Opel Crossland X: Deutsch-französische Freundschaft

Kompakte Crossover erfreuen sich großer Beliebtheit. In dieser Gattung ist jetzt auch Opel vertreten und präsentiert mit dem Crossland X das erste Produkt aus der neuen Ehe mit dem französischen Konzern PSA. Unser Auto-Tester Heinrich Rohne konnte bereits erste Fahreindrücke sammeln und war ziemlich beeindruckt.

Das ging ja schnell: Das erste Kind aus der Ehe zwischen Opel und PSA ist bereits aus der Taufe gehoben. Erst vor wenigen Wochen wurde verkündet, dass der französische Konzern (Peugeot, Citroën) die deutsche Traditionsmarke unter seine Fittiche nehmen will. Und jetzt schon startet das erste gemeinsame Baby der Rivalen von einst, noch bevor die Verträge unterzeichnet sind. Das ist möglich, weil Opel und PSA bereits vor gut fünf Jahren die gemeinsame Produktion von kompakten Crossover-Modellen vereinbart hatten. Und nun ist der Crossland X, der gemeinsam mit den später kommenden Citroen C3 Picasso und Peugeot 2008 entwickelt wurde, eben das erste Mitglied der neuen „deutsch-französischen Freundschaft“ .

Unabhängig vom neuen Eigentümer präsentiert sich die Blitzmarke derzeit selbstbewusst. Zu Recht, denn die Rüsselsheimer sind gerade in einer großen Modelloffensive, gibt es doch in diesem Jahr gleich sieben Neuheiten zu bestaunen. Eine davon ist der Crossland X, der ausschließlich von Motoren aus dem PSA-Konzern angetrieben wird. Die Plattform ist ebenfalls französisch - allerdings „gezielt verdeutscht“.

Bleiben wir gleich beim Fahreindruck. Eine starke Kombination ist der 1,2-Liter-Turbobenziner (110 PS) mit sechsstufiger Automatik (eine achtstufige Variante soll nachgereicht werden) und drei Zylindern. Mit reichlich Kraft aus dem Drehzahlkeller lässt sich der Opel souverän und sparsam (ab 5,4 Liter pro 100 Kilometer) fahren. Und: Ein Dreizylinder muss sich nicht immer gequält anhören. Außerdem im Angebot zum Start: Weitere zwei Dreizylinder-Benziner mit 81 und 130 PS, sowie zwei Vierzylinder-Diesel mit 99 und 120 PS.

Voll und ganz überzeugt hat uns auch das Fahrwerk. Nicht zu weich, nicht zu hart - ein perfekter Kompromiss, der Spaß macht und Kurven liebt. Das Fahrverhalten kommt einfach erwachsen rüber.

Während der Mokka X auf Wunsch mit Allradantrieb erhältlich ist, ist der Crossland X ausschließlich ein Fronttriebler. Damit kein Irrtum entsteht: Das X steht bei Opel nicht für 4x4, es unterstreicht „sowohl die Optik als auch die Funktion von SUV- und Crossover-Modellen“. Somit kann der Crossland X eher in die Kategorie „lifestylig“ eingeordnet werden. Die Opel-Leute drücken es so aus: „Prädestiniert für das urbane Umfeld ebenso wie für die Fahrt in den Urlaub.“

Außerdem sieht der Crossland X viel moderner aus als der Mokka. Dafür sorgt schon das vom Astra bereits bekannte „schwebende Dach“. Zudem wirkt der Neue äußerst langgestreckt und hat extrem kurze Überhänge. Das Gesicht trägt einen prominenten Kühlergrill mit glänzendem Opel-Blitz und der charakteristischen LED-Doppelschwingen-Grafik sowie AFL-LED-Scheinwerfereinheiten. Die Chromlinie im hinteren Dachverlauf spendiert der Adam. Der Unterfahrschutz am Heck macht auf SUV, die Rückleuchten setzen auf LED-Technik. Stylish, lässig, cool – das sind eben die Attribute, die Opel seinem neuen Modell mit auf den Weg gibt.

Dazu noch eine Menge Raum: Denn auf einer Länge von 4,21 Metern (Mokka X: 4,28 Meter) bietet der CUV (Crossover Utility Vehicle) überraschend viel Platz für die Insassen (auch auf der Rücksitzbank) und deren Gepäck (Kofferraumvolumen: 410/ 520 bis 1.255 Liter). Positiv auch die um bis zu 15 Zentimeter einzeln verschiebbaren Rücksitze, die sich in zwei unabhängigen Teilen (60:40) einstellen lassen. Bei 13 Rasteneinstellungen auf 15 Zentimeter dürfte jeder die passende Position finden. Darüberhinaus nicht nur bequem, sondern auch gesund: die Ergonomie-Vordersitze („Aktion Gesunder Rücken“). Auch gut gelöst: Die Höhe des optionalen Head-up-Displays lässt sich über echte Tasten am Armaturenbrett einstellen.

Ausstattungstechnisch hat der Crossland X in entsprechenden Paketen ebenfalls einiges zu bieten. Das Angebot reicht vom Head-up-Display über adaptive LED-Scheinwerfer, adaptiven Tempomat, Spurhalteassistent, Kollisionswarner, Rückfahrkamera, Notbremsassistent, Müdigkeitserkennung bis hin zum Parkassistent. Außerdem stehen zwei verschiedene Infotainment-Systeme zur Wahl: das Radio R 4.0 IntelliLink und das Navi 5.0 IntelliLink mit Achtzoll-Touchscreen. Ebenfalls an Bord ist der Online-Assistent Opel OnStar inklusive WLAN-Hotspot. Apple CarPlay und Android Auto sind im Crossland X genauso verfügbar wie induktives Laden, vorausgesetzt man hat das passende Smartphone.

Fazit: Mit dem Crossland X rundet Opel seine SUV-Palette nun nach unten ab. Der gemeinsam mit dem französischen PSA-Konzern entwickelte kleine Crossover soll im Umfeld von Nissan Juke, Renault Captur und Fiat 500X Kunden gewinnen – und das wird er sicher. Denn auch die Preise, die bereits bei 16.850 Euro starten, sind mehr als wettbewerbsfähig.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Opel