Volvo V90 Cross Country: Rustikaler Allrad-Kombi-Allrounder

Obwohl oder gerade weil immer mehr Menschen in urbanen Ballungszentren wohnen, steigt die Sehnsucht nach Abenteuer. Mit dem Volvo V90 Cross Country kommt die Lösung, denn der Crossover-Kombi ist das ideale Auto für eine der angesagtesten Urlaubs-Arten unserer Zeit. Davon hat sich auch unser Auto-Tester Heinrich Rohne überzeugen können.

Volvo ist weiter auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr legte der schwedische Premiumhersteller in Deutschland um satte elf Prozent zu, übertraf mit 39.923 zugelassenen Fahrzeugen gar das eigene Jahresziel.

Hoch hinaus will Volvo auch in diesem Jahr – nicht nur bei den Verkäufen, sondern auch mit dem neuen Familienmitglied, dem V90 Cross Country. Dieser rustikale Allrad-Kombi ist nämlich gegenüber dem normalen V90 nicht nur höher positioniert, er verfügt auch über deutlich mehr Bodenfreiheit und wird teurer.

Die Cross-Country-Geschichte begann vor genau 20 Jahren, als die Schweden mit dem ersten V70 Cross Country eine völlig neue Fahrzeug-Gattung ins Leben riefen. Und es entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte, die jetzt mit der vierten Generation des Kombi-Allrounders V90 Cross Country ihren vorläufigen Höhepunkt erlebt.

Schon optisch macht der große Volvo einiges her. Er trägt die übliche Trekking-Garnitur aus neuen Schürzen an Front und Heck, der Kunststoffbanderole um die Wagenkante und Verbreiterungen an den Radläufen sowie einer speziellen Dachreling - Outdoor-affine Kunden werden begeistert sein. Im Inneren gibt sich der Cross Country gar nicht rustikal, sondern genau so vornehm wie seine zivilen Geschwister S90 und V90. Da sticht zunächst der unkonventionelle, senkrecht stehende Touchscreen ins Auge, auf dem sich das komplette Infotainment-Programm abspielt. Und das ist absolut überzeugend und selbsterklärend. Zudem gefällt die Leichtigkeit und Luftigkeit im Innenraum, das den V90 Cross Country noch größer wirken lässt, als er ohnehin schon ist. Das belegen auch die Zahlen für das Kofferraumvolumen: 560 bis maximal 1.526 Liter sind schon eine Ansage.

Während viele Konkurrenten nur nach dem schönen Schein streben und deshalb vergleichbare Autos auch als Fronttriebler anbieten, meinen es die Schweden Ernst mit der Abenteuerlust. Sie bocken den Wagen nicht nur um sechs Zentimeter weiter auf – damit sind es insgesamt 21 Zentimeter Bodenfreiheit - , sie kombinieren auch alle vier Motoren vom 190 PS-Diesel bis zum 320 PS-Benziner immer und ausschließlich mit Allrad-Antrieb. Das ist kein Wunder bei einem Heimatland, dessen Fläche zu fast 80 Prozent mit Wäldern und Seen bedeckt ist und in dem Abenteuer abseits der Straße für viele tatsächlich zum Alltag gehört.

Und das wurde dann auch auf Eis und Schnee rund um Berchtesgaden deutlich: Den Spagat zwischen schneller, komfortabler Autobahnfahrt und guten Offroad-Handling meistert der rustikale Schwede bestens. Das Auto fährt sich als Cross Country äußerst souverän und nervenschonend, wankt und torkelt auch nicht auffallend in den Federn. Auch auf extrem glatten Untergrund beweist der Allradler beste Traktion und lässt sich auf einem speziellen Wintertest-Parcour bei den verschiedenen Übungen kaum aus der Ruhe bringen. Erstaunlich, welche Steigungen im Schnee möglich waren. Dafür sorgt ein Offroad-Programm (bis 40 km/h), das den Rädern eine Dosis mehr Schlupf erlaubt und so schon früher die Kraft auf alle vier Räder überträgt.

Die verfügbaren Motoren sind aus den Schwestermodellen bekannt. Im Allrad-Kombi stehen je zwei Diesel und Benziner zur Wahl, eben von 190 PS bis 320 PS. Und diese Triebwerke werden ausschließlich in Verbindung mit dem Achtgang-Automatikgetriebe angeboten. Besonders der größere D5-Diesel mit 235 PS hinterließ mit stattlichen 400 Nm Drehmoment einen kraftvollen Eindruck. Und er soll nur 5,3 Liter verbrauchen. Spar-Primus laut Normzyklus ist der kleinere D4-Diesel (190 PS) mit 5,2 Liter.

Doch lässt sich Volvo das Abenteuer-Paket auch gut bezahlen: 56.350 Euro sind mindestens für den Volvo V90 Cross Country fällig. Dafür gibt es dann den 190 PS starken Einstiegsdiesel D4. Zur Basisausstattung gehören aber auch schon Annehmlichkeiten wie Ledersitze, Sitzheizung vorn, Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit CleanZone Luftqualitätssystem und LED-Scheinwerfer. In puncto Sicherheit erlaubt sich der Cross Country auch keine Schwächen. Beim gerade durchgeführten Euro-NCAP-Crashtest erhielt der robuste Schwede die Bestwertung von fünf Sternen. Unter anderem weil neben den zahlreichen optional angebotenen Assistenzsystemen bis hin zum teilautonomen „Drive Pilot“, der den Edel-Volvo bis 130 km/h mit Lenkeingriffen in der Spur hält, auch der Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung bei Tag und bei Nacht an Bord ist. Das City-Safety-System hilft sogar, Zusammenstöße mit großen Wildtieren zu vermeiden. Und es gibt zudem noch einen Kreuzungs-Bremsassistent.

Fazit: Der V90 Cross Country ist in der Tat ein abenteuerlustiger Alleskönner, der auch abseits der Straße nicht aufgibt.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Volvo