Test-Telegramm: BMW 6er Cabrio – ein Auto zum Träumen

Flottes Design, spritzige Motoren und reichlich Platz - das alles bringt das viersitzige BMW 6er Cabrio mit. Auch unser Auto-Tester Heinrich Rohne mochte gar nicht mehr aus dem starken Bayern aussteigen.

So sieht es aus: Neue Wege ist BMW beim Design des 6er Cabrios gegangen. So zeigt der 4,89 Meter lange Sechser eindrucksvoll, dass die Bangle-Designära nun auch beim Cabrio der Vergangenheit angehört. Das wenig elegante Bürzelheck des Vorgängers ist ebenso verschwunden wie nervige Sicken und Linien, die den offenen 6er allzu extravagant erscheinen lassen sollten. Lange Haube, flache Dachlinie, breite Spur und große Räder - damit macht der Neuling mächtig Eindruck. Ein weiterer Pluspunkt: Endlich ist auch die spitze Haifischnase des Vorgängers verschwunden. Die für BMW so typische Niere steht nun wieder steiler im Wind. Optisch ist der neue Sechser also offen wie geschlossen ein Hochgenuss.

So viel Platz hat es: Und Platz hat das BMW 6er Cabrio auch mehr bekommen. Vom verlängerten Radstand profitieren vor allem die Fond-Passgiere, die sich auf der Rückbank fast schon hinlümmeln können. Ansonsten ist Wohlfühl-Ambiente im Innenraum des 2+2-Sitzers angesagt. Hochwertigere Materialanmutung und ein Cockpit, was nun wieder deutlicher auf den Fahrer ausgerichtet ist - das kann sich sehen lassen. Auffällig ist zudem der mächtige Flachbildschirm, der die ebenso breite Mittelkonsole stimmig nach oben hin abschließt. Wer sich für das nur optional erhältliche Navigationspaket entscheidet, blickt auf eine Bildschirmdiagonale von mächtigen 10,2 Zoll. Im Laderaum setzt sich der Größenwahn fort. Bis zu 350 Liter sind drin, außerdem gibt es eine Durchlademöglichkeit für Skier oder andere lange Gegenstände. Unverändert ist das elektrische Stoffdach geblieben. Allerdings kann dies jetzt bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h in 19 Sekunden geöffnet und in 24 Sekunden geschlossen werden.

So fährt es sich: Dem BMW 640er Cabrio stehen als Motoren zwei Benziner und ein Diesel zur Wahl. Basismodell ist der Sechszylinder-Ottomotor im 640i, der dank doppelter Turboaufladung 320 PS leistet. Topmodell bleibt der 450 PS starke 650i mit aufgeladener V8-Power. Beide Triebwerke haben eine Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 250 km/h. Der Normverbrauch liegt bei 7,9 Litern beziehungsweise 10,7 Litern Super auf 100 Kilometern. Serienmäßig ist jeweils eine Achtgang-Sportautomatik, die mit einer Start-Stopp-Automatik kombiniert ist. Als Diesel ist der 640d mit 313 PS mit von der Partie. Der 3-Liter-6-Zylinder hat nicht nur ordentlich Power, sondern verbraucht dabei auch nur sieben bis acht Liter auf 100 Kilometer. Dank der serienmäßigen Fahrdynamik-Abstimmung mit den drei Einstellungen "Normal", "Sport" und "Sport+" zusammen mit der Integral-Aktivlenkung kann mit dem 6er Cabrio auch die Sau rausgelassen werden. Denn er will ja auch ein Sportwagen sein.

So viel kostet es: Es ist also ein Vergnügen, sich einem solchen Auto hinzugeben, wenn auch kein billiges: der Basispreis für das BMW 640i Cabrio liegt bei 83.500 Euro. Der Diesel ist ab 87.000 Euro zu haben. In beiden Fällen ist das Ende offen. Auch wenn immerhin solche Luxusartikel wie beheizbare Ledersitze, Xenonlicht und Soundsystem serienmäßig sind.

Fazit: Cabrio-Cruisen oder auch richtig sportlich fahren - im BMW 6er Cabrio geht beides ganz prima. Ein Cabrio, in das man sich verlieben kann.

Fotos: BMW