Cupra Ateca und Leon Cupra Sportstourer: Echte Kraftpakete

Ein Autobauer, der etwas auf sich hält, hat auch einen Sportableger. Bei BMW ist es die M GmbH, bei Mercedes AMG. Seat geht einen anderen Weg. Die Spanier gründeten mit Cupra lieber gleich eine eigenständige Marke. Unser Auto-Tester Heinrich Rohne hatte jetzt die Gelegenheit, sich mit dem Ateca Cupra und dem Leon Cupra Sportstourer auszutoben. Ein Riesen-Spaß!

Der Cupra Ateca

Das erste Modell, das mit den sportlichen Genen von Cupra unterwegs ist und mit dem neuen Logo vorfährt, ist der Ateca. Es ist ein kompaktes SUV – und sorgt bei all den Kunden für strahlende Augen, die auf viel Leistung und eine dynamische Fahrdynamik Wert legen.

Seat Cupra AtecaUnd wer sich für den Cupra Ateca entscheidet, wird nicht enttäuscht. Die Spanier haben ihrem ersten Fahrzeug einen 2.0 Vierzylinder-Turbo-Benziner mit auf den Weg gegeben. Er bringt es auf eine Leistung von 300 PS. Das hört sich nicht nur gut an, sondern fährt sich auch so. Denn das Kompakt-SUV hat dank eines maximalen Drehmoments von 400 Newtonmeter nicht nur einen ausgesprochen kraftvollen Antritt, sondern verfügt auch über gute Sprintfähigkeiten. Bis Tempo 100 vergehen gerade einmal 5,2 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 247 km/h erreicht. Und der Verbrauch? Er soll kombiniert bei 7,4 Liter liegen. Bei den Testfahrten kamen wir auf etwa 9 Liter.

Doch das sind nur die reinen Leistungsdaten – noch besser fühlt es sich an, wenn man mit dem Cupra Ateca unterwegs ist. So erweist sich das Kompakt-SUV trotz seiner sportlichen Auslegung als ausgesprochen komfortables Fahrzeug: mit ihm kann man auch einmal problemlos die Fahrt in den Kurzurlaub einlegen. Klar, das Fahrwerk des Cupra ist ausgesprochen straff ausgelegt (wie übrigens auch die Sportsitze). Doch der Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort ist den Fahrwerksingenieuren gut gelungen.

Dafür sorgt auch der Fahrmodus-Schalter. Mit ihm kann man nicht nur von „Normal“ auf „Komfort“ wechseln, sondern auch auf „Sport“ und „Individual“. Für den, der es braucht und seine Sportlichkeit auf die Spitze treiben will, kann sich im Infotainmentdisplay auch seine Lap-Zeiten inklusive der Querbeschleunigung anzeigen lassen. Nun ja, so etwas gehört halt auch zu einer Sportmarke.

Dass der Cupra Autobahn kann, ist klar. Doch so richtig Spaß macht der sportliche Ateca auf kurvigen Landstraßen – da ist der Cupra Ateca in seinem Element. Harmonisch beschleunigt er ohne Anstrengungen aus der Kurve heraus, dank des Allradantriebes lässt sich der feurige Spanier so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Diese Souveränität vermittelt dem Fahrer ein gutes Gefühl.

Bei aller Sportlichkeit: Ein Raumriese ist der Ateca auch als Cupra geblieben. So werden aus 485 Liter Kofferraum bei dem SUV ruckzuck 1.600 Liter Fassungsvermögen bei umgeklappter Rückbank. Ausgerüstet ist der Ateca serienmäßig mit Navigation und Rückfahrkamera, Ladeschale fürs Mobiltelefon und Connectivität zu den digitalen Netzwerken sowie LED-Scheinwerfern. Da bekommt man bei der motormäßig vergleichbaren Konkurrenz weit weniger fürs Geld. Denn der Cupra Ateca ist bereits ab 43.420 Euro zu haben, die wesentlich besser ausgestattete Limited Edition geht dann bei 50.615 Euro los.

Seat Leon R Cupra Sportstourer

Seat Cupra Leon SportstourerDamit aber nicht genug: Mit dem Seat Leon R Cupra Sportstourer gibt es nämlich schon den zweiten sportiven Kracher im Cupra-Bunde. Wobei sich mancher wundert, dass Cupra beim Ateca vorne steht und beim Leon dahinter. Zumal beim Ateca das kupferfarbene Teufelszeichen auf dem Lenkrad sitzt, während beim Leon Cupra dort nur das stilisierte Seat-S klebt–freilich ebenfalls kupferfarben. Bald wird sich das aber ändern. Dann heißt der Kombi auch offiziell Cupra Leon–und hat dann auch die Teufelsmaske auf dem Lenkrad. Denn in Kürze kommt die neue Generation des Seat Leon auf den Markt, das Erfolgsauto der Spanier mit mehr als zwei Millionen verkaufter Exemplare. Schon jetzt wird gerätselt, ob dann der erste richtige Cupra Leon mit dem neuentwickelten stärksten Golf-Motor ausgerüstet sein wird, der angeblich 330 PS leisten soll.

Cupra Ateca und der Leon R Cupra Sportstourer haben auch jetzt schon viel gemeinsam. Nicht nur den Motor und das Getriebe. Sondern vor allem das Temperament, was beim Fahrtest selbst bei hochwinterlichen Bedingungen im Schnee auch beim Leon deutlich wurde. Die 300 PS haben es eben in sich.

Und dem Cupra Sportstourer sieht man sein sportliches Talent gleich auf den ersten Blick an. Die kraftvolle Front, eine niedrige Seitenlinie, Dachkantenspoiler aus Carbon und eine Auspuffanlage mit vier Endrohren unterstreichen diesen Anspruch. Und der Sound kommt hinzu. Der Kombi ist die Cupra-Alternative für jene Käufer, die keinen SUV haben wollen – eine Mischung aus alltagstauglichem Familienkombi und echtem Sportwagen. Das zeigt der Leon Cupra R Sportstourer auch. So beeindruckt der sportliche Kombi vor allem mit seiner enormen Kurvenstabilität. Da hat der Leon gegenüber dem Ateca die Nase vorn.

Drinnen gibt es volldigitale Instrumente und ein Connectivity-Angebot mit Apple CarPlay, Android Auto und induktiver Ladeschale für das Smartphone. Ausgestattet ist der Leon Cupra R Sportstourer serienmäßig mit einer siebengängigen Schaltautomatik. Wie es sich für das sportliche Format gehört, kann man die Gänge aber auch per Schaltwippen am Lenkrad wechseln. Ansonsten gibt es im teilweise im Kupferton gehaltenen und solide designten Innenraum so gute und straffe Sportsitze, wie man das auch von einem derart hochmotorisierten Fahrzeug erwarten darf. Kombigerecht ist der wilde Kerl natürlich geblieben, da verleugnet er mit einer Ladekapazität zwischen 587 und 1.470 keineswegs seine Wurzeln. Natürlich kann man sich auch in Zukunft für den normalen Seat Leon entscheiden, zumal das neue Modell offenbar ein überaus agiler, auf junge Kundschaft ausgerichteter Kombi ist. Den gibt es auch mit gemäßigter Motorisierung. Zum familiengerechten fahren wird das allemal reichen - aber manchmal muss es eben mehr sein. Das mehr gilt freilich auch für den Preis. Ein normaler Seat Leon ist bislang ab 22.000 Euro zu haben. Der Leon R Cupra Sportstourer kostet 49.970 Euro.

Fazit: Gemessen an ihrem Auftreten und dem guten Gesamteindruck könnte es also durchaus was werden mit der neuen Marke Cupra. Sportlichkeit kommt bei den Kunden schließlich immer gut an – vor allem in der Zielgruppe der 40- bis 59-Jährigen.

Quellen und Bildrechte:

  • Fotos: Cupra

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