BMW 2er Gran Coupe: Wie aus einem Guss

Das Stufenheck ist tot, es lebe das Gran Coupe! Seitdem BMW im Jahr 2012 das 6er Gran Coupe herausgebracht hat, wurden mehr als 400.000 „GC“ diverser Baureihen verkauft. Jetzt folgt das bislang kleinste Gran Coupe als technischer Bruder der neuen 1er-Reihe. Unser Auto-Experte Heinrich Rohne hatte bereits die Gelegenheit, diesen Top-BMW zu testen.

Vereinfacht gesagt eben auch der coolere Bruder der ebenfalls frontgetriebenen 1er Limousine, die nur in China und Mexiko angeboten wird. Die Basis für das 2er Gran Coupe liefert der neue 1er, speziell von vorne sind Ähnlichkeiten nicht zu leugnen. Sobald der Blick aber weiter nach hinten wandert, beginnen die Diskussionen: Denn das kurze wuchtige Heck polarisiert schon etwas. Manch ein Beobachter fühlt sich an den X4 erinnert. Erst im Vergleich zum 8er Gran Coupe wird die Intention der Designer klar. Ein Hauch von Baby-8er liegt über dem neuesten 2er.

BMW 2er Gran Coupe innenAber wenden wir uns lieber den harten Fakten zu: 4,53 Meter misst der Viertürer in der Länge und weist einen Radstand von 2,67 Meter auf. Anders als beim 1er wirkt sich hier die Frontantriebs-Plattform beim Raumangebot spürbar positiv aus. Selbst bei 1,90 Meter Körpergröße ist im Fond ausreichend Platz, auch die Kopffreiheit ist dann immer noch gegeben. Positiv: Aufgrund des dritten Seitenfensters kommt viel Licht ins Innere. Und es passen 430 Liter Gepäck in den Kofferraum – auch nicht schlecht.

Zum Marktstart gibt es den F44, wie das 2er Gran Coupe intern heißt, mit drei Motoren zur Auswahl. Einstiegsaggregat ist der 218i mit 1,5-Liter-Dreizylinder, hinzu kommen der 190 PS starke 220d und der M235i xDrive, der 306 PS aus dem bislang stärkstem BMW-Vierzylinder liefert.

Und da steigen wir auch gleich einmal ein: Wie gesagt, 306 PS und 450 Newtonmeter, das geht bereits deutlich in den Sportwagen-Bereich. Denn mehr Drehmoment bietet selbst der aktuelle Porsche 911 Carrera mit Dreiliter-Biturbo nicht. Der Vierzylinder-Turbo des M235i xDrive fühlt sich auf der ersten Testfahrt einfach richtig gut an: Satter Punch von unten, füllige Drehmomentwelle bis auf 4.500 Touren und dieses, von einem herrlich vollmundigen Bass untermalte, Hochdrehen auf über 6.200 Touren reißen einen direkt mit und transportiert eben Sportwagen-Flair ins Gran Coupe. 4,9 Sekunden auf 100 lautet hier die Ansage. Der serienmäßige Allradantrieb mit mechanischer Torsen-Differenzialsperre an der Vorderachse ist darauf bestens eingestellt. Der 2er lenkt unmittelbar ein, bringt die Kraft in den passenden Portionen ans richtige Rad und kommuniziert erfreulich intensiv über die Lenkung mit seinem Piloten, ohne dabei mit unnötigen Antriebseinflüssen anderer Kompaktsportler zu irritieren.

Serienmäßig ist eine Achtgang-Automatik an Bord, welche die Gänge geschmeidig wechselt. Die steife Karosserie und das gelungene Set-up der Federn und Dämpfer in den einzelnen Fahrmodi formen dabei ein feinnerviges Handling und bieten zudem einen erstaunlich souveränen Federungskomfort – da dürften selbst 3er-Kunden Gefallen am neuen BMW 2er Gran Coupe finden.

BMW 2er fährt durch eine hügelige LandschaftDas Cockpit kennt man vom 1er, das optionale „BMW Live Cockpit Professional“ mit 10,25 Zoll großem Instrumentendisplay ist schon eine Augenweide. Vor allem aber: Die Bedienung ist recht einfach selbsterklärend. Und wenn es nicht mehr weitergeht, dann gibt es ja noch die Sprachsteuerung, die sich immer perfekter entwickelt.

Und was kostet der Spaß? Los geht es beim 2er Gran Coupe mit 31.950 Euro für den Basis-218i. Serienmäßig sind stets Alufelgen und LED-Scheinwerfer plus LED-Rückleuchten. Dadurch beträgt die ausstattungsbereinigte Differenz zum BMW 118i knapp mehr als 1.800 Euro. Wer lieber den 220d möchte, sollte mindestens 39.990 Euro einkalkulieren. Im Fall des M235 xDrive werden dann satte 51.900 Euro fällig.