Natur pur auf Fischland-Darß-Zingst

Bodden, Wiese, Wald, Strand - hier in Wustrow ist viel Natur. Denn gerade im Ursprünglichen liegt der Charme des Fischlands, das mit den Orten Dierhagen, Wustrow und Ahrenshoop zu der 45 Kilometer langen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gehört. Heinrich Rohne ließ sich verzaubern.

Unter einem schier endlosen Himmel vereinigen sich hier weiße Strände und Steilküsten mit weiten Wiesenlandschaften und ausgedehnten Wäldern zwischen der Ostsee und dem Bodden. Die Architektur der Dörfer ist geprägt von rohrgedeckten, ein- bis zweistöckigen Häusern, von denen manche mehrere Hundert Jahre alt sind. Sie sind der ganze Stolz ihrer Besitzer.

Eine lange Tradition haben in Wustrow die Fahrten mit den Zeesbooten auf dem Saaler Bodden. Bereits im 18. Jahrhundert eroberte die Zeesenfischerei Pommern, und bis in die 1950er Jahre wurden die Zeesboote auch in Mecklenburg für den Fischfang eingesetzt. Wegen ihres geringen Tiefgangs waren sie besonders geeignet für das Fischen in den flachen Küsten- und Boddengewässern. Die Fischer ließen das Boot quer zum Wind treiben und zogen ein breites Schleppnetz (Zeese), das an zwei Zeesbäumen vorne und hinten am Boot befestigt war, über den Grund. Seit Anfang der 1990er Jahre werden die noch erhaltenen Zeesboote jetzt für touristische Aktivitäten genutzt.

Während Wustrow von seiner maritimen Vergangenheit geprägt wird, zieht Ahrenshoop seit mehr als 100 Jahren Künstler und Kunstliebhaber in seinen Bann. Bereits 1892 gründeten Landschaftsmaler um Paul-Müller Kaempff (1861-1941) hier eine Künstlerkolonie. Dabei handelt es sich nicht um ein bestimmtes, von Malern und Bildhauern bewohntes Viertel. Vielmehr verteilen sich die Häuser der Künstler willkürlich entlang der Durchgangsstraße und beherbergen heute Galerien und Ateliers.

Ganz bekannt ist der "Ahrenshooper Katen. Das Haus für heimische Kunst und Kunstgewerbe", später nur noch "Kunstkaten" genannt. Dieses Haus wurde bereits am 11. Juli 1909 als eigene Galerie eröffnet. In den kleinsten, aber wohl bekanntesten Ort der Halbinsel, kamen bereits der Nobelpreisträger Albert Einstein oder die Schriftsteller Bertolt Brecht und Uwe Johnson, die in dem beschaulichen Ostseeort mit seinem weiten, feinen Sandstrand Erholung suchten.

Auf dem Weg nach Prerow verlassen wir das Fischland, dessen Kern ursprünglich wie auch der Darß und der Zingst eine Insel war und vor rund 7.000 Jahren durch die vergangene Eiszeit geschaffen wurde. Von Wind und Wasser wurden Fischland, Darss und Zingst im Laufe der Jahrhunderte zu einer Halbinsel vereint.

So bildeten sich auch die Bodden heraus, eine sich bis Rügen erstreckende Lagunenlandschaft, die die natürliche Grenze der Halbinsel zum Festland bildet. Die Vorpommersche Boddenlandschaft ist in ihrer Art und mit 800 Quadratkilometern Größe einzigartig.

Prerow kann schließlich auf eine mehr als 100-jährige Bädertradition zurückblicken und hat sich zu einem modernen Seebad entwickelt. An seine Vergangenheit als Schifferdorf erinnern bunt bemalte Kapitänstüren. An der Nordspitze des Darß, etwa 15 Gehminuten von Prerow entfernt, liegt der Darßer Ort. Hier ist der älteste in Betrieb befindliche Leuchtturm entlang der deutschen Ostseeküste zu besichtigen. Er wurde 1848 fertiggestellt und ist 35 Meter hoch.