Volvo V60: Ein Kombi der Extra-Klasse

Der Kombi gehört zu Volvo wie Ikea zu Schweden. Schon seit 1953 baut Volvo diese praktischen, geräumigen und meist auch gut aussehenden Lastesel. Mit dem Duett fing es damals an und jetzt 65 Jahre später schickt der schwedische Auto-Hersteller mit dem V60 wieder eine große und diesmal auch eine äußerst attraktive Kombi-Variante ins Rennen. Davon konnte sich jetzt bereits unser Auto-Tester Heinrich Rohne überzeugen.

Denn der Nachfolger des V70 wirkt viel, viel sportlicher als all die Vorgänger und auch als der größere Bruder, der V90. Für den muskulösen Auftritt sorgen die eingezogenen Flanken, konturierten Radläufe, der flachere Aufbau und die fast schon extrem lange Motorhaube. Der V60 wirkt eben nicht ganz so mächtig und stimmiger proportioniert als der fast schon überwuchtige V90.

Sogar bei den inneren Werten kann es der V60 mit dem V90 aufnehmen: Zwar ist er 18 Zentimeter kürzer (4,76 statt 4,94 m), doch sein Kofferraum schluckt mit 529 Litern kaum weniger als das Gepäckabteil des V90 mit 560 Litern Volumen. Maximal sind dann beim V60 gar bis zu 1.441 Liter drin. Das gilt auch für den Platz im Fond, wo der V60 überraschend viel Beinfreiheit bietet und es auch einem dritten Mitfahrer in der Mitte nicht allzu schwermacht.

Und wenn dann die schweren Türen ins Schloss fallen, bleibt die trubelige Welt draußen und es stellt sich das typische Volvo-Gefühl im V60 sofort ein. Keine Frage: Hier soll man sich wohlfühlen wie im eigenen Wohnzimmer. Die Sitze sind bequem, die Geräuschkulisse gering und die Federung komfortabel. Feiner Teppich, helles Holz und hochwertige Materialien in skandinavisch-elegantem Design und durchgehend softe Oberflächen heben sich wohltuend vom automobilen Allerlei ab. Die Haptik und das Cockpit-Design sind allererste Sahne. Ebenso wie der brillant im ambienten Innenraumlicht schimmernde Anlass-Drehknopf in der Mittelkonsole. Sehr schön und liebevoll gemacht.

Wohltuend, aber auch schon bekannt ist der 9,2-Zoll-Touchscreen mit seiner intuitiven Bedienung. Auch Klimaautomatik und Sitzheizung wird darüber geregelt, das reduziert die Anzahl der Regler und Schalter. Darüberhinaus hat sich Volvo auch um Perfektion im Detail bemüht. Die Sitzlehnen klappen zum Beispiel elektrisch via Knopfdruck vom Kofferraum aus um und bilden eine brettebene Ladefläche.

Bei den Antrieben setzen die Schweden wie bisher zunächst auf aufgeladene Vierzylinder. So sind für den V60 die beiden Dieselaggregate D3 und D4 mit 150 PS beziehungsweise 190 PS zu haben, die sich mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder einer Achtgangautomatik kombinieren lassen. Letztere ist obligatorisch in Kombination mit dem ebenfalls zum Marktstart im Sommer verfügbaren T6, der 310 PS ausschließlich in Verbindung mit Allradantrieb zur Verfügung stellt.

Das Motorenangebot nach oben abrunden werden Ende des Jahres die Teil-Elektriker T6 und T8 Twin Engine. Für die beiden Plug-in-Hybriden stehen für den Vortrieb gleichermaßen ein Vierzylinder-Benziner und eine E-Maschine zur Verfügung, die kombinierte Leistungen von 340 PS beziehungsweise 390 PS in den Allradantrieb werfen können. Neben souveränen Fahrleistungen erlauben diese Varianten alternativ für gut 50 Kilometer auch rein elektrisches und damit lokal emissionsfreies Fahren.

Einer wichtigen Tradition der Schweden-Marke bleibt natürlich der V60 auch treu, denn in puncto Sicherheit ist die Neuauflage vorbildlich ausstaffiert. Das trifft unter anderem auf das umfangreiche Arsenal moderner Assistenzsysteme zu. Dazu gehört das Notbremssystem, das als einziges System Fußgänger, Fahrradfahrer und Wildtiere erkennt. Darüber hinaus gibt es einen Pilot Assist, der den Fahrer vor allem auf Autobahnfahrten entlastet, indem er automatisch beschleunigt und bremst und künftig noch besser als bisher durch Kurven lenken soll. Außerdem offeriert Volvo einen Querverkehrswarner sowie einen Spurhalteassistenten, der das Abweichen vom Kurs in Richtung Gegenfahrbahn oder rechten Fahrbahnrand verhindert. Bei der aktiven Sicherheit haben die Schweden sogar noch eins draufgelegt: Der V60 kann bei einem drohenden Crash mit dem Gegenverkehr nicht nur ausweichen, sondern auch gleichzeitig eine Vollbremsung hinlegen. Und bis 130 km/h auch teilweise automatisiert fahren – so lang der Fahrer seine Hände am Lenkrad lässt.

Und wie schon beim XC40 bietet Volvo auch hier das Abo „Care by Volvo“ an. Statt den Kombi zu kaufen, kann man ihn gegen eine monatliche Gebühr für zwei Jahre mieten. Wer allerdings gleich richtig zuschlagen will, der muss bisher mindestens 40.100 Euro hinblättern, dafür gibt es dann den kleineren Diesel D3. 43.300 Euro sind für den D4 fällig und 49.500 Euro für den T6.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Volvo

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