Peugeot Rifter: Ein Fahrzeug für die ganze Familie

Au Revoir Tepee, jetzt kommt der Rifter. Peugeot hat den in die Jahre gekommenen Hochdachkombi Tepee durch den komplett neuen Rifter ersetzt. Ein Fahrzeug für die ganze Familie, wie auch unser Auto-Tester Heinrich Rohne feststellte.

Eben ein Fahrzeug, das sich im Großstadt-Dschungel genauso wohl fühlt wie in der ruppigen Natur. Und eine echte Alternative zum SUV oder einer Großraum-Limousine, glauben die Peugeot-Ingenieure. Vor allem ein Fahrzeug, das nichts so schnell übel nimmt: Dafür sorgen die bestens gegen kleine Dellen schützenden großen Kunststoff-Aufsätze an den Längsseiten und den Radkästen; dass es große Stoßfänger vorne und hinten gibt, ist natürlich selbstverständlich.

Peugeot wird mit dem Rifter auch im eigenen PSA-Konzern zum Konkurrenten von Citroen und Opel, die mit dem Berlingo und dem Combo zwei ähnliche Fahrzeuge anbieten. Das ist den Peugeot-Entwicklern herzlich egal, schließlich sind sie in jüngster Vergangenheit damit durchaus erfolgreich unterwegs, die eigene Marke neu zu positionieren und neue Zielgruppen zu erschließen. Dabei soll nun der Rifter beitragen, der ab Mitte September bei den Händlern stehen soll.

Senkrechte Kühlerfront, kurze Motorhaube und dahinter ein ziemlich viereckiger Kasten bis zu den senkrecht stehenden Bremsleuchten. Eine Schönheit ist der Rifter nicht, will er aber auch nicht sein. Dafür ist er ein ungemein vielseitiger und praktischer Begleiter insbesondere für Familien. Auf den 4,40 Meter Länge gibt es eine Menge Platz - hinten mit drei Einzelsesseln, die allesamt als Kindersitz genutzt werden können. Der Kofferraum dahinter fasst 1.355 Liter, bei umgeklappter Rückbank vergrößert sich der Stauraum auf sogar 3.000 Liter. Und wer noch mehr Raum benötigt: den Rifter gibt es auch mit einer dritten Sitzreihe und dann insgesamt sieben Plätzen. Um alle Ansprüche an genügend Stauraum zu erfüllen, gibt es zusätzlich eine Lang-Version, die um 35 Zentimeter auf dann 4, 75 Meter Länge wächst. Ein echtes Raumschiff – was den Rifter möglicherweise auch für Handwerker interessant macht, die nur manchmal viel Platz benötigen. Werden nämlich alle Sitze umgeklappt, kann man insgesamt 4.000 Liter laden – bei umgeklapptem Beifahrersitz bringt man gar über drei Meter lange Gepäckstücke unter. Die senkrechte Kofferraumklappe schluckt alles – eine nette Idee ist auch, dass sich das Fenster in der Kofferraumklappe separat öffnen lässt.

Praktische Lösungen finden sich viele. Oft sind es ja die kleinen Dinge, die das Leben leichter machen. Dazu gehören die Ladeschale, die kabellos das Smartphone auflädt, eine 220 Volt-Steckdose, oder die jeweils vorne und hinten verteilten zwei 12 Volt Steckdosen und die drei USB-Anschlüsse. Die elektrisch versenkbaren Fenster für die hinteren Passagiere sind einzig in dieser Klasse. Serienmäßig ist bei dem etwas höher gewordenen Fahrzeug auch eine Dachreling. Ungemein hilfreich, vor allem im Stadtverkehr, sind die beiden Schiebetüren für den hinteren Fahrgastraum. Wer jemals erlitten hat, in engen Parklücken Kleinkinder bei normal öffnenden Türen anzuschnallen, freut sich darüber. Außerdem gibt es jede Mange Ablagefächer, sowohl in der Mittelkonsole oder über den Köpfen der vorderen Passagiere. Wer möchte, kann optional auch ein Panoramadach mit kombinierter Ablage wählen, die sich längs durch den gesamten Innenraum erstreckt. Die Verarbeitung im Innenraum ist einem praktischen Alltagseinsatz angemessen. Dass sich bei den Materialien im Innenraum sehr viel Hartplastik findet, wird in dieser Klasse niemand verwundern.

Überraschend ist das ungewöhnlich kleine Lenkrad, dass aber gut in der Hand liegt und sich in Kombination mit der ziemlich direkten und straffen Lenkung bewährt. Weil Peugeot die Instrumententafel sehr hoch gerückt hat, hat man beste Sicht auf alle wichtigen Fahrinformationen. Für die Navigation und weitere Funktionen gibt es über der Mittelkonsole einen acht-Zoll-Touchscreen. Standardmäßig angeboten wird eine Handschaltung mit sechs Gängen. Es gibt allerdings auch eine Schaltautomatik, die mit einem originellen Rundknopf auf der Mittelkonsole bedient wird.

Angetrieben wird der Rifter wahlweise von drei Diesel-Aggregaten, die aus jeweils 1,5 Litern Hubraum zwischen 75 und 130 PS auf die Straße bringen. Dazu kommt ein 1,2-Liter-Benziner, der aus drei Zylindern mittels Turbo 110 PS entwickelt. Gut bedient ist man bei den Dieseln mit der 110-PS-Version, vor allem im Zusammenspiel mit der Achtgang-Schaltautomatik. Auffällig ist auch die geringe Geräuschentwicklung des Diesels.

Serienmäßig hat der Rifter drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit als sein Vorgänger, um für unebenes Gelände besser gewappnet zu sein. Wer mit einem richtigen SUV mithalten möchte, kann sich den Rifter auch mit Allrad-Antrieb aufrüsten lassen - dafür werden dann freilich rund 5.000 Euro fällig. Ansonsten ist der Rifter bereits ab 20.740 Euro zu haben. Wer also mit dem soliden Einstiegsbenziner leben kann, dürfte hier konkurrenzlos viel Transportraum fürs Geld bekommen.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Peugeot

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