Städtereisen mit Kindern: Hamburg

Ob Reeperbahn-Festival, Hamburger Dom, Filmfest, Hafen-Geburtstag, Krimi-Festival - in Hamburg ist immer was los - und zwar vom Feinsten! Doch auch neben solchen Mega-Events ist die schöne Hafenstadt mit mehr Brücken als Venedig immer einen Besuch wert.

Schiff an der Elbe mit dem MichelWer Hafen und Innenstadt noch mal von oben bestaunen möchte, sollte den Michel besteigen. Die Barockkirche St. Michaelis ist das erste, was die heimkehrenden Seefahrer von Hamburg sehen und sie ist deshalb eines der beliebtesten Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche wurde in ihrer langen Geschichte immer wieder zerstört, doch die Hamburger bauen ihren Michel immer wieder auf. Auf die Turmplattform in 82 Meter Höhe kann man mit dem Fahrstuhl fahren - oder man geht die Treppen, vorbei an einem alten Uhrwerk und den mächtigen Glocken.

Wenn Sie Glück haben, können Sie auch den Turmbläser hören, der an jedem Werktag um 10.00 Uhr und um 21.00 Uhr und an jedem Sonntag um 12.00 Uhr einen Choral in alle vier Himmelsrichtungen bläst. Diese alte Tradition wird am Michel seit über 300 Jahre gepflegt.
Mehr Infos über Öffnungszeiten, Preise und Geschichte hier.

Quer durch die Stadt ohne müde Füße geht es bei einer Stadtrundfahrt mit dem Roten Doppeldeckerbus oder der Hummelbahn. Auf verschiedenen Touren mit verschiedenen Schwerpunkten und Anschlussmöglichkeiten lässt sich Hamburg erkunden.

Blick auf die Hamburger SpeicherstadtDie 100 Jahre alte Speicherstadt, zwischen Deichtorhallen und Baumwall im Freihafen gelegen, ist der weltgrößte zusammenhängende Lagerhauskomplex und für Kids in dreifacher Hinsicht ein Muss: 1. wird hier die TV-Serie "Pfefferkörner" gedreht, 2. ist hier das Hamburg Dungeon und 3. befindet sich gleich nebenan das Miniatur Wunderland Hamburg.

Es gibt auch ein Speicherstadtmuseum. In einem über 100 Jahre alten Lagerhaus kann sich der Besucher typische Waren und Arbeitsgeräte aus den traditionsreichen Lagerfirmen und Handelshäusern der Speicherstadt ansehen. Außerdem gibt es Materialien zum Anfassen wie Griepen, Kautschukballen, Kaffeesäcke und Probiergeschirr, dazu historische Fotos und Pläne. Besonders spannend ist die "Die Entdeckertour für Kinder", ein Familienrundgang mit Museumsführung durch die Speicherstadt. Hier erfahren sie alles Wissenswerte über Störtebeker und seinen Goldschatz, können sich die Drehorte der "Pfefferkörner" ansehen und sehen hautnah, Wie die Quartiersleute auf den alten Lagerböden gearbeitet haben. Zum Schluss gibt es eine Schatzsuche. Mehr Infos auf der Webseite des Museums.

Eingang vom Hamburg DungeonDunkle Zeiten der Geschichte hautnah erleben kann man im Hamburg Dungeon. Wenn man seine Hinrichtung überlebt hat, geht es in die Tiefe. Sie wohnen einer Pestbehandlung bei, sind beim großen Brand von Hamburg mittendrin, müssen einem Inquisitor Rede und Antwort stehen, landen im Gefängnis, sehen Störtebekers Hinrichtung und geraten zum Schluss auch noch in die große Sturmflut. Schauspieler in stilechten Kostümen führen die Besucher durch diese dramatischen Zeiten - nur etwas für starke Gemüter und Kinder ab etwa 10 Jahren. "Entschärfte" Besuche von kleineren Kindern kann man aber auch buchen.

