Opel Insignia Grand Sport: Flaggschiff auf Premium-Spuren

Der Insignia ist das Flaggschiff von Opel. Jetzt steht die neue Generation bereit und heißt jetzt Insignia Grand Sport. Aber nicht nur der Name ist neu, die Opel-Limousine glänzt mit hochmoderner Technik und deutlich flotterem Design. Davon konnte sich auch unser Auto-Tester Heinrich Rohne überzeugen.

Der neue Opel Insignia ist da. Nach gut neun Jahren bekommt das Rüsselsheimer Flaggschiff nicht nur den Namenszusatz „Grand Sport“, sondern auch viel neue Technik und ein wesentlich interessanteres Design. Das kann sich sehen lassen - außen wie innen. Dabei setzt Opel im Fall des Grand Sport auf eine Mischung aus Fließheck-Limousine und Coupe. Denn eine viertürige Limousinen-Variante wird es für die Baureihe nicht mehr geben, die Kombiversion Sports Tourer folgt dann Sommer. Der Country Tourer macht dann im Herbst die Insignia-Familie komplett.

Aber zurück zum Grand Sport: Die fünftürige Karosserie bietet stimmigere Proportionen als bisher. Mit knapp 4,90 Meter ist der neue Insignia fast sechs Zentimeter gewachsen, gleichzeitig legte der Radstand um gut neun Zentimeter zu, weshalb die bislang mächtigen Karosserieüberhänge nun etwas kürzer ausfallen. Zudem ist das Fahrzeug vier Zentimeter flacher als bisher, während die Spur um einen Zentimeter verbreitert wurde. Der neue Insignia, der auf der „Global Epsilon“-Plattform von GM basiert, steht entsprechend breiter und satter auf der Straße.

Das Längenwachstum macht aus dem Insignia ein stattliches und markantes Auto. Das Heck wirkt dank der weit außen platzierten LED-Heckleuchten breit und klar, grenzt sich trotz Familienähnlichkeit klar vom Astra ab. Die Kante an der hinteren Tür bringt wie die flachere Front Dynamik – keine Spur mehr von den rundlich-organischen Formen des Vorgängers. Optisch hat sich der neue Insignia an der Monza-Studie der IAA 2013 orientiert, aber auch Stylingelemente des neue Opel Astra übernommen. Darüber hinaus wurde der Luftwiderstandsbeiwert der Karosserie auf 0,26 gesenkt, was sich positiv auf Innenraumgeräusche und Verbrauch auswirken wird. Ebenfalls hilfreich beim Spritsparen dürfte das deutlich verringerte Fahrzeuggewicht sein. Dank verschiedener Leichtbaumaßnahmen sparte die GM-Tochter im Vergleich zum Vorgänger bis zu 175 Kilogramm ein.

Und innen? Auch hier lässt der neue Insignia den Vorgänger vergessen. Tasten raus, 8-Zoll-Touchscreen rein, das beruhigt das Auge und macht die im Prinzip vom Astra bekannte Bedienung erheblich einfacher und eingängiger. Apple Car Play und Android Auto bringen Smartphone-Optik auf das Display oberhalb der Mittelkonsole, das quasi ins Armaturenbrett tiefenintegriert ist – sieht gut aus! Darunter gibt es nurmehr vier Tasten und einen Dreh-Drücksteller, prominent eingefasst von großen Schaltern für Warnblinker und ESP. Eine Etage tiefer hat Opel die Bedienelemente der Klimaanlage zusammengefasst, vor dem Schalthebel sitzen noch Taster für Dämpferverstellung und Spurhalteassistent. Das war's im Wesentlichen – sauber aufgeräumt.

Die Instrumente vor dem Multifunktionslenkrad sind jetzt digital, Drehzahlmesser, Temperatur- und Benzinstandsanzeige haben aber noch echte Zeiger, der Tacho in der Mitte nicht. Auf seinem Diplay lassen sich auch Navisymbole oder Bordcomputer einblenden, die Geschwindigkeit zeigt das Instrument dann digital an. Gegen Aufpreis projeziert der Insignia solche Informationen auch per Head-up-display ohne zusätzliche Plexiglasscheibe in die Frontscheibe.

Und die Platzverhältnisse sind nun Klassenstandard: Hier bringt der längere Radstand tatsächlich eine deutlich spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Vorne lassen sich das Lenkrad weit herausziehen und die bequemen AGR-Sitze prima einstellen. Hinten ist die Verbesserung noch deutlicher zu spüren: Zwei 1,85-Meter-Männer können bequem hintereinander sitzen. Schon der Einstieg in den Fond gelingt vor allem im Beinbereich erheblich besser. Die niedrigere Dachlinie stört nicht: Den Kopf muss man zumindest nicht mehr einziehen als beim Vorgänger. Zu fünft will man im Insignia allerdings immer noch nicht lange Urlaubsreisen absolvieren, aber auf Kurz- und Mittelstrecken geht es schon mal mit drei Passagieren auf der Rücksitzbank. Groß ist auch der Kofferraum mit normal 490 Litern. Maximal sind gar 1.450 Liter drin. Der Zugang ist dank der großen Klappe natürlich prima, die Ladekante auch für sperriges Gepäck kein Hindernis.

In Sachen Ausstattung gibt der kleinere Astra die Marschrichtung vor: Der Telematikdienst OnStar ist ebenso an Bord, wie Matrixlicht oder ein Head-Up-Display. Massagesitze und hochwertiges Leder sollen den Opel Insignia Grand Sport in Richtung Premium rücken.

Technisch darf sich der neue Opel Insignia Grand Sport bei den aktuellen Motoren bedienen. So sind die Diesel-Aggregate mit 1,6 Liter Hubraum und 110 bis 136 PS sowie ein 2,0-Liter mit 170 PS und 400 Nm maximalem Drehmoment im Programm. Bei den Benzinern macht ein 1,5 Liter mit Turbo und Direkteinspritzung den Anfang. Es gibt ihn mit 140 und 165 PS. Er bringt in beiden Fällen 250 Nm auf die Kurbelwelle. Ein 2,0 Liter bildet mit 260 PS zunächst die Leistungsspitze, heißt aber noch nicht OPC. Der wird später übrigens keinen V6 mehr bekommen, sondern muss sich ebenfalls mit einem Vierzylinder zufrieden geben, der allerdings etwa 340 PS haben soll.

Neben dem manuellen Sechsganggetriebe gibt es auch einen Achtgangautomaten – letzterer ist bei den Allradversionen Serie. Apropos 4x4: Den Allradantrieb gibt es nur im Top-Benziner und Top-Diesel.

Und was kostet der Spaß? Bei 25.590 Euro geht es los, für den Sports Tourer müssen später jeweils 1.000 Euro mehr auf den Tisch des Hauses gelegt werden.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Opel