Pflege im eigenen Zuhause – wie Agenturen helfen

Für die allermeisten Menschen ist das selbstbestimmte Leben in den eigenen vier Wänden die beliebteste und erstrebenswerteste Wohnform. Allerdings ist das für Pflegebedürftige und Senioren oftmals nur mit Unterstützung möglich. Eine Alternative zum ambulanten Pflegedienst kann eine Vermittlungsagentur für Betreuungskräfte bieten. Auch Familien, die mit mehreren Generationen unter einem Dach leben, aber zeitlich stark eingebunden sind, können so eine Entlastung erhalten.

Die Beschwerden und Erkrankungen, die zu einer Pflegebedürftigkeit führen können, sind vielfältig. Neben Altersschwäche können Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer, die Folgen eines Schlaganfalls, Herzerkrankungen und Krebserkrankungen eine zusätzliche Unterstützung erforderlich machen. Die Pflege durch Angehörige ist dann zwar der Idealfall, doch können berufliche und private Verpflichtungen eine intensive Betreuung erschweren.

Voraussetzungen für eine 24-Stunden-Pflege

Je nach Schwere der Erkrankung oder der Beschwerden kann eine 24 Stunden-Betreuung erforderlich sein. Heutzutage gibt es Vermittlungsagenturen für osteuropäische Pflegekräfte, die bei der Suche nach einer geeigneten Pflegekraft unterstützen. Dabei stellen hohe Anforderungen und eine Eignungsbeurteilung sicher, dass die zu betreuende Person in kompetente und fürsorgliche Hände kommt. Vermittelte 24-Stunden-Pflegekräfte bieten eine bedarfsgerechte 1:1-Betreuung im eigenen Zuhause, die von ambulanten Pflegediensten nicht in dieser Intensität erbracht werden kann.

Wer eine Betreuungskraft engagieren möchte, muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. Zum einen muss der Pflegekraft ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden, zum anderen ist eine uneingeschränkte Mitbenutzung von Badezimmer und Küche Voraussetzung. Arbeitsmittel, die für die Pflege benötigt werden, müssen bereitgestellt werden. Die Übernahme von Mehrkosten für Wohnung und Nahrungsmittel ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die Vermittlungsagentur informiert die Kunden, ob und welche weiteren Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Pflegebedürftigkeit – die Grundlage für Betreuungsleistungen

Grundsätzlich muss eine 24-Stunden-Pflege aus Eigenmitteln bestritten werden, doch verfügen nur wenige Haushalte über entsprechende Gelder. Die Krankenkassen gewähren nur dann eine finanzielle Unterstützung, wenn eine anerkannte Pflegebedürftigkeit besteht.

Nach den gesetzlichen Regelungen ist dann eine Pflegebedürftigkeit gegeben, wenn die Selbstständigkeit oder die Fähigkeiten eines Menschen aus gesundheitlichen Gründen so weit beeinträchtigt sind, dass die Hilfe von anderen nötig ist. Menschen, die durch körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen ihren Alltag nicht mehr selbst bewältigen können, erfüllen diese Voraussetzungen. Die Einschränkungen müssen dauerhaft sein. Vorübergehende Einschränkungen führen zu keiner Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen) ist für eine Begutachtung und die offizielle Feststellung einer Pflegebedürftigkeit zuständig.

Der Pflegegrad entscheidet über die Höhe der Leistungen

Im Falle einer Pflegebedürftigkeit wird in einem nächsten Schritt der sogenannte Pflegegrad festgestellt. Dabei geben fünf Pflegegrade den Anspruchsrahmen vor. Während bei Kassenpatienten der MDK für die Feststellung zuständig ist, entscheidet bei Privatpatienten die MEDICPROOF GmbH, ein Tochterunternehmen des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V., über den anzusetzenden Pflegegrad.

Um den Pflegegrad 1 zu erhalten, ist nicht zwingend die Bindung an ein Pflegebett erforderlich. Sobald bei der Einnahme von Medikamenten oder beim An- und Ausziehen eine Hilfeleistung benötigt wird und die Selbstständigkeit gering beeinträchtigt ist, kommt der niedrigste Pflegegrad bereits in Betracht. In puncto Pflegebett sollten Sie überlegen, ob auch bei kleineren Einschränkungen eine Anschaffung sinnvoll sein kann. Zum einen fällt der Ein- und Ausstieg deutlich leichter, zum anderen ist der Liegekomfort höher.

Von Pflegegrad zu Pflegegrad steigen die Anforderungen an die Bewilligung, aber auch die finanziellen Mittel, die zur Verfügung gestellt werden. Der Pflegegrad 5 wird lediglich bei schwersten Beeinträchtigungen gewährt, wenn besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung bestehen.

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