Mitsubishi ASX: Ein neuer Motor sorgt für richtig Schwung

Mitsubishi hat seinem Kompakt-SUV ASX ein Facelift spendiert. Das hat sich unser Auto-Tester Heinrich Rohne einmal genauer angeschaut und war positiv überrascht.

Rund sieben Jahre lang wird ein Auto üblicherweise gebaut, bis der Nachfolger kommt. Tendenz eher fallend, denn die rasanten Entwicklungszeiten in der IT-Branche setzen auch die Autobauer unter Druck. Höchste Zeit also, dass der seit 2010 erhältliche Mitsubishi ASX abtritt und Platz für die Neuauflage macht.

Doch der japanische Kompakt-SUV denkt nicht ans Abdanken. Stattdessen bekommt er noch einmal ein Facelift spendiert, und der schon angekündigte Nachfolger lässt sich noch zwei, drei Jahre Zeit. Frisch herausgeputzt steht der Mitsubishi jetzt zu Preisen ab 20.990 Euro beim Händler.

Äußerlich angestaubt mag der nur 4,37 Meter lange ASX durchaus sein, komplett altmodisch ist er aber nicht. Dafür haben schon zwei Auffrischungen im Drei-Jahres-Turnus gesorgt. Nach dem jüngsten Facelift sieht der Kompakte, der zwischenzeitlich auch die Basis für Citroën C4 Aircross und Peugeot 4008 war, sogar wieder ziemlich frisch aus.

Er orientiert sich am großen Bruder Outlander und dem schrägen SUV-Coupe Eclipse Cross und wirkt mit der neuen, bulligen Front selbstbewusster denn je: Breiter Kühlergrill, schmale LED-Scheinwerfer und ein angedeuteter „Kuhfänger“ stehen dem Japaner gut zu Gesicht. Auch am Heck haben die Designer die Breite und damit den kernigen Auftritt des SUV betont.

Mitsubishi ASX InnenraumIm Innenraum hat sich dagegen nicht viel getan, neu sind die Bedienelemente für die Klimaregelung und das überarbeitete Infotainment-System. Der Touchscreen ist von sieben auf acht Zoll gewachsen. Die von TomTom beigesteuerte Navigationsfunktion funktioniert einwandfrei und holt sich über das Smartphone des Fahrers Echtzeit-Verkehrsdaten.

Ansonsten hat Mitsubishi vor allem versucht, das Interieur etwas hochwertiger zu gestalten und das ist durchaus gelungen. An den Platzverhältnissen hat sich mit dem Facelift nichts geändert, vorne sitzt man ganz gut, hinten wird es für den Kopf etwas enger, aber es geht: in beiden Reihen sind die Sitze recht hoch montiert. Der Kofferraum fällt mit 406 bis 1.206 Liter klassenüblich groß aus.

Die größte Revolution fand unter der Haube statt. Zwar gibt es den ASX weiterhin nur mit einer einzigen Motorisierung. Doch der zuletzt verbliebene 1,6-Liter-Benziner hat ausgedient und wird durch den Zweiliter-Vierzylinder ersetzt, der in den USA-Modellen schon bisher zum Einsatz kam. Der bringt mit 150 PS nicht nur rund 30 Prozent mehr Leistung mit, sondern legt auch beim Drehmoment von 154 auf 195 Newtonmeter zu. Die liegen erst bei hohen 4200 Touren an, denn auf einen Turbolader verzichtet Mitsubishi.

Wer die fünf Gänge flott durchschaltet, kann den ASX jetzt in 10,2 statt 12,2 Sekunden auf Tempo 100 bringen, die Spitze legt moderat von 183 auf 190 km/h zu, die Anhängelast steigt um 100 Kilogramm auf 1,3 Tonnen. Viel wichtiger als das Dynamik-Plus: Mit dem neuen Motor kehrt auch der Allradantrieb zurück ins Angebot, der Ende 2018 gemeinsam mit dem Diesel seinen Hut nehmen musste.

Roter Mitsubishi asx auf der LandstraßeDas 4x4-System arbeitet nach klassischer Manier: Per elektronisch geregelter Kupplung wird die Hinterachse bedarfsgerecht mit Kraft versorgt. Ist die Straße trocken, gehen nur zwei Prozent der Power nach hinten. Erkennt das System durchdrehende Räder, schickt es die Hälfte der Kraft nach achtern. Über die Lock-Funktion lässt sich das maximale Drehmoment an der Hinterachse erzwingen, was beim Anfahren auf schlechtem Untergrund von Vorteil sein kann.

Auch ein Automatikgetriebe gibt es jetzt wieder, und zwar ein stufenloses CVT-Getriebe, das beim Allrad immer an Bord und für die Frontantriebs-Version gegen Aufpreis zu haben ist - im Alltag auf jeden Fall eine gute Alternative für Schaltfaule.

Unter dem Strich bleibt der Mitsubishi ASX eine preiswerte Alternative zu den Platzhirschen Ford Kuga, VW Tiguan, Škoda Karoq und Toyota RAV4 oder Newcomern wie Citroën C5 Aircross und Mazda CX-30.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Mitsubishi

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