Miniatur Wunderland Hamburg

Über 930 Züge mit insgesamt 14.400 Waggons sowie 228.000 Bäume, 215.000 Figuren, 8.850 Autos, 13.000 Meter Gleise, 3.660 Häusern und Brücken bilden eine Modellbaulandschaft der Superlative und machen das Miniatur Wunderland auf acht Abschnitten zur größten Modelleisenbahnanlage der Welt. 335.000 Lämpchen beleuchten Häuser, Laternen und Autos und alle 30 Minuten wird sogar ein Tagesablauf simuliert. Es dämmert, wird Nacht und wieder Tag. Große und kleine Besucher dürfen selbst Hand anlegen und über Schalter viele Dinge auf der Anlage bewirken: einen Bergwerkzug starten, Windräder drehen oder aus dem Fußballstadion einen Torschrei ertönen lassen.
Das Miniatur Wunderland sorgt an 365 Tagen im Jahr für staunende Besucher und wird ständig erweitert. Die Öffnungszeiten und Preislisten finden sie hier.

Ein Erlebnis für Groß und Klein ist der Besuch beim Dialog im Dunkeln, ebenfalls in der Speicherstadt (Alter Wandrahm 4). Dort führen Blinde die Gäste in kleinen Gruppen durch pechschwarze Räume. Aus Düften, Wind, Temperaturen und Tönen setzen sich Umwelten zusammen: ein Park, eine Stadt, eine Bar. Zu bestimmten Zeiten kann man auch ein "Dinner in the Dark" buchen.

Für ein deftiges Mittagessen mit Frikadelle, Eintopf und Fassbier in der Hafencity bietet sich die traditionsreiche Oberhafenkantine an. Die Kneipe ist bekannt für ihre deftige Hausmannskost, hier wird serviert wie vor 200 Jahren. Überhaupt, die Hafencity - was sich hier tut, ist äußerst spannend. Es entsteht eine moderne Innenstadt direkt am Wasser. Am Sandtorkai südlich der Speicherstadt ist diese Entwicklung derzeit am deutlichsten zu sehen: Auf acht Baufeldern sind in unmittelbarer Nachbarschaft Wohn- und Geschäftshäuser entstanden. Im Kesselhaus am Sandtorkai 30 kann man sich im Modell ansehen, wie alles mal werden soll.

Elbphilharmonie bei untergehender SonneNatürlich muss man sich als Hamburg-Besucher das neue Wahrzeichen, die Elbphilharmonie, ansehen. Die Karten für Konzerte sind natürlich ständig ausverkauft, trotzdem können Sie die Aussichtsplattform in 37 Meter Höhe besuchen und haben von dort einen tollen Blick auf Hafen und Stadt. Der Besuch ist kostenlos, es empfiehlt sich aber eine Online-Vorausbuchung für 2 Euro, damit Sie auch sicher am gewünschten Tag eingelassen werden.

Die Plattform ist täglich von 10 bis 24 Uhr geöffnet, eine spektaläre, 82 Meter lange Rolltreppe bringt Sie nach oben. Dort finden Sie auch einen Deli, ein Restaurant und die Lobby vom Hotel The Westin Hamburg.

Einkaufsgalerie in HamburgVon der Speicherstadt kommt man mit einem kleinen Fußmarsch direkt in die Einkaufstraßen zwischen Gänsemarkt und Hauptbahnhof. Ob Mönckebergstraße, Spitalerstraße, Jungfernstieg oder eine der vielen Einkaufspassagen -hier findet man alles: bekannte Ketten wir H & M, Zara oder C & A, Hamburger Traditionshäuser wie Weitz (Porzellan und Glas, Neuer Wall), das wunderschön renovierte Kaufhaus Alsterhaus (Jungfernstieg) oder Wempe (Juwelier), aber auch flippige Modeläden wie Urban Outfitters (Gänsemarkt), beliebte Marken wie Tommy Hilfiger und Abercrombie & Fitch (beide in der Alten Post) und natürlich auch Edelläden wie Tod`s, Burberry und Gucci (alle am Neuen Wall).

Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, kann man durch die zahlreichen Passagen bummeln: Hanseviertel, Europapassage, Kaufmannshaus, Kaiserpassage (Foto)...

Wen zwischendurch der große Hunger packt, sollte mal bei Daniel Wischer in der Spitalerstraße vorbeischauen. Diese Hamburger Institution gibt es seit 1924 - frei nach dem Motto des Gründers: "Fisch gibt's immer - Fisch geht immer!" Hier kann man seit über hundert Jahren preiswert Fisch essen - traditionell trinkt man Fassbrause dazu!

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