Opel Combo: Familienfreund und Handwerks Liebling

Hochdachkombi – das Wort ist nicht gerade der Hit. Aber diese Fahrzeuge sind Familienfreund, Handwerkers Liebling und Lademeister zugleich. Dazu zählt auch der Opel Combo. Diese jetzt mittlerweile fünfte Generation testete unser Auto-Experte Heinrich Rohne und wunderte sich über das Multitalent.

Hochdachkombis überzeugen ihre Kunden mit anderen Werten als dem reinen Fahrspaß. Diese Autos setzen auf ein unschlagbares Verhältnis von Transportvolumen und Preis. Sie sind Familienfreund, Handwerkers Liebling und Lademeister zugleich. Aber anders als beim VW Transporter schießen die Preise für die Hochdachkombis nicht durch die Decke.

Im Markt der günstigen Familienwagen mischt auch Opel mit dem Combo Life schon lange mit. Während der Vorgänger baugleich mit dem Fiat Doblo war, basiert die jetzt fünfte Generation auf der PSA EMP2-Plattform und ähnelt den Konzerngeschwistern Peugeot Rifter und Citroën Berlingo. Darum sind beim Combo Life auch die Abmessungen mit einer Länge von 4,40 Metern und einer Höhe von 1,80 Metern identisch mit den französischen Modellen. Wird die Langversion geordert, wächst der Combo auf 4,75 Meter und wird, dank dritter Sitzreihe, zum Siebensitzer.

Und was auf den ersten Blick auf den neuen besten Freund der Familie klar wird: der großzügig verglaste Opel will in die Liga der Erfolgreichen seiner Art, in der ein VW Caddy ebenso wie Ford Connect oder Renault Kangoo um den Titel spielen, aufsteigen. Denn dieser neue Opel sieht jetzt richtig schick aus, geht sogar ein bisschen in Richtung Lifestyle.

Optisch unterscheidet sich der Rüsselsheimer durch das Opel-Markengesicht von seiner Plattformfamilie. Das bedeutet, dass auch der Combo, der erstmals 1986 auf Basis des Kadett E das Licht der Autowelt erblickte, einen mit breiten Chromleisten durchzogenen Kühlergrill bekommen hat. Sie verbinden den Opel-Blitz in der Mitte optisch mit den Scheinwerfern. Diese erhalten das markentypische Tagfahrlicht in Flügeloptik. Die Lufteinlässe in der Stoßstange geben dem Combo zusätzlich eine eigenständige Optik. An der Seite fällt die Zugehörigkeit zur PSA-Kombi-Viererbande sofort ins Auge. Dachlinie, Fensterausschnitte und Kanten im Blech sind identisch zum Berlingo. Anders als der Citroën, fehlen dem Opel aber die „Airbumps“ im unteren Bereich der Türen. Stattdessen findet sich hier eine Kunststoff-Beplankung.

Sichtbar sind zudem die vielen Ideen, die die Ingenieure in den Combo packten. Wie die zwei Schiebetüren (die linke gegen Aufpreis), ein Wahnsinns-Kofferraum mit 597 bis 2.693 Litern oder eine separat zu öffnende Heckscheibe für das kleine Gepäck zwischendurch. Wahlweise gibt es eine Rücksitzbank, die sich im Verhältnis 40:60 teilen lässt oder drei Einzelsitze - praktisch für bis zu drei Kindersitze. Auch praktisch: Die Rücksitze des neuen Opel Combo lassen sich herausnehmen. Und: Wohin man auch blickt, tun sich Staufächer, kleine Ablagen oder sogar eine 36 Liter große Box hinter den Köpfen unterm Dach auf. Der umklappbare Beifahrersitz ermöglicht außerdem einen durchgehend flachen Ladeboden mit einer Länge von 2,70 Metern (Langversion: 3,05 Meter). Selbst kleinere Umzüge sind so im neuen Combo möglich.

Noch mehr als Lademeister wartet der Combo-Cargo mit Maßen auf, die Menschen entzücken, die oft und viel zu transportieren haben. In den speziell für Handwerker gebauten Combo-Varianten, also den Vans, passen tatsächlich zwei Europaletten hintereinander hinein. Das Ladevolumen insgesamt liegt bei 4,4 Kubikmeter und wenn der große Kleine noch was ziehen muss, dann packt er als Anhängelast bis zu 1,5 Tonnen. Im Combo Cargo steckt eben ein kleiner Lkw. Um die Praktikabilität noch zu erhöhen gibt es dieses Fahrzeug mit Türen statt mit der Heckklappe. Und sogar mit einer Dachklappe, für diejenigen die besonders lange Dinge zu transportieren haben und denen die 3,05 Meter Ladelänge bei umgeklapptem Beifahrersitz noch nicht reichen.

Erstaunlich auch das Angebot an Assistenzsystemen: Spurhalte- und Notbremsassistent mit Fußgängererkennung sowie ein Frontkollisionswarner sind ebenso serienmäßig wie ein Müdigkeitswarner oder Verkehrszeichenerkennung. Damit nicht genug: gegen Aufpreis sind noch 14 weitere Assistenzsysteme zu haben. Auch ein Head-Up-Display, eine Panorama-Rückfahrkamera, halbautomatisches Einparken oder ein bis zu acht Zoll großer Monitor für Navigation und Entertainment ist im Angebot. Bei schlechtem Wetter hilft ein „IntelliGrip“ genanntes System, das per Drehschalter auf verschiedene Straßenzustände geeicht wird. Insgesamt fünf Programme sorgen so für bestmögliche Haftung zum Beispiel auf Schnee, Matsch oder auch Sand.

Als Antrieb bietet Opel für den Combo 1,2-Liter-Benziner mit 110 und 130 PS sowie 1,5-Liter-Turbodiesel mit 76, 102 und 130 PS an. Alle Motoren erfüllen die 6d-Temp Abgasnorm und werden von den Franzosen gebaut. Eine Achtgang-Automatik für die Spitzenversionen ist auf deutschen Wunsch hin ins Programm gelangt. Für den Stadtverkehr tut es auch der Einstiegsbenziner. Wird der Wagen womöglich beladen auf Landstraßen und Autobahnen bewegt, sollte man in einen stärkeren Dieselmotor investieren.

Und was kostet der beste Freund der Familie? Der Combo Life ist 19.995 Euro zu haben, die Cargo-Variante geht bereits bei 16.850 Euro netto los.