Test-Telegramm: Dacia Duster 100 Eco-G - ein Reichweiten-Wunder

Das Image der reinen Billigmarke will die Renault-Tochter Dacia endlich abstreifen. Einen Sandero für 7.000 Euro gibt es schon lange nicht mehr. Der durchschnittliche Dacia-Käufer zahlt aktuell etwa 17.000 Euro für seinen Neuwagen. Unser Autotester Heinrich Rohne hat sich jetzt mal den Dacia Duster als Autogas-Variante vorgeknöpft und war äußerst positiv überrascht.

Dem Streben nach oben folgt die neue Ausstattungslinie Extreme, die jetzt für alle Baureihen vom elektrischen Spring über den Sandero Stepway und Jogger bis hin zum Duster aufgelegt wird. Sie soll nicht nur Pragmatiker ansprechen, sondern auch Feingeister. Kupferfarbene Dekore an den Außenspiegeln, Schriftzügen und Nabenkappen der Felgen (mit Grüßen an Cupra) sowie im Innenraum sollen die Autos aufwerten. Dazu kommen robuste Sitzbezüge und Gummifußmatten als brauchbare Goodies für Freunde von Outdoor-Hobbys.

Der Dacia Duster Extreme startet bei 20.550 Euro. Nur zur Info: das Basismodell Essential ist bereits ab 17.400 Euro zu haben. Der Dacia Duster Exteme ist mit allen Motorvarianten der Baureihe lieferbar. Allradantrieb gibt es nur in Verbindung mit dem 150 PS starken Benziner oder im 115-PS-Diesel, jeweils mit manuellem Getriebe. Die Basis stellt der TCe 100 genannte Dreizylindermotor, den man mit Superbenzin oder Autogas (LPG) betreiben kann. Dieser Antrieb steckte jetzt auch im Testwagen.

In der Reserveradmulde steckt ein 49 Liter großer LPG-Tank, zusätzlich zum Benzintank im Auto, der ein Fassungsvermögen von 50 Litern hat. Über einen Knopf links vom Lenkrad kann man manuell zwischen den beiden Treibstoffen umschalten, oder man überlässt der Technik die Verwaltung.

Im Autogas-Betrieb ist der Dreizylinder etwas kräftiger, leistet 101 statt 91 PS und entwickelt mit 170 Newtonmetern ein leicht höheres Drehmoment (+10 Nm). Damit beschleunigt das SUV etwas flotter aus dem Stand auf 100 km/h, und zwar in 13,8 statt 15,1 Sekunden.

Cockpit des Dacia Duster LPG verbrennt sauberer als Superbenzin, weswegen die CO2-Emissionen mit diesem Treibstoff etwas niedriger ausfallen – trotz eines höheren Verbrauchs. Nach WLTP-Norm genehmigt sich der Autogas-Duster 7,8 Liter Gas auf 100 Kilometer, im Benzinbetrieb sind es 6,3 – 6,4 Liter. Auf unseren Testfahrten waren wir meist mit grün leuchtender LPG-Taste unterwegs, also mit Autogas. Laut Bordcomputer haben wir über Landstraßen und im Ortsdurchgangsverkehr knapp 9 Liter LPG pro 100 Kilometer verbraucht. Das entspricht Kratfstoffkosten von knapp 10 Euro.

Zum Vergleich: Mit Super E10 kosten 100 Kilometer etwa 14 Euro. Und die Reichweiten sind enorm: Mit Gas kommt man etwa 500 Kilometer weit, mit dem Benzintank etwa 700 km. 1200 Kilometer insgesamt, da reicht einmal tanken von Hamburg bis zum Garda-See!

Der Rest des Dacia Duster ist bekannt. Das Fahrwerk bietet einen guten Federungskomfort, die Sitze sind bequem. Im Fond ist das kompakte SUV zwar nicht sonderlich geräumig, aber Überraschung: Im 445 Liter großen Kofferraum sind sogar die Seitenwände mit Teppich ausgeschlagen.

Auch im Cockpit ist die Verarbeitung gut, nichts klappert oder knarzt. Viele physische Tasten sorgen für eine intuitive Bedienung. Auf dem Touchscreen kann man nicht nur Smartphone-Inhalte und die Karte des serienmäßigen Navigationssystems betrachten, sondern auch die unterschiedlichen Blickwinkel der Multiview-Kamera. Sie hilft sehr gut, auch beim Rangieren an Bordsteinen oder in Tiefgaragen.

Fazit: Dacia will wachsen. Das ist mit den Extreme-Modellen sehr gut möglich, wird doch da eine Menge an Ausstattung geboten. Und die Preise sind immer noch sehr günstig. Dazu kommt die Autogas-Variante, die nicht nur dem Geldbeutel gut tut, sondern auch gut für die Umwelt ist.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Dacia

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