Städtereisen mit Kindern: Freiburg

Mit der Familie auf Kurzurlaub in der Stadt - wir sagen Ihnen, welche Ziele sich lohnen und was Sie vor Ort erwartet. Diesmal geht es in Deutschlands südlichste Großstadt, in die Schwarzwald-Metropole Freiburg.

"Mit dem Fahrrad in die Stadt?" Unsere Kinder starren uns ungläubig an, als wir diesen Vorschlag machen. Als echte Hamburger können sie sich das nicht vorstellen. Doch in Freiburg - mit gut 15.000 Hektar Fläche und 214.000 Einwohnern - ist das durchaus möglich und normal!

Die Räder stellen wir an einem der zahlreichen Fahrradständer ab und dann starten wir zu einem Stadtbummel. Als erstes zieht es uns zum Münsterplatz und dem Münster Unserer Lieben Frau, dem Wahrzeichen von Freiburg. Als unsere Kinder erfahren, dass sie in den 116 m hohen Glockenturm der gotischen Kirche klettern können, sind sie sofort dabei. Dort wartet nämlich eine Mutprobe: Wer hält das Glockengeläut um 12 Uhr aus, ohne eine Miene zu verziehen?

Turmbesteigung: Sonn- und Feiertage: 13-17 Uhr, Werktage: 9.30-17 Uhr
(Kostenbeitrag: 1,50 Euro / ermäßigt 1,- Euro / Kinder 0,50 Euro)
Öffnung des Münsters außerhalb der Gottesdienste: Sonn- und Feiertage: 13-19.30 Uhr
Werktage: 10-17 Uhr.

ImageStrahlend kommen die Kinder wieder herunter und haben gleich den nächsten Wunsch: Es ist Markt rund um das Münster, wie an jedem Samstag und Mittwoch (bis ca. 13 Uhr), und von einigen der vielen Stände duftet es verführerisch: Dort gibt es Knöpfle mit Kraut, schwäbisch hieße das Spätzle mit Sauerkraut, abgeschmeckt mit Speck und deftige Bratwurst im Brötchen. Eine gute Idee - der kleine Mittagsimbiss ist ausgesprochen lecker!

Der Freiburger Klassiker ist die "Lange Rote", mit oder ohne Zwiebeln und den Zugereisten erkennt man leicht als "Knickwurstesser", das heißt er lässt sich die Lange Rote einmal durchbrechen und falten, damit sie ins aufgeschnittene Brötchen passt. Der eingeborene Freiburger dagegen handelt die ungeknickte Wurst, die vorne und hinten weit aus dem Brötchen raussteht, und mit einem langen Strich Senf oder Ketchup versehen ist, mit angeborener Virtuosität!

Auf der Nordseite des Münsters ist Bauernmarkt, und hier bieten Erzeuger aus einer Umgebung von ca. 30 km ihre Produkte der Saison an: Obst und Gemüse, Honig, selbstgebackenes Brot oder frische Walnüsse.

Wer Wasser-verrückte Kinder hat, sollte ihnen Gummistiefel anziehen - zu sehr reizen die berühmten "Bächle" zu einem kurzen Plätschergang. Die Freiburger Bächle durchziehen die Stadt auf 8,9 km Länge (5,1 km davon sind offen) und sind charakteristisch für die historische Altstadt. Ursprünglich waren sie wahrscheinlich gedacht für die Versorgung mit Brauchwasser und als Schmutzwasserkanäle. Heute sorgen die Wasserläufe für ein angenehmes Klima und sind eine beliebte Spielwiese für Groß und Klein (gute Regattastrecke für Papierschiffe).

ImageDie Altstadt lädt zum Shoppen ein - bummelt es sich doch höchst angenehm durch die Gassen. Die großen Einkaufsketten gibt es natürlich auch in Freiburg, und im Tiefgeschoss des hiesigen Karstadt in der Kaier-Joseph-Straße befindet sich die nördlichste Filiale der schweizerischen Lebensmittelkette Migros, mit bekannt exquisitem Angebot. Daneben gibt es in unzähligen "Gässle" viele kleine Geschäfte, in denen man ganz gemütlich einkaufen kann. Zum Beispiel in der Gerberau 5 die "Confiserie Mutter", wo wir uns eine köstliche Krokantschokolade gönnen.

Am Nachmittag gehen wir getrennte Wege: Der Papa macht sich mit den Kindern auf den Weg zum Mundenhof, Tiere streicheln, und die Mama darf allein eine Jugendstil-Führung durch "unseren" Stadtteil Herdern machen. http://www.freiburg-kultour.com/

Das Tiergehege Mundenhof ist jederzeit geöffnet und der Eintritt ist frei. Man kommt bequem mit dem Bus Nummer 19 ab Paduaallee (Stadtteil Lehen) dorthin. Es gibt dort eine Fülle von Tieren zu bestaunen - zum Beispiel Esel, Wasserbüffel, Zackelschafe, Kamele, Lamas, Alpaka Braunbären und Pumas.

ImageGegen Abend findet sich die Familie im Stadtgarten wieder zusammen, um mit der Seilbahn den Schlossberg zu erklimmen. Wir wollen den 34 m hohen Turm auf dem 436 m hoch gelegenen vorderen Schlossberggipfel erobern. Von hier sieht man hinab aufs Münster, über Freiburg und etliche Schwarzwald- und Vogesengipfel. Bergab geht's gemütlich über die Ludwigshöhe und den Kanonenplatz bis zum schönsten Biergarten über der Stadt, der zum Restaurant am Greifenegg-Schlössle gehört. Auf Bänken unter Kastanien mit Logenblick auf Freiburg kann man hier von 11-24 Uhr gemütlich tafeln.


Der 2. Tag