Subaru Impreza: Auf Nummer sicher

Die Marke Subaru weckt durchaus Emotionen. Denn Subaru, das klingt doch irgendwie nach Rallye und Rennen. Nicht wenige Autofahrer denken bei dieser Marke zunächst an den Impreza und dies zusammen mit den Kürzeln STI und WRX, die die heißen Ableger des Modells sind und die heute bis zu 300 PS stark sind. Doch der Impreza ist auch ein ganz normaler kompakter Fünftürer, der jetzt ganz neu am Start ist und von unserem Auto-Experten Heinrich Rohne auf Herz und Nieren getestet wurde.

Der neue Impreza macht einen großen Schritt nach vorn. Während in Sachen Fahrdynamik und Sicherheit vieles neu ist, bleibt es aber bei der Kombination aus Boxermotor und Allradtechnik.

Wie das Kompakt-SUV XV nutzt der Impreza die neue globale Technikplattform der Marke, die für bessere Fahrdynamik und geringeren Verbrauch sorgen soll. Auch mehr Platz und ein höheres Sicherheitsniveau zählen zu den Versprechen. Für letzteres sorgen ebenfalls verschiedene Assistenten auf Basis des nun serienmäßigen Stereokamera-Systems „Eyesight“. In diesem System ist unter anderem ein Notbrems-Assistent integriert, der auch Radfahrer und Fußgänger erkennt.

Die Technik kommt ganz ohne Radar, Infrarot-Sensoren oder Ultraschall aus: Nur eine rechts und links vom Innenspiegelfuß sitzende Stereo-Kamera schaut durch die Windschutzscheibe nach vorne. Laut Subaru konnte das System bereits in Sicherheitstest brillieren. Vorteile der einfacheren Technik sind geringere Kosten bei der Herstellung und ebenso eine niedrigere Versicherungseinstufung, da sich in besonders crashgefährdeten Karosserie-Zonen keine teure Sensorik verbirgt.

Die Eyesight-Stereokamera liefert auch die Daten für den ebenfalls serienmäßigen Abstandstempomaten (mit Staufunktion) und den aktiven Spurhalte-Assistenten. Radarbasiert arbeiten hingegen der Spurwechselassistent sowie der Totwinkel- und der Querverkehrswarner. Nähert sich ein Fahrzeug im toten Winkel, leuchtet ein sehr heller und somit gut erkennbarer LED-Streifen im nach innen zeigenden Teil der Außenspiegel-Kappe.

Natürlich verlässt auch die Neuauflage des Kompakten die Werkshallen nie ohne den traditionellen Allradantrieb. Immer an Bord ist auch ein stufenloses Automatikgetriebe, die im Vorgänger angebotene Handschaltung ist nicht mehr im Programm.

Als Motoren stehen für den Impreza ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Boxer und ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Boxer zur Verfügung. Das 1,6-Liter-Aggregat leistet 114 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 150 Newtonmetern bei 3.600/min. Während der Motor seiner normalen Arbeit nachgeht, ist er kaum zu hören und im Innenraum vibriert nichts. Nach 11,8 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Je nach Ausstattung verbraucht der Impreza 1.6i im Schnitt auf dem Prüfstand 6,2 bis 6,4 Liter.

Während der Impreza 1.6i also eindeutig etwas für den Im-Verkehr-Mitschwimmer ist, geht der 2.0i mit 156 PS und einem maximalen Drehmoment von 196 Newtonmetern bei 4.000/min deutlich knackiger zur Sache. Auch er hält sich akustisch sehr zurück und leitet keine Vibrationen in den Innenraum. Und er beschleunigt flott - in 9,8 Sekunden sind 100 km/h erreicht, bei 205 km/h ist Ende im Gelände. Beim Verbrauch auf dem Prüfstand werden 6,6 bis 7,0 Liter angegeben.

Und wie sieht es innen aus?

Ganz hübsch, auch wenn rund um die Instrumente immer noch hier und dort Plastik der härteren Sorte durchblitzt. Die Bedienung ist nun dank Touchscreen in der Mittelkonsole von vielen Knöpfen befreit.Und es fällt die gute Rundumsicht des Wagens auf – egal ob nach vorne, zu den Seiten oder nach hinten: Die niedrige untere Fensterkante, die großen seitlichen Fensterflächen und das ebenso große Heckfenster sorgen für eine schon vergessen geglaubte Übersichtlichkeit. Wer zudem die höchste Ausstattungsvariante ordert, bekommt noch ein Glasdach und somit eine wohltuende Extraportion Tageslicht.

Ganz hinten hat Subaru den Kofferraum-Ausschnitt etwas vergrößert, um die Beladung komfortabler zu machen und die Mitnahme sperriger Güter zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass sich die Seitentüren weiter öffnen lassen als beim Vorgänger, die Fondtüren beinahe in einem Winkel von 90 Grad. Eltern, die kleine Kinder in Kindersitze im Fond heben müssen, dürften sich deshalb über einen geschonten Rücken freuen.

Und was kostet der Spaß?

Der neue Impreza, der in vier Ausstattungslinien angeboten wird, ist ab 21.980 Euro zu haben und damit im Vergleich zum Vorgänger ausstattungsbereinigt um einiges günstiger. Denn die vierte Generation musste unter anderem serienmäßig ohne Automatik und die Kamera-Assistenten auskommen.

Fazit: Der neue Subaru Impreza ist optisch gefällig, komfortabel gefedert, sicherheitstechnisch prima gerüstet und mit einem exotischen Antriebsstrang arbeitend, ein Gebrauchsauto durch und durch.