VW Golf e, GTE und R: Jetzt ist die Familie komplett

Die facegeliftete VW-Golf-Familie ist jetzt komplett. Zu haben sind jetzt auch der Golf E, die Plug-in-Variante GTE und die sportlichen Golf R und GTI Performance. Unser Auto-Tester Heinrich Rohne ist sie alle gefahren und hat viele neue Eindrücke gewonnen.

Auch die Öko-Freunde und die Sportverrückten kommen bei der diesjährigen Golf-Modellpflege nicht zu kurz. Während mit dem E-Golf richtig gestromert werden kann und Zero-Emission die Ansage ist und der neue Plug-in-Hybrid GTE immerhin fast 40 Kilometer rein elektrisch fährt, dann aber auf einen Verbrennermotor zurückgreift, gehen der Golf R mit seinen jetzt 310 PS und der GTI Performance mit nun 245 PS in die Vollen und sind nun ganz und gar nicht ökologisch unterwegs. Damit ist die facegeliftete Golf-Familie jetzt komplett.

Aber bleiben wir erst einmal sauber und gleiten lautlos mit der Elektro-Version des Wolfsburger Bestsellers über die Straßen. Optisch kaum vom normalen Golf zu unterscheiden – mal abgesehen von den blauen Zierleisten in den jetzt serienmäßigen LED-Scheinwerfern – spielt sich das neue emissionslose Leben vor allem unter dem Blech ab. Denn hier VW kräftig zugelegt und die Kapazität der Batterie von 24,2 auf 35,8 kWh, also um fast 50 Prozent, gesteigert. Das bringt natürlich Reichweite. So sollen es laut NEFZ-Wert jetzt 300 Kilometer sein (statt zuvor 190). Aber auch die Wolfsburger Experten reden diesen Labor-Wert nicht schön und sprechen von einer realistischen Reichweite von gut 200 Kilometern, die wir in der Tat auf unseren Testfahrten jetzt auch locker geschafft haben. Komplett aufgeladen ist die Batterie dann wieder nach etwa sechs Stunden an einer Wallbox zu Hause. An einer Schnellladesäule sind 80 Prozent bereits nach einer Stunde erreicht.

Ansonsten macht das Stromern auch eine Menge Spaß. Kein anderer Motor bietet eine bessere, gleichmäßigere und noch dazu leisere Anfangsbeschleunigung. Schon nach 6,9 Sekunden erreicht der e-Golf Tempo 80, nach 9,6 Sekunden liegen 100 km/h an. Bei Tempo 150 zieht VW eine Grenze. Darüber würde der Stromverbrauch zu rasant ansteigen.

Unschlagbar ist der Elektro-Golf, der in der gläsernen Manufaktur in Dresden vom Band läuft und ab 35.900 Euro zu haben ist, beim Thema Service am Kunden. Bei VW erhalten alle Käufer eines e-Golf in den ersten zwei Jahren nach Zulassung bis zu 30 Tage im Jahr zum Beispiel für längere Urlaubsfahrten kostenlos einen Mietwagen aus dem aktuellen Modell-Portfolio von Volkswagen. Das ist in der Tat ein gute Idee und ein echtes Lockmittel.

Nachhaltigkeit und Fahrspaß bringt auch der neue GTE, die Plug-in Hybrid-Variante des Golf, unter einen Hut. Hier besteht der Antrieb jetzt aus einem 1.4 Liter-TSI mit 150 PS, einem 102 PS starken Elektromotor und einem speziell für Hybridmodelle entwickeltem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Dank der Systemleistung von mehr als 200 PS erreicht der Plug-in-Hybrid fast die Beschleunigungswerte des GTI. Denn in nur 7,6 Sekunden powert der GTE von Null auf 100 km/h hoch und sprintet dann weiter bis auf seine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h. Im Gegensatz zum GTI fährt der GTE darüberhinaus aber auch noch bis zu 50 Kilometer rein elektrisch. Wir erreichten realistische 40 Kilometer. Wer länger auf die Piste gehen will, braucht sich dank des Verbrennermotors auch keine Sorgen machen, denn die Gesamtreichweite soll laut VW bei gut 800 Kilometer liegen. Und was kostet der Hybrid-Spaß? Ab 36.900 Euro ist der GTE zu haben. Das ist ein faires Angebot.

Wer noch mehr Fahrspaß haben will, dafür aber die Ökofahne nicht ganz so weit aus dem Fenster hängt, der kann sich auf den neuen Golf R freuen. Von außen erkennt man das Facelift an einer dezent optimierten Front mit aggressiver modellierten Lufteinlässen und einem etwas prägnanteren zentralen Lüftungsgitter. Viel interessanter ist aber, was sich unter der Haube getan hat. So leistet der 2,0-Liter-Turbo nun in der Wolfsburger Sportskanone satte 310 PS und 400 Newtonmeter. Das sind zehn PS und 20 Newtonmeter mehr als bisher. Das reicht für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 4,6 Sekunden. Ein Performance-Paket sorgt sogar dafür, dass der Golf R von eigentlich 250 auf 267 km/h weiter beschleunigt. Hierfür müssen dann aber auch mindestens 40.675 Euro hingeblättert werden. Wem das zuviel ist und wer auch mit 245 PS im GTI Performance zufrieden ist, der kann bereits bei 32.475 Euro einsteigen. Für jeden Golf-Freund ist also etwas dabei.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: VW