Test-Telegramm: Mazda 3 gegen Seat Leon – kompakt und sportlich

Im Kompaktwagensegment ist der Konkurrenzkampf groß. Dabei geht es nur um den Platz hinter dem Golf, der einfach zu übermächtig ist. Dabei sind auch der Mazda 3 und der Seat Leon, zwei Fahrzeuge, die vor allem sehr sportlich auftreten. Davon konnte sich auch unser Auto-Tester Heinrich Rohne überzeugen.

So sehen sie aus: Der Mazda 3 orientiert sich an seinem großen Bruder, dem Mazda 6, und an dessen Designsprache „KODO- Soul of Motion“, die auch schon den CX-5 im Bereich der kompakten SUV prägt. Das Konzept besagt, dass die Linien des Fahrzeuges von der Schönheit und Kraft der Natur inspiriert sind. Auf Deutsch heißt das, dass der Mazda 3 auf eine extrem flache Silhouette setzt. Die breit ausgestellten Radhäuser sorgen für einen kraftvollen Auftritt. Ebenfalls anders als bei der Konkurrenz ist die langgezogene Motorhaube, die durch den steil im Wind stehenden und konturierten Kühlergrill begrenzt wird.

Der Seat Leon (Foto rechts) ist optisch ein rundum gelungenes Auto, dem man auf den ersten Blick seine Verwandtschaft zum VW Golf gar nicht ansieht. Diese kesse Linienführung war dann wohl der Grund, den Leon auch in der FR-Ausstattung anzubieten. Generell ist das keine schlechte Idee, denn die Seat-Designabteilung beherrscht nun auch die Kunst des Tunings. Der etwas wuchtigere Stoßfänger, die tiefer gezogene Heckschürze, das Doppelauspuffrohr und die LED-Heckleuchten – das sind ebenso feine Verbesserungen der Optik wie die farblichen Akzentuierungen im Innenraum. Auch das teilweise rote Ambiente-Licht in der Nacht zahlt aufs Sport-Konto ein.

So viel Platz haben sie: Im Mazda 3 sitzt man auf straffen und sehr bequemen Polstern. Für Piloten und Ko-Piloten ist das Gestühl sportlich ausgeformt, wobei die Seitenwangen an Sitzauflage und Rückenlehne ausgezeichneten Halt in der Kurve bieten. Sportlich sind auch die Aussichten des Fahrers. Sein primärer Blick richtet sich auf ein einziges Rundinstrument, das analog nicht mehr und nicht weniger anzeigt als die Drehzahlen. Die Geschwindigkeit wird digital in der unteren rechten Ecke eingeblendet oder ist über das Head-up-Display ablesbar. In der Hand des Fahrers ruht satt ein Dreispeichen-Sportlenkrad, das natürlich mit den Funktionstasten für die Bedienung der Multimediaanlage, der über Bluetooth gekoppelten Freisprecheinrichtung für das Telefon, des Tempomaten und Geschwindigkeitsbegrenzers und natürlich des Navis versehen ist.

Platz ist auch genügend im Mazda 3. Selbst in der zweiten Reihe können es sich hochgewachsene Menschen bequem machen. Der Kofferraum fasst 364 Liter, etwas weniger als die nicht so dynamische Konkurrenz, die um die 380 Liter zu bieten hat.

So konsequent wie das Äußere veränderten die FR-Strategen auch die inneren Werte des Seat Leon. So gibt es nicht nur etwas fürs Auge, sondern der FR-Käufer erhält auch straffe Sportsitze, 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 225er-Breitreifen und ein Sportfahrwerk. Und die Anmutung in diesem Leon ist äußerst hochwertig. Man fühlt sich sofort wohl in dem sportlichen Fahrzeug, findet sich schnell zurecht, weil sich alles selbst erklärt. Die Platzverhältnisse sind auch mehr als okay. Auch hinten geht es in dem 4,27 Meter langen Leon recht geräumig zu. Der Kofferraum fasst mindestens 380 Liter und maximal 1.210 Liter. Das kann sich in dieser Klasse auch sehen lassen.

So fahren sie sich: Wie schon CX-5 und Mazda 6 nutzt auch der Mazda 3 (Foto rechts) die sogenannte Skyactiv-Technologie, die gegen den allgemeinen Trend bei den Benzinern auf Downsizing und Aufladung verzichtet und zu der auch ein Leichtbaukonzept ohne teure Spezialstähle gehört. Trotzdem ist der Mazda 3 leichter und teilweise um bis zu 20 Prozent sparsamer. Es gibt den Wagen mit einem 1,5-Liter-Benziner mit 100 PS und einem zweiten Otto-Motor, der aus 2,0 Litern Hubraum wahlweise 120 oder 165 PS schöpft. Außerdem ist ein 2,2 Liter großer Diesel mit 150 PS im Programm. Leise und laufruhig sind die Motoren. Flott von der Ampel weg, mal eben überholen oder zum Dauerlauf auf die linke Spur, der Mazda 3 ist für jeden Spaß zu haben. Ansonsten hält der Japaner, was der Name verspricht. Das manuelle Sechsganggetriebe erfreut durch kurze und sehr knackige Schaltwege, die sauber durch die Gassen schlüpfen. Die Lenkung ist straff und absolut präzise. Jede Kurve wird dank der geschwindigkeitsabhängigen Lenkunterstützung zu einem Erlebnis mit hohem Spaßfaktor. Und sparsam sind die Dreier-Mazdas auch – so zwischen vier und sechs Litern verbrauchen die jeweiligen Modelle.

Der Seat Leon FR ist ein Kurvenräuber, einer, der sich mit seiner direkten Lenkung spielerisch dirigieren lässt. Das hat was. Seine handlichen Fahreigenschaften hat der Leon in erster Linie der Mehrlenker-Hinterachse zu verdanken, die alle Seat-Modelle mit mehr als 150 PS vom Golf übernehmen. Die Sitze bieten guten Halt, die breiten Reifen und die straffe Feder-Dämpfer-Abstimmung erzeugen ein agiles Handling. Power hat vor allem der 184 PS starke Zwei-Liter-Diesel, den wir getestet haben. Der TDI bringt es auf eine Spitze von 228 km/h, erreicht aus dem Stand die 100 km/h-Marke in nur 7,5 Sekunden. Und das alles bei einem Verbrauch zwischen fünf und sechs Litern in der Praxis. Ein Sahnestück, dieser Top-Diesel. Zu haben ist der Leon FR außerdem in drei Benzin-Varianten mit 125, 150 und 180 PS und noch als kleineren Diesel mit 150 PS.

So viel kosten sie: Der Mazda 3 gefällt mit tollen Details im Innenraum. Der große, frei stehende Monitor über der Mittelkonsole zum Beispiel, der so nobel wirkt wie in der Mercedes A-Klasse und obendrein die Bühne für ein pfiffiges Infotainment-System mit Online-Navigation, Internet-Radio und vielen Apps ist. Dann der Klavierlack auf den Konsolen in der Tür und die Chromrahmen um die Lüfterdüsen. Und das muss man wissen: Die Preise für den sportlichen Mazda 3 beginnen bereits bei 17.490 Euro. Der Diesel ist ab 24.590 Euro zu haben.

Die Serienausstattung des Seat Leon kann sich neben den ganzen Sport-Accessoires auch sehen lassen: Tempomat, Multimediasystem mit Farb-Touchscreen und elektrische Außenspielge-Verstellung – all das ergänzt die Standards wie ESP, ABS, Zentralverriegelung und Klimaanlage. Zu haben der Leon FR ab rund 22.000 Euro (Benziner mit 125 PS).

Fazit: Der Mazda 3 ist optisch in jeder Hinsicht ein Sportler in dieser Klasse. Einer, der auf-, aber dabei nicht aus dem Rahmen fällt. Auch der Seat Leon FR hält sein Versprechen und ist wirklich sportlich und angenehm im Umgang – ein Golf im Wolfspelz sozusagen.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Mazda, Seat