Test-Telegramm: Seat Ateca 4x4 - auf allen Vieren

Der Seat Ateca hat eingeschlagen wie ein Bombe. Das SUV ist auch als Allradler zu haben. Den hat sich unser Auto-Experte Heinrich Rohne geschnappt und wollte gar nicht mehr aussteigen.

Seat ist mit dem Ateca zwar spät, aber gewaltig auf den SUV-Zug aufgesprungen. Ateca – der Name entstammt einer spanischen Stadt - hat das Zeug wie schon damals das VW-Basismodell Tiguan, das Feld von hinten aufzurollen. Und richtig dynamisch und sicher ist man mit dem Allradler unterwegs, denn der 4x4-Antrieb sorgt nicht nur für einen flotten Vortrieb, sondern ist auch auf rutschigem Untergrund gut zu händeln. Die 4x4-Variante fühlte sich jedenfalls bei den Testfahrten pudelwohl, auch in leichtem Gelände. Kurz und kräftig eingelenkt, das Hinterteil des Ateca zuckte nicht einmal.

Denn auf das Allrad-Haldex-System ist Verlass. Wenn die Traktion wie gerade nachlässt, wird die Kraft von den Vorderrädern mal eben fix und stufenlos auch an die Hinterräder gebracht. Das sorgt für idealen Vortrieb und spanisches Temperament auch im Schnee. Außerdem bieten die Ateka-Allradversionen zwei zusätzliche Fahrprogramme, in denen unter anderem Motorelektronik, Lenkung und DSG-Abstimmung angepasst werden. Im leichten Gelände kann der Spanier durch seine Anstell- und Böschungswinkel (20,6 bzw. 27,9 Grad) ausreichend punkten. Leichte Verschränkungen, Abstiege bis 60 Prozent und Abfahrten bis 70 Prozent erledigt der Allradler auch Dank der Haldex-Technik der fünften Generation ohne größere Mühen. Und auch wenn bei Bedarf und rutschenden Vorderrädern maximal 50 Prozent der Motorleistung an die Hinterachse gebracht werden können - in größere Schwierigkeiten werden die ihren neuen Lieblings-SUV kaum bringen.

Überhaupt haben die Spanier beim Ateca ihre Hausaufgaben gemacht. Das Ibero-Design des kompakten SUV sieht nicht nur frisch und knackig aus, er ist zudem mit reichlich Elektronik, einem ordentlichen Platzangebot und einer kräftigen Prise Dynamik ausgestattet. Dieser Anspruch beginnt beim großen Grill und den scharf gezeichneten Leuchten und setzt sich bis zum Heck mit der tief eingezogenen Fläche für das Nummernschild und den seitlich etwas hochgezogenen LED-Leuchten fort. Im fahrerorientierten Cockpit dominiert ein bis zu acht Zoll großes Infotainment-Display, die Bedienstruktur ist einleuchtend. Bei 4,36 Meter Außenlänge bietet der Ateca zudem eine erstaunliche Raumausnutzung. Die Passagiere haben jedenfalls ordentlich Bewegungsfreiheit, der Kofferraum fasst bei voller Bestuhlung 510 Liter, in Verbindung mit dem Allradantrieb 485 Liter. Für Ordnung sorgt ein doppelter Ladeboden.

Definitiv keine Blöße gibt sich der Seat Ateca bei den Assistenzsystemen und der Konnektivität. Von der radargesteuerten Geschwindigkeitsregelung ACC über die City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung bis zum Stau- und Fernlichtassistenten reicht das Angebot. Ein 360-Grad-Bild aus mehreren Kameras erleichtert das Einparken und Rangieren. Per Seat Full Link lassen sich die Smartphone oder iPhone-Inhalte auf den Monitor spiegeln, eine Vorlesefunktion verwandelt Nachrichten etwa aus Mails, SMS und den Accounts von Facebook oder Twitter in Sprache und liest sie vor. Und dazu gibt es auch noch ein kabelloses Ladegerät.

Unter der Haube ist das Angebot auch reichlich: Bei den Benzinern gibt es die Auswahl zwischen zwei Motoren: einem 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 115 PS, der bei 19.990 Euro startet und einem 1,4-Liter-Vierzylinder und 150 PS. Das Dieselprogramm startet mit dem 1,6-Liter-Turbomotor und 115 PS ab 23.190 Euro und bietet noch den Zweiliter-TDI mit 150 PS an. Leistungsmäßig ganz oben rangiert derzeit noch der 190 PS starke TDI. Und was kostet der Allrad-Spaß? Bei 26.970 Euro geht es los. Dafür gibt es den 150 PS starken Benziner. Für den Diesel mit Allrad (auch 150 PS) müssen mindestens 29.830 Euro auf den Tisch des Hauses gelegt werden.

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  • Fotos: SEAT