Jeep Wrangler im Test: Jetzt auch auf Asphalt komfortabel

Auf der Suche nach einem echten Offroader landet man schnell beim Jeep Wrangler. Und betrachtet man die Sache genauer, könnte man noch schneller dabei bleiben, denn der Urenkel des CJ-5 bietet wohl das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Das dachte sich auch unser Auto-Experte Heinrich Rohne und probierte die Ikone nicht nur im Gelände aus, sondern überzeugte sich auch von der nun vorhandenen Langstreckentauglichkeit.

Dass Ikonen funktionieren, hat nicht zuletzt Mercedes mit der G-Klasse unter Beweis gestellt. Aber auch Jeep hat mit dem Wrangler eine Ikone im Programm, die optisch über die Jahrzehnte immer als Wrangler zu erkennen war. So fährt das einstige Militärfahrzeug auch in der vierten Auflage mit runden Hauptscheinwerfern und sieben Lüftungsöffnungen - oder wie der US-Amerikaner es nennt: einem „Seven-Slot-Grill“ - vor. Geblieben sind auch die klappbare Frontscheibe, die trapezförmigen Radhäuser, die sichtbaren Scharniere an Türen und Motorhaube sowie die klappbare Frontscheibe und der Überrollbügel. Zudem sind die Türen weiterhin abnehmbar und die Wahl von Hard- und Softtop ist dann einfach nur noch Ehrensache. Neu ist jetzt das elektrisch bedienbare Faltdach. Der Wrangler bleibt also total flexibel – wie eben ein Schweizer Taschenmesser.

Doch einiges hat sich auch sichtlich geändert. Die Sahara- und Rubicon-Modelle erhellen die Nacht jetzt auf Wunsch mit LED-Scheinwerfern und geben ihnen ein unverwechselbares Gesicht. Dazu gibt es LED-Blinker und das moderne Licht strahlt auch in den ausgestellten Heckleuchten.

Und weil wir gerade bei den sichtbaren Neuerungen sind, nehmen wir im Wrangler Platz und stellen fest: alles ist anders und dennoch vertraut. Zwar wurde die Konsole modifiziert, beherbergt aber weiterhin sämtliche Hebel für Getriebe, Verteilergetriebe und die mechanische Feststellbremse. Nur mit dem Unterschied, dass die jetzt trotz der gewünschten Robustheit besser zu erreichen sind. Ein feines Feature sind auch die Echtmetall-Akzente und die Inbusschrauben auf Schalthebel, an den Haltegriffen und am Rahmen des 7 oder 8,4 Zoll messenden Bordmonitors. Sie geben der vierten Generation des Wranglers eine gehörige Portion seiner Ursprünglichkeit zurück.

Ursprünglich ist auch die Rahmenkonstruktion des neuen Wrangler. Allerdings haben die Ingenieure, um die Geländefähigkeit als auch die Straßenlage zu verbessern, ein Fahrwerk mit Fünflenker-Radführung angeflanscht. Und da sind wir auch schon da angekommen, was sich wirklich spürbar verbessert hat, wenn wir über den Asphalt rollen. Der Wrangler ist nämlich nicht nur weiterhin im Gelände top, sondern jetzt auch für die Langstrecke auf der Autobahn bestens geeignet. Vor allem der Sahara in der Langversion gleitet mittlerweile sanft dahin und macht lange Distanzen nicht mehr zu einer Strapaze. Dafür sorgt auch die tolle 8-Gang-Wandlerautomatik. Ein Fahrgefühl wie eben in einem ausgewachsenen SUV.

Neu sind auch die beiden Motoren. Zum einen handelt es sich um einen 270 PS starken Vierzylinder Turbo-Benziner und dann ist noch ein 2,2-Liter-Turbodiesel mit 200 PS im Angebot, der auch die Euro-6d-Norm erfüllt. Wer sich vorwiegend auf der Straße bewegt, kann den Heckantrieb benutzen, um Sprit zu sparen. Allerdings sollte er sich darüber im Klaren sein, dass die 450 Newtonmeter maximales Drehmoment, die der Diesel zur Verfügung stellt, locker ausreichen, den Jeep quergehen zu lassen. Vor allem auf nasser Straße oder auf Schotterwegen geht das ganz schnell, denn das volle Drehmoment liegt bereits bei 2.000 Kurbelwellenumdrehungen an. Besser also „4H Auto“ einlegen und alle vier Räder bei vollautomatischer Kraftverteilung für den Vortrieb nutzen. Das Ganze geht natürlich auch mit einer klaren 50:50-Verteilung in „4H Part-Time“. Sollte es mal richtig arg werden, dann gibt es natürlich auch die Geländeuntersetzung, die das Drehmoment vervielfacht und mit der Einstellung „4L“ bereitgestellt wird. Das heißt, jetzt kann jedes Rad einzeln mit 25 Prozent der vollen Kraft angesteuert werden.

Und dann geht natürlich alles mit dem Wrangler: Ob riesige Brocken, mächtige Schlammfurchen oder tiefe Wasserläufe – bei einer Wattiefe von 76 Zentimetern wird die Ikone nicht bockig, sondern löst die Probleme einfach ganz souverän. Denn ganz ehrlich: Geht nicht gibt's nicht! Dabei ist es auch egal, ob die Langversion mit vier Türen (die nicht nur mehr Platz, sondern auch den höheren Nutzwert wegen des größeren Kofferraums bietet) oder der Zweitürer durchs Gelände geprügelt werden.

Und da sind wir schon wieder beim ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis, denn der Jeep Wrangler ist bereits ab 46.500 Euro zu haben. Dafür gibt es den Wrangler Sport mit dem 2,2-Liter-Diesel mit zwei Türen. Wer die Variante mit den vier Türen möchte, der zahlt 49.500 Euro. Sahara und Rubicon steigen bei gleicher Motorisierung mit 53.000 Euro für zwei und 56.000 Euro für vier Türen ein.

Die Preise für den ab Ende des Jahres verfügbaren Benziner sind übrigens mit denen des Diesels identisch.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Wrangler

Ähnliche oder weiterführende Artikel