrigens die 1997 neu eröffnete Bärenhütte, die im Stil eines original kanadisches Blockhauses errichtet wurde.

Außer Alpinskilauf und Ski-Langlauf bietet der Kaiserwinkl viele weitere Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen - vom Eisstockschießen über Rodeln, Snowboarding, Snowtubing (auf deutsch: Reifenrutschen), Schneeschuhwanderungen und Skitouren in der einsamen Hochgebirgslandschaft des Zahmen und des Wilden Kaisers bis hin zum Eisklettern in den Eis überzogenen Rinnen und Schluchten der nahe gelegenen Wälder.

Ein echter Saisonhöhepunkt ist die alljährlich Ende Januar/Anfang Februar stattfindende, die nun schon traditionelle Ballonfahrwoche, an der Mannschaften aus ganz Europa teilnehmen. Ausgerichtet wird das „Alpin Ballooning“von den Tourismusverbänden Walchsee und Kössen-Schwendt in Zusammenarbeit mit der Ballooning Tyrol Gmbh aus St. Johann in Tirol. Ein optischer Genuss ist das „Night Glowing“ mit Glühweinparty, bei dem die Crews bei Einbruch der Dunkelheit ihre Ballons lediglich mit Heißluft füllen, ohne jedoch vom Boden abzuheben. Es ist ein einzigartiges Spektakel, wenn die meist bunten, oft auch mit lustigen Motiven versehenen Hüllen bei jedem Feuerstoß aus den Propangasbrennern vom schwarzen Nachthimmel von innen her aufleuchten. Noch faszinierender ist es freilich, selbst in den Korb zu steigen und an einer der Gästefahrten teilzunehmen, wobei der Neuling darauf bedacht sein sollte, nicht das Wort „fliegen“ in den Mund zu nehmen, denn sonst ist zur Freude der alten Hasen eine Runde Obstler fällig.

Um sich dann endgültig zu entspannen, bietet das Hotel Sonneck in Kössen viele Annehmlichkeiten. Eine Wellness-Landschaft mit mehreren Saunen und einem großen Indoor-Pool lässt alle sportlichen Aktivitäten des Tages vergessen. Die Küche, die vorwiegend auf heimische Produkte setzt, bietet auch einen kulinarischen Hochgenuss – und das in einem Restaurant, das eine urgemütliche Tiroler Gastlichkeit in familiärer Atmosphäre ausstrahlt. Das rundet den Urlaub im Kaiserwinkl ab.

Anreise:

Mit dem Auto aus Deutschland oder Ost-Österreich: München/Salzburg auf der A8 bis Rosenheim, dann A94 Richtung Kufstein, dann die Autobahn bei Oberaudorf (bzw. auf der A8 Bernau/Reit im Winkl) verlassen und auf der B172 nach Kössen, Walchsee, Schwendt und Rettenschöss. Mit dieser Route ersparen Sie sich die österreichische Autobahn-Maut.

Mit der Bahn: Bis Kufstein, von dort fahren dann Linienbusse der VVT nach Walchsee (35 Minuten) oder Kössen (50 Minuten).

Mit dem Flugzeug: Nach München (130 km entfernt), Salzburg (75 km entfernt) oder nach Innsbruck (93 km entfernt).

Weitere Informationen über die Region über: www.kaiserwinkl.com