Plastik vermeiden: Was können wir tun?

Geht es Ihnen auch so? Die Nachrichten über die Plastikmüllberge in den Meeren - jährlich etwa acht Millionen Tonnen - kann man nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Man will etwas dagegen tun, auch wenn man natürlich nur wenig beitragen kann. Aber wenn viele mitmachen, nützt es doch! Was also können wir konkret machen?

Kaffee im To-Go-Becher mit Rührstäbchen, Fastfood aus der Portionsbox, Frühstücksbrot in Frischhaltefolie oder Wasser aus der Einwegflasche haben eines gemeinsam: Der kurze Genuss für unterwegs wird mit langlebigem Müll bezahlt. Die meisten Kunststoffumhüllungen sind fürs Wegwerfen konzipiert. Für diesen kurzen Einsatz werden jedoch wertvolle Ressourcen und Energie verbraucht.

Plastikmüll am StrandAchtlos benutzt und zurückgelassen zerfallen anschließend die Kunststoffe in der Natur in immer kleinere Teilchen, verschwinden aber nicht ganz, sondern verunreinigen Luft, Böden und Gewässer dauerhaft. „Welche Auswirkungen die Mikroplastikteilchen auf Mensch und Umwelt haben, ist noch nicht ausreichend erforscht. Wissenschaftler und Umweltschützer warnen dennoch vor den nicht absehbaren Folgen für Lebewesen und Natur.

Die EU-Kommission hat ein Maßnahmenpaket geschnürt, zu dem unter anderem ein Verbot von Plastikgeschirr und -besteck, Strohhalmen, Wattestäbchen mit einem Plastikstiel, Halterungen für Luftballons und Stäbchen zum Umrühren von Getränken gehört. Wir müssen nicht warten, bis das umgesetzt wird - fangen wir doch schon heute damit an!

Noch eine Möglichkeit, etwas zu tun: keine Kosmetika zu verwenden, die Mikroplastik enthalten! Da es nicht leicht zu erkennen ist, ob ein Produkt diese gefährlichen Stoffe enthält, hat der BUND auf seiner Seite einen Einkaufsratgeber veröffentlicht mit einer Liste, welche Kunststoffe in welchem Artikel enthalten sind.


Auch die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie wir ohne oder mit wenig Plastikutensilien auskommen können:

1. Kunststoffe nicht immer schlecht für die Umwelt: Bei der Frage, welches Plastik ok oder schlecht für die Umwelt oder Gesunderhaltung ist, geht es darum, wie lange Materialien aus Plastik im Alltag genutzt werden, ob sie bei Gebrauch keine Schadstoffe an Lebensmittel abgeben und ob sie recycelt oder ordnungsgemäß entsorgt werden. So spricht etwa nichts gegen den Kunststoff Polypropylen (PP), aus dem Mehrwegbecher hergestellt werden. Für Frischhalteboxen, unzerbrechliches Picknickgeschirr, Brotdosen, die beim Gebrauch nicht erhitzt werden, eignet sich auch Polyethylen (PE).

Kunden sollten bei der Anschaffung von Aufbewahrungsboxen und Geschirr aus Kunststoff nur Produkte kaufen, bei denen Hersteller Materialien aus PP und PE verwenden und auf die Langlebigkeit achten.

2. Bambus ist keine Alternative: Besteck, Becher und sonstiges Essgeschirr aus Bambus ist in ökologischer Hinsicht nicht empfehlenswerter: Bambusgeschirr besteht zwar aus einem nachwachsenden Rohstoff – allerdings nur zum Teil. Viele Hersteller verschweigen, dass neben Bambus auch Kunststoffe wie Melaminharze in den Picknick- und Partyutensilien enthalten sind. Diese Stoffe sind gesundheitlich bedenklich, weil sie sich bei starker Erhitzung aus dem Geschirr lösen und in die Lebensmittel übergehen können. Vor allem Bambusbecher to go sind als Mehrwegbecher für Heißgetränke ungeeignet.

3. Eigene Mehrwegbecher und Trinkflaschen mitnehmen: Immer mehr Cafés und Bäckereien bieten die Abfüllung eines Heißgetränks im eigenen Becher an. Im Laden nachzufragen oder Adressen im Internet zu suchen, lohnt sich. Auch die Menge an Einwegflaschen für Mineralwasser ist eine unnötige Verschwendung von Rohstoffen für Millionen von Flaschen. Denn das Leitungswasser aus dem Hahn ist in Deutschland flächendeckend von sehr guter Qualität und jederzeit verfügbar sowie im Vergleich zu Mineralwasser etwa hundertmal günstiger.

Unterwegs ist Leitungswasser in wieder befüllbaren Trinkflaschen ideal. Besonders gut eignen sich hierbei Flaschen aus Glas und Edelstahl. Der Hinweis "Refill" an Ladentüren ist als Einladung zu verstehen, sich kostenlos bei dem jeweiligen Spender mit frischem Leitungswasser zu versorgen.

Weitere Tipps für "Weniger Plastikmüll unterwegs" hat die Verbraucherzentrale NRW in einer gleichnamigen Broschüre zusammengestellt. Das Heft ist kostenlos erhältlich in den örtlichen Umweltberatungen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Kontakt online unter www.verbraucherzentrale.nrw/umweltberatung. Broschüre und weitere Informationen zur Problematik von Plastikmüll gibt’s im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/plastik.

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