Schon wieder Corona-Weihnachten?

Vor einigen Monaten hatten wir die Hoffnung, bald wieder zur ersehnten Normalität zurückkehren zu können. Nun zeichnet sich aber ab, dass es anders kommt. Corona-Weihnachten 2.0 also? Und wie gehen wir damit um, um wenigstens etwas Ruhe und Frieden zu finden?

Letztes Jahr standen Gefühle von Ängstlichkeit, Verunsicherung und Traurigkeit im Vordergrund; dieses Jahr macht sich wohl eher Ärger und Frustration breit. Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) hat daher Ideen und Tipps, wie wir unsere Nerven entlasten und uns etwas entspannen können.

Verständnis

Wir dachten, wir wüssten, was auf uns zukommt? Auch wenn es wissenschaftliche Vorhersagen gab, so ist es für die meisten Menschen die erste Pandemie, die sie erleben. Auch wenn wir inzwischen etwas besser damit umgehen können, ist diese Pandemie eine neue Situation – mit allem Auf und Ab. Geduld und Verständnis für die eigene und vor allem für die Unsicherheit der Mitmenschen sind deshalb wichtig.

Gefühls-Management

Werden Erwartungen und Hoffnungen enttäuscht, ist es nur allzu verständlich, dass Frust, Traurigkeit oder andere Gefühle entstehen können. In der Regel gibt es gute Gründe, warum Menschen so reagieren, wie sie reagieren – und das ist in Ordnung. Es ist daher wichtig, sich auch mal ordentlich ärgern zu dürfen. Und es ist genauso wichtig, Ärger wieder loslassen zu können. Denn auf Dauer kostet Ärger Kraft und wird somit zu einem zusätzlichen Stressfaktor.

Radikale Akzeptanz: Es ist, wie es ist

Manchmal hätten wir Dinge gerne anders als sie sind – doch die Realität ist, wie sie ist. Das Konzept der Radikalen Akzeptanz beschreibt die aktive Entscheidung, Dinge, die man nicht beeinflussen kann, zu akzeptieren – und zwar vollständig. Dies bedeutet nicht, etwas gutzuheißen oder einverstanden zu sein, sondern lediglich, die Realität so zu sehen, wie sie ist. Erfolgt dieser psychologische Prozess als bewusste Entscheidung, kann eine Radikale Akzeptanz Selbstwirksamkeit und das Erleben von Handlungsfähigkeit stärken und Frustration oder Hilflosigkeit entgegenwirken. Deshalb: Es ist, wie es ist.

Nachrichten und Social Media gezielt nutzen

Bei großer Verunsicherung suchen wir nach Informationen. Aber zu viel davon kann auch weiter verunsichern. Das ständige Beschäftigen mit angstbesetzten Neuigkeiten in Medien und Social Media „füttert“ Angstgedanken und führt zu zusätzlicher Nervosität und Gedankenkreisen. Hilfreich kann es daher sein, den Medienkonsum aktiv zu begrenzen – etwa mit einem Timer, durch das Stummschalten von Messenger-Gruppen, Hashtags oder Accounts. Achten Sie auf vertrauenswürdige Quellen. Auf welche Trigger reagieren Sie besonders? Können Sie diese meiden?

Selbstwirksamkeit

WeihnachtsbaumWenn sich Menschen betroffen, ängstlich oder hilflos fühlen, wollen sie meistens „etwas tun“. Überlegen Sie, was Ihnen guttun könnte. Fragen Sie sich selber: „Was würde ich einer guten Freundin/einem guten Freund raten, was sie/er tun soll?“, „Was hat mir früher gutgetan?“ Setzen Sie Ihre Ideen trotz derzeit begrenzter Möglichkeiten, so gut es geht, in Taten um! Für viele Menschen ist Bewegung hilfreich, insbesondere Bewegung in der Natur.

Soziale Kontakte

Wir Menschen brauchen soziale Kontakte, Begegnungen mit anderen, Austausch und gemeinsames Erleben. Machen Sie sich Gedanken: Mit wem möchten Sie Zeit verbringen und wie ist das am besten möglich? Persönlich oder virtuell, in der Natur oder im häuslichen Umfeld? Wenn Sie unsicher sind, den ersten Schritt zu machen, gehen sie davon aus, dass auch andere das Miteinander suchen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen entspannte, friedliche Weihnachtstage!

Quellen und Bildrechte:

  • DPtV Deutsche PsychotherapeutenVereinigung.
  • Mit 18.000 Psychotherapeut*innen ist die DPtV der größte Berufsverband für Psychologische Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Psychotherapeut*innen in Ausbildung in Deutschland. Die DPtV engagiert sich für die Anliegen ihrer Mitglieder und vertritt erfolgreich deren Interessen gegenüber Politik, Institutionen, Behörden, Krankenkassen und in allen Gremien der Selbstverwaltung der psychotherapeutischen Heilberufe.
  • Foto: www.pixelio.de

